GRÜNE: Biologische Vielfalt in Karlsruhe fördern

GRÜNE: Biologische Vielfalt in Karlsruhe fördern

Gemeinderatsantrag zur Unterzeichnung der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“
 
Im internationalen Jahr der Biodiversität soll sich Karlsruhe verstärkt für Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt einsetzen, so die GRÜNE Gemeinderats-fraktion. Per Antrag wollen die GRÜNEN erreichen, dass Karlsruhe die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommen“ unterzeichnet und damit gleichzeitig die Bereitschaft erklärt, einem kommunalen Bündnis für Biologische Vielfalt beizutreten.

„Städten und Gemeinden kommt beim Schutz von Tier- und Pflanzenarten eine besondere Bedeutung zu, weil diese Ebene den Menschen sehr nahe steht. Kommunale Aktivitäten führen schnell zu konkreten, vorzeigbaren Ergebnissen, die die Bevölkerung ansprechen und motivieren“, so Fraktionssprecherin Bettina Lisbach. „Wenn beispielsweise auf städtischen Grünflächen standortheimisches, artenreiches Saatgut verwendet wird, entstehen bunte Blumenwiesen, die nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Menschen gut tun.“ Auch die Förderung alter, heimischer Laubbäume im Stadtgebiet und artenreiche Gewässerrandstreifen bereichern die Vielfalt in einer Stadt entscheidend.

In Karlsruhe werden bereits viele wichtige Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität durchgeführt“, so Lisbach. “Aber der allerorten zu verzeichnende Verlust gefährdeter Tiere und Pflanzen macht natürlich auch vor unserer Haustür nicht halt. Insbesondere die anhaltende Bebauung ökologisch wichtiger Grün- und Freiflächen trägt dazu bei, dass wertvolle Lebensräume unwieder-bringlich verloren gehen.“

Den GRÜNEN ist es deshalb wichtig, dass auch Karlsruhe sich der Förderung der Biodiversität verbindlich verpflichtet und die bereits von 136 deutschen Kommunen unterstützte Deklaration unterzeichnet. Stuttgart, Heidelberg, Freiburg, Bretten und Bruchsal zählen bereits zu den 20 Erstunterzeichnern allein in Baden-Württemberg.

Die von der deutschen Umwelthilfe auf den Weg gebrachte Erklärung kann mit Karlsruhe eine weitere gewichtige Stimme erhalten. „Und im Gegenzug profitieren wir vom Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen und können gemeinsam Strategien zur Förderung der Artenvielfalt entwickeln“, so die GRÜNEN. Ziel des Bündnisses soll unter anderem sein, beim Bund und bei den Ländern die notwendige finanzielle, fachliche und auch rechtlich-programmatische Unterstützung einzufordern.

Die GRÜNEN wünschen sich außerdem, dass Karlsruhe auf Grundlage der bereits vorliegenden Biotopverbund-konzeption ein städtisches Programm zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt auflegt. In ihrem Antrag bitten sie die Stadtverwaltung, konkrete Maßnahmenvorschläge zu entwickeln und dem Gemeinderat die zu erwartenden Kosten darzustellen. Über die Umsetzungen könne dann schrittweise und abhängig von Fördermöglichkeiten entschieden werden. Bei der Finanzierung von Projekten zur Förderung der Artenvielfalt streben die GRÜNEN auch eine Beteiligung der Privatwirtschaft an. Dies könne im Rahmen der naturschutzrechtlich vorgeschriebenen Kompensation von Baumaßnahmen erfolgen.