- Die Verwaltung entwickelt ein Konzept – entsprechend des Vorschlags des Kinderschutzbundes – zur Errichtung eines Platzes der Kinderrechte.
- Sie legt nach einem Beteiligungsprozess einen möglichst zentralen Platz in der Stadt fest, der für Aktionen mit Kindern und Jugendlichen geeignet ist.
- Die Verwaltung entwickelt Ideen, wie ein partizipativer Prozess zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der genauen Namensnennung des Platzes, der Örtlichkeit und Entstehung des Platzes Eingang finden kann.
- Es wird ein Kooperationsmodell wie in anderen Städten entwickelt, z.B. mit Gewerbeschulen, um den Platz nachhaltig attraktiv zu halten und immer wieder kreativ zu verändern.
- Der Platz der Kinderrechte wird als außerschulischer Lernort konzipiert. Die Verwaltung entwickelt hierfür gemeinsam mit Schulen, dem Kinderbüro, der Stadtbibliothek sowie weiteren Bildungspartnern ein pädagogisches Konzept, das es Schulklassen und Jugendgruppen ermöglicht, Kinderrechte im Sinne des Bildungsplans Baden-Württemberg praxisnah zu erleben und zu bearbeiten. Bei der Standortwahl ist nach Möglichkeit die räumliche Nähe zur zukünftigen Kinder- und Jugendbibliothek zu berücksichtigen. Dadurch entsteht ein Bildungs- und Begegnungsort, der insbesondere das Recht auf Bildung (Artikel 28 UN-Kinderrechtskonvention) sichtbar macht und vielfältige Lern- und Beteiligungsangebote ermöglicht.
Begründung/Sachverhalt:
Der Antrag unterstützt die bundesweite Initiative des Kinderschutzbundes. Bereits zahlreiche Städte und Kommunen in Deutschland – darunter in Baden-Württemberg Städte wie Ludwigsburg, Reutlingen, Balingen, Waldkirch oder Wiesloch – haben dieses wichtige Signal gesetzt. Kinderrechte sollen sichtbarer gemacht und gestärkt werden. Es soll in der Stadtgesellschaft für Kinderrechte sensibilisiert werden. Kinder und Jugendliche sollen bei der Umsetzung in allen Phasen beteiligt werden: Auswahl des Platzes, Namen des Platzes, Ausgestaltung.
Kinder sind in besonderem Maße von einer Vielzahl gesellschaftlicher Risiken betroffen: Sie tragen das höchste Armutsrisiko, leiden unter einer unzureichenden psychiatrischen Versorgung und einem wachsenden Mangel an Kinderärztinnen und -ärzten sowie an kindgerechten Medikamenten. Das Bildungssystem bietet im internationalen Vergleich zu wenig Chancengerechtigkeit und viele Schulgebäude befinden sich in einem schlechten Zustand.
Schließlich sind Kinder den Folgen globaler Krisen wie Krieg und Klimawandel besonders ausgeliefert – Ängste und Unsicherheiten gehören für viele von ihnen zum Alltag.
Wichtig ist den Fraktionen auch, dass der Platz unter Begleitung des Kinderbüros oder/und des Stadtjugendausschusses kontinuierlich von z.B. Schulklassen (z.B. auch von Berufsschulen) immer weiter gestaltet wird.
Der Platz der Kinderrechte soll über seine symbolische Bedeutung hinaus als lebendiger Bildungs- und Lernort dienen. Kinderrechte sind im Bildungsplan Baden-Württemberg insbesondere in den Fächern Gemeinschaftskunde, Ethik, Geschichte sowie im fächerübergreifenden Lernen verankert. Ein entsprechend gestalteter Platz bietet Schulklassen, Kindertageseinrichtungen und Jugendgruppen die Möglichkeit, demokratische Werte, Beteiligung und Kinderrechte unmittelbar vor Ort zu erleben und in den Unterricht einzubinden. So wird der öffentliche Raum selbst zum Lernort.
Die räumliche Nähe zur zukünftigen Kinder- und Jugendbibliothek eröffnet dabei besondere Chancen. Beide Orte können sich sinnvoll ergänzen und einen gemeinsamen Bildungs- und Begegnungsraum bilden. Während die Bibliothek das Recht auf Bildung und den Zugang zu Wissen verkörpert, schafft der Platz Möglichkeiten für Beteiligung, Austausch und demokratisches Lernen. Gemeinsam entsteht ein sichtbares Zeichen dafür, dass Kinderrechte nicht nur formuliert, sondern im Alltag gelebt werden.
Unterzeichnet von:
Verena Anlauf, Jorinda Fahringer, Dr. Iris Sardarabady, Fraktion GRÜNE
Sibel Uysal, Elke Ernemann und Melis Schmid, SPD-Fraktion
Lüppo Cramer, Sonja Döring, Michael Haug, KAL-Fraktion
Anne Berghoff, Leyla Duran und Tanja Kaufmann, Fraktion Die Linke
Kien Nguyen, Adina Geißinger, Fabian Gaukel, Volt-Fraktion
