Gebäude für Klimawandel ausstatten

  1. Die Verwaltung zeigt auf, an welchen Schulen, Kindertagesstätten, städtischen Bürogebäuden und weiteren städtischen Liegenschaften der Bedarf an außenliegender Verschattung besonders dringend ist und wo eine solche Verschattung kurz und mittelfristig ermöglicht werden kann.
    Die Verwaltung stattet auf Basis der aktuell laufenden Bewertung von städtischen Gebäuden diese entsprechend so schnell wie möglich mit Verschattungselementen aus.
    Zudem legt die Verwaltung dar, welche Hürden bei der Umsetzung von Außenverschattung derzeit bestehen und wie diese abgebaut werden können.
  2. Die Verwaltung überprüft die Leitlinien für nachhaltiges Bauen dahingehend, in welcher Weise durch eine ressourceneffiziente Ergänzung von passiven Kühlungsmaßnahmen mit aktiver Kühlung auch in Hitzeperioden während der gesamten Nutzungsdauer ein verträgliches Raumklima erreicht werden kann.
    Mit den Ergebnissen der Prüfung werden die Leitlinien überarbeitet.
Begründung/Sachverhalt

Die Hitzewelle im Juni 2026 macht erneut deutlich, dass der Schutz vor Überhitzung in Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden und Wohngebäuden vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels immer wichtiger wird. Gerade in dicht bebauten Stadtbereichen wird die Nutzbarkeit von Innenräumen zunehmend davon abhängen, ob Gebäude wirksam vor sommerlicher Überhitzung geschützt werden können.

Im Rahmen der Hitzeaktionsplanung und des Gebäudezustandberichts beschäftigt sich die Verwaltung bereits mit diesem Thema und untersucht Maßnahmen. Außenliegende Verschattung ist dabei eine wirksame, vergleichsweise kostengünstige, schnelle und energetisch sinnvolle Maßnahme, um Innenräume vor Überhitzung zu schützen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Hinweise auf Fälle, in denen außenliegende Verschattung, etwa durch Rollos oder Jalousien, u.a. aufgrund denkmalrechtlicher Vorgaben nicht oder nur eingeschränkt umgesetzt werden (z. B. Gutenbergschule). Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass bei neueren städtischen Gebäuden außenliegende Rollos bereits bei leichtem Wind automatisiert eingefahren werden und dadurch der notwendige Sonnenschutz nicht gewährleistet wird.

Das Ziel ist die Identifizierung von relevanten Hürden und die Überwindung dieser, sodass bei Bedarf Außenverschattung kurzfristig umgesetzt werden kann.

Daneben führt der fortschreitende Klimawandel zumindest in einigen Nutzungstypen wie z.B. Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu einem größeren Bedarf von aktiver Kühlung auch in Deutschland. Deshalb sollte ergänzend zu passiven Kühlungsmaßnahmen überprüft werden, ob auch aktive Kühlung bei anstehenden Planungen mitgedacht werden soll. Dies sollte auch Eingang in die Leitlinien für nachhaltiges Bauen finden. Aufgrund hoher Investitions- und Betriebskosten sowie der angespannten Haushaltslage stellen sie kurz- und mittelfristig jedoch keine flächendeckend umsetzbare Lösung dar.

Unterzeichnet von:

Christian Klinkhardt            Aljoscha Löffler             Dr. Clemens Cremer Ivo Dujmović                       
Dr. Sonja Klingert                Verena Anlauf Dr. Susanne Heynen

Zur Gemeinderatssitzung am 29. Juli 2026 erhielten wir eine ausführliche Stellungnahme:
Die städtischen Gebäude werden bereits alle daraufhin überprüft, ob sie für die zunehmende Sommerhitze angepasst werden müssen. Für Kitas liegen die Ergebnisse bereits vor, Schulen und Horte werden im Lauf des zweiten Halbjahres untersucht. Die erste Einschätzung der Stadtverwaltung ist, dass es weitere bauliche Maßnahmen außer Außenbeschattungen, gibt, die gezielt miteinander kombiniert werden müssen.
Klimatisierung kommt erst zum Einsatz, wenn alles andere nicht ausreicht.

Das Thema wird im Bauausschuss am 17. September sowie im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit am 30. September 2026 weiter diskutiert.