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Wohnen ist Grundrecht und kein Luxus!

Beitrag für die Stadtzeitung von Aljoscha Löffler

In Karlsruhe herrscht ein stark angespannter Wohnungsmarkt. Mieten steigen, bezahlbarer Wohnraum wird knapp, und viele Menschen suchen monatelang nach einer passenden Wohnung. Auch der Erwerb von Wohneigentum ist für die meisten in unerreichbare Ferne gerückt. Mit unseren Initiativen fordern wir ein entschlossenes Handeln der Stadt, um bezahlbares Wohnen zu sichern.

Leerstand und Zweckentfremdung verhindern

In Zeiten der Wohnungsnot dürfen wir es nicht zulassen, dass Wohnungen leer stehen oder in renditegetriebene Gewerbenutzungen wie Ferienwohnungen oder „Serviced Apartments“ umgewandelt werden. Jeder verlorene Wohnraum verschärft die Krise. Wir wollen mit einer Anfrage erreichen, dass die Debatte über die Zweckentfremdung von Wohnungen erneut geführt wird und wie viele Wohnungen vor Zweckentfremdung geschützt werden können. Egal, um wie viele oder wenige Wohnungen es sich handelt – jede Wohnung zählt. Eigentümer*innen dürfen ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht ignorieren. Das Recht auf Wohnen steht über Profiten!

Gemeinschaftlich wohnen, sozial gerecht bauen

In Karlsruhe gibt es immer mehr Initiativen, die gemeinschaftlich Wohnraum entwickeln wollen und damit eine gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung unterstützen. Wir wollen diese Initiativen bei der Grundstücksvergabe in den Blick nehmen. Dafür haben wir schon vor einigen Jahren die sogenannte Konzeptvergabe beantragt: Wer am meisten für das soziale Miteinander beiträgt und langfristig bezahlbaren Wohnraum sichert, soll den Zuschlag bekommen und die Idee verwirklichen.

Die Vergabe nach Konzept wird nun in der Nordstadt im Baugebiet Zukunft Nord das erste Mal angewendet. Damit sind die Zeiten des Verkaufs an den Höchstbietenden vorbei.

Ökologisch und kostensparend bauen

Bezahlbares Wohnen darf nicht an unnötigen Baukosten scheitern. Daher müssen wir als Stadt die Hebel in Bewegungen setzen, die in unserer Macht liegen.

Karlsruhe ist eine fahrradfreundliche Stadt mit einem guten öffentlichen Nahverkehr. Viele Menschen benötigen im Alltag kein Auto und falls doch, können sie auf das deutschlandweit beste Carsharing-Angebot zugreifen.     Trotzdem zwingt die bisherige Stellplatzpflicht Bauherren dazu, teure Tiefgaragen zu errichten, auch wenn diese gar nicht benötigt werden und später in Teilen leer stehen werden.

Aktuell befindet sich eine Stellplatzsatzung in Erarbeitung. Mit dieser werden wir die Anzahl an Stellplätzen verringern, die pro Wohnung mindestens errichtet werden müssen. Dadurch werden Wohnungen spürbar günstiger, denn der Bau eines Tiefgaragenstellplatzes kostet über 50.000 Euro. Diese Kosten müssten sonst über höhere Mieten erwirtschaftet werden.

Wohnen für alle – sozial, ökologisch, gerecht

Wir GRÜNE kämpfen für eine lebenswerte Stadt, in der alle Menschen ein bezahlbares Zuhause finden – unabhängig vom Einkommen. Wir müssen mutig handeln, Leerstand beenden, den Spekulationsmarkt zurückdrängen und sozialen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau stärken.     
Wohnraum gehört der Gesellschaft – nicht dem Profit!

Aljoscha Löffler,

Fraktionsvorsitzender

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