Grüne fordern Bedarfsanalyse zu betreuten Wohnformen für chronisch psychisch kranke Menschen in Karlsruhe 

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Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat eine Anfrage zur Versorgungssituation chronisch psychisch kranker Menschen in Karlsruhe eingebracht. Hintergrund ist die alarmierende Tatsache, dass derzeit nicht ausreichend geeignete Wohnplätze für die Menschen zur Verfügung stehen.

Die aktuelle Situation führt zu erheblichen Versorgungsengpässen: „Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass Betroffene aus Karlsruhe mangels lokaler Angebote teilweise in weit entfernte Einrichtungen, beispielsweise nach Norddeutschland, vermittelt werden müssen“, erklärt Stadträtin Verena Anlauf. „Diese Praxis entwurzelt die Menschen aus ihrem sozialen Umfeld und erschwert familiäre Kontakte erheblich.“

„Wir beobachten mit großer Sorge, dass Betten in der Psychiatrie des Städtischen Klinikums durch Patientinnen und Patienten belegt sind, die eigentlich keiner stationären Behandlung mehr bedürfen, für die jedoch keine angemessenen Anschlusslösungen existieren“, führt Dr. Iris Sardarabady aus. „Dies kann in der Folge dazu führen, dass für akute Behandlungen nicht genügend freie Plätze zur Verfügung stehen.“

Neben den sozialen und gesundheitlichen Aspekten sind auch die wirtschaftlichen Auswirkungen zu beachten. Die derzeitige Situation belastet letztlich den städtischen Haushalt, da für eine nicht-akutmedizinische Versorgung keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt.

Begleitete Wohngemeinschaften und Pflegegemeinschaften bieten die Chance auf mehr Teilhabe und Lebensqualität. Sie können für viele Betroffene eine wichtige Brückenfunktion auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben erfüllen. Eine vorausschauende Planung in diesem Bereich würde nicht nur den Betroffenen und ihren Angehörigen helfen, sondern könnte auch zur finanziellen Entlastung der Stadt beitragen.