Dr. Sonja Klingert, Stadträtin, in der Gemeinderatssitzung am 27.05.2025 TOP14
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebes Gremium,
Lärm macht krank. Lärmschutz ist Gesundheitsschutz.
Kurzfristig werden Stresshormone ausgeschüttet, Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen sich, langfristig können Herz-Kreislauferkrankungen entstehen.
In einer Studie kam es schon innerhalb von 24 Std. bei Mäusen zu Gefäßschädigungen, so das Deutsche Zentrum für Herz- und Kreislaufforschung. Dort heißt es auch: „Lärmbelastung ist damit nach der Feinstaubbelastung zur zweithäufigsten Todesursache unter den Umweltbelastungen aufgestiegen“
Wir wissen das alle, und deshalb sind wir ja heute hier, um den Lärmaktionsplan neu zu beschließen.
Ich wollte hier nur den Kontext geben, weshalb das uns allen wichtig ist und wir versuchen sollten, die Grenzen der Gesetzgebung auszuschöpfen.
Denn wir alle hier sind der Gesundheit unserer Stadtbevölkerung verpflichtet!
Deshalb: Danke für die vorgelegten neuen Pläne; natürlich tragen wir alle Maßnahmen mit.
Aber wir möchten sie an zwei Stellen verbessern, wo wir uns eine große Entlastung der betroffenen Bevölkerung erhoffen.
Deshalb unser Änderungsantrag:
Zum einen, die Karlstraße betreffend. Hier war ursprünglich Tempo 30 tags und nachts angedacht – aber für tagsüber hatte die VBK wegen Fahrzeitverlängerungen Einwände erhoben.
Die Stadtverwaltung selbst hat festgestellt, dass diese realistisch gerechnet bei unter 14 Sekunden liegen werden, damit nicht ausschlaggebend sind.
Außerdem sind hier unterschiedliche Tempobeschränkungen für Straßenbahnen und Autoverkehr möglich.
Weshalb die Verwaltung sich entschlossen hat, die ursprünglich vorgeschlagene Maßnahme nicht beizubehalten, erschließt sich uns nicht.
Deshalb möchten wir das mit dem ersten Teil unseres Änderungsantrags wieder geraderücken und in der Karlstrasse Tempo 30 auch tagsüber anordnen.
Zur Brauerstraße: Hier kam der Hilferuf aus Teilen der Bevölkerung.
Die Lärmkarten sind hier tagsüber tief lila, und nachts deutlich rot gespickt.
Das damit wegzuwischen, dass negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss befürchtet werden, ist unverständlich.
Insbesondere wenn man bedenkt, dass in der Rheinhold-Frank-Straße, also der Verlängerung der Brauerstraße, Tempo 30 funktioniert.
Und der Verkehrsfluss von Rad- und Fußverkehr wird definitiv nicht negativ beeinflusst.
Deshalb fordern wir auch hier einen Lärmschutz in Form eines Tempo 30 Gebots, zumindest nachts.
Auswirkungen auf den Ergebnishaushalt sind bei diesen Maßnahmen vernachlässigbar.
Wir hoffen sehr, dass uns das Gremium zum Schutz der Bevölkerung in beiden Fällen folgt.
Der Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung mehrheitlich angenommen.
