Die grüne Fraktion im Karlsruher Gemeinderat beantragt eine Initiative für eine öffentliche Plakat- und Pressekampagne „Wohnungen für Pflegekräfte“.
Sie soll Vermieter*innen motivieren, bezahlbaren Wohnraum für dringend benötigte Pflegekräfte bereitzustellen. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Seniorenbüro Karlsruhe dafür ein Projektbündnis mit Krankenhäusern sowie stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen zu einzurichten.
„Der Fachkräftemangel in der Pflege hat drastische Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und stellt eine ernsthafte Bedrohung für unser Gesundheitssystem dar“, erklärt Benjamin Bauer, sozialpolitischer Sprecher der grünen Fraktion, und ergänzt: „Ein wesentliches Hindernis bei der Gewinnung von Fachkräften ist die angespannte Wohnraumsituation in Karlsruhe: Pflegekräfte und ihre Familien können sich die hohen Mieten oft nicht leisten und sie können wegen ihrer Schichtdienste auch nicht ins Umland ausweichen.“
Die grüne Initiative orientiert sich an einer erfolgreichen Kampagne in Freiburg, die seit Sommer 2023 bereits zur Vermittlung von 35 Wohnungen für mehr als 50 Menschen geführt hat.
„Viele ältere Menschen haben leerstehende Wohnungen in ihren Häusern, scheuen aber die Vermietung aus Unsicherheit. Pflegekräfte genießen ein hohes Vertrauen und bieten als potenzielle Mieter*innen eine Win-win-Situation für beide Seiten“, führt Verena Anlauf, ebenfalls sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, weiter aus.
Die Grünen-Fraktion sieht in dem Projekt auch einen wichtigen Schritt zur Entlastung des städtischen Haushalts: Im Städtischen Klinikum führen Bettensperrungen durch den Personalmangel zu erheblichen Einnahmeausfällen, die von der Stadt ausgeglichen werden müssen.
Bei Erfolg der Kampagne ist langfristig eine Ausweitung auf Erzieher*innen geplant – eine weitere Berufsgruppe, deren Mangel massive gesellschaftliche Auswirkungen hat.
„Als Grüne setzen wir uns ein für eine lebenswerte Stadt für alle: Menschen, die Pflege benötigen und Menschen, die Pflege leisten, sollen sich in Karlsruhe zuhause fühlen“, so die Grünen abschließend.
