Grüne Fraktion fordert Aufarbeitung der Kinderverschickung von 1945 bis in die 1980er Jahre in Karlsruhe

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Die grüne Gemeinderatsfraktion setzt sich mit einem Antrag für die Aufarbeitung der Kinderverschickung von 1945 bis in die 1980 Jahre in Karlsruhe ein. Die Stadtverwaltung soll ihre Verantwortung und die anderer Karlsruher Institutionen für die Verschickung von Kindern in Erholungsheime untersuchen.

„Für Bürger*innen, die als Kinder in Karlsruher Heime verschickt wurden und dort leidvolle Erfahrungen machen mussten, soll es eine Möglichkeit der biographischen Aufarbeitung geben. Oft haben die über Jahrzehnte andauernde Sprachlosigkeit und Verdrängung von erlittenen Demütigungen als Kind Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit bis ins Alter“, erklärt Verena Anlauf, Sprecher*in der grünen Fraktion für Soziales und Gesundheit.

Dr. Susanne Heynen, Sprecher*in für Erinnerungskultur, fasst zusammen: „Es geht darum, ein Gesamtbild der Kinderverschickung aus kommunaler Sicht zu gewinnen. Die Studie soll auf bereits vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauen und einen Überblick über beteiligte Akteure, Praktiken und Strukturen geben.“

Der Antrag sieht vor, dass die Stadt eine Studie auf der Grundlage von Dokumenten sowie Gesprächen mit Zeitzeug*innen in Auftrag gibt. Aus deren Ergebnissen könne dann abgeleitet werden, ob und in welcher Form eine wissenschaftliche Aufarbeitungsstudie mit Interviews von Betroffenen sinnvoll ist.