Haus R von ViDia für gemeinwohlorientierte Zwecke nutzen, Erwerb prüfen

Rede von Verena Anlauf zu TOP 9.1. der Gemeinderatssitzung am 20.01.2025

Herr Oberbürgermeister, liebe Anwesende,

der interfraktionelle Antrag auf Prüfung, Haus R zu kaufen,  wurde von der SPD; KAL, den Linken, Volt, Friedemann Kalmbach von Für Karlsruhe, Max Braun von für die Partei und uns eingebracht.

Beim interfraktionellen Ergänzungsantrag zu dem ich jetzt spreche haben alle genannten Fraktionen, außer Max Braun und Friedemann Kalmbach unterschrieben. Die letztgenannten konnten auf die Schnelle nicht mehr erreicht werden.

Was für eine Chance für Karlsruhe! Eine, die in dieser Art nach meiner Vorstellung, so nie wieder kommt!

Da haben wir Gebäude, die barrierefrei sind, weitesgehendst fit im Brandschutz. Gebäude, von denen man wie bei allen Gebäuden – auch bei neu erstellten – nicht ganz genau weiß, in welchem Zustand sie sind, immerhin wurden sie aber vor ca. 10 Jahren renoviert.

Auf der anderen Seite haben wir in Karlsruhe mindestens 20 und bald deutlich mehr Jugendliche mit starker Behinderung, für die es nach der Schule keine Pflege WG und keine Tagesförderung gibt. Die Eltern, meist die Mütter,  kündigen jetzt schon ihren Job. Die Elterninitiative dazu ist in Gesprächen mit einem Träger, der starkes Interesse hat, hier aktiv zu werden, aber keinen Bauplatz findet. Beide Seiten halten Haus R für eine einmalige Lösung.

Und: Der Mangel an barrierefreiem Wohnen für Ältere wird immer größer. Eine einmalige Gelegenheit, in Haus R z.B. barrierefreies Wohnen mit Service und ambulanter Pflege aufzubauen.

 Im Rahmen von einer gemeinschaftlichen Wohninitiative kann sich gegenseitig unterstützendes Wohnen Alt mit Jung verwirklicht werden. Es könnten bezahlbare Wohnungen auch für Alleinerziehende entstehen, die froh über Hilfe von Älteren wären.  Haus R könnte zu einem Kristallisationspunkt der sozialen Quartiersarbeit in Rüppurr werden. Einsamkeit kann so vorgebeugt werden. Karlsruhe ist bezüglich gemeinschaftlichem Wohnen unter den großen Städten sowieso hintendran.

Ein Verfahren „Wohnen nach Konzept“ durchzuführen, um eine passende fähige Initiative auszuwählen, muss das Ziel sein.

Beide Seiten – das Gebäude und die Bedarfe passen also optimal zusammen.

Deshalb wollen wir, dass die Stadt zügig ein Gutachten erstellen lässt, um den Zustand des Hauses zu klären, zu klären, ob der Preis dem Angebot entspricht und eine entsprechende  Beschlussvorlage vorzulegen.

Alternativ besteht die Gefahr, dass hier eine teure Wohnungsanlage entsteht.

Was für eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen sollten!

Danke!