bei der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember 2024,, zum TOP 35
Lieber Herr Oberbürgermeister, liebes Gremium, liebe Kolleg*innen von der CDU, wir können die Motivation für Ihren Antrag sehr gut verstehen.
Wir alle lieben die Waldweihnacht mit dem Flair der hohen Bäume, und auch die Schausteller*innen kommen auf ihre Kosten.
Aber erinnern wir uns doch zurück an den Aufschrei vor einigen Jahren, als wegen der Umbaumaßnahmen in der Kaiserstraße ein Teil des traditionellen Weihnachtsmarktes auf den Friedrichsplatz verlagert werden sollte – ähnlich groß wie heute, wo er von dort wieder wegziehen soll.
Wir sehen es immer wieder – Menschen mögen keine Veränderung – bis sie eintritt, und man sich daran gewöhnt.
Und dennoch – die Waldweihnacht ist schön, und das wollen wir gar nicht in Abrede stellen.
Aber es gibt mehrere Gründe, weshalb der Platz langfristig für die Waldweihnacht ungeeignet ist, und wir weshalb den Antrag ablehnen:
1. Die Bäume, die zum Großteil über 100 Jahre alt sind. Sie sind durch die mit der Veranstaltung einhergehende Bodenverdichtung gefährdet, durch Fahrbelastung und Trittbelastung.
Schon 2018 gab es ein Gutachten mit dem Ergebnis, dass der Erhalt der Bäume dauerhaft nur möglich ist, wenn auf Großveranstaltungen auf dem Platz gänzlich verzichtet wird.
2. Die Hitze: Wir brauchen zur Klimaanpassung so viel Grün und so viele Bäume wie möglich. Denn wir möchten ja, dass die Menschen den Weg in die Stadt nicht nur zur Weihnachtszeit finden, sondern das ganze Jahr über. Und auch Herr Pfannkuch von der CDU sagte ja gerade ein paar TOPs weiter vorne, dass die Hitze kein Mensch mehr aushalten könne. Ein Grund, den Friedrichsplatz als „grüne Oase“ zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Genau dazu wurde im Juni der Beschluss gefasst, einen bundesweiten Gartenbauwettbewerb auszuloben.
Die weitere Nutzung für die Waldweihnacht würde die Gestaltungsfreiheit eines solchen Wettbewerbs stark einschränken.
3. Die erheblichen Kosten, dadurch, dass jährlich der Staketenzaun errichtet und die Holzhackschnitzel verteilt werden müssen.
Die Stellungnahme erläutert ja, dass sich der Kostendeckungsgrad durch einen Wegfall dieser Kosten um über 10 %-Punkte auf knapp 80 % verbessern ließe. Und gerade in der letzten Sitzung haben wir ja über die hohen Kosten des Weihnachtsmarktes geredet!
Aber was machen wir denn nun mit der Waldweihnacht und auch der Verbindung zum Kinderland?
Wir Grünen trauen dem Marktamt zu, sich ein Konzept zu überlegen, dass neben dem Marktplatz statt dem Friedrichsplatz die Kaiserstraße bespielt; und eventuell schließen wir zum Kinderland in L-Form auf.
