Die grüne Gemeinderatsfraktion begrüßt, dass die Stadt Karlsruhe alle bisher nicht eindeutig aberkannten Ehrenbürgerschaften für nationalsozialistische Funktionsträger*innen aus den 1930er Jahren nun explizit aberkennt. Einen entsprechenden Beschluss hat die Stadtverwaltung für die Gemeinderatssitzung am 22. Oktober vorgelegt.
Stadtrat Benjamin Bauer erläutert: „Eine Publikation des Generallandesarchivs im Mai dieses Jahres hat darauf aufmerksam gemacht, dass Karlsruhe sowie die eingemeindeten Ortschaften eventuell nicht alle Ehrenbürgerwürden, die in den 1930er Jahren an Nationalsozialisten verliehen worden waren, eindeutig aberkannt hat. Als grüne Fraktion haben wir die Stadt sofort dazu aufgefordert, dies zu prüfen und eventuell notwendige Aberkennungen vorzunehmen.“
Die Prüfung von Stadtarchiv und Zentralem Juristischen Dienst hat ergeben, dass die damals selbstständige Gemeinde Grötzingen im März 1946 und die Stadt Karlsruhe im April 1946 solche Ehrenbürgerwürden formal aberkannt haben. Diese Aberkennung gilt auch für Durlach, das 1938 eingemeindet worden war.
Die Ehrenbürgerschaften der Orte Teutsch- und Welschneureut wurden bis zur ihrer Eingemeindung nach Karlsruhe 1975 jedoch nicht eindeutig aufgehoben, obwohl sie mit dem Tod der betreffenden Personen offiziell als erloschen galten.
„Wir freuen uns, dass die Stadt nun unzweifelhaft klargestellt hat, dass Nationalsozialismus und Rassismus in Karlsruhe keinen Platz haben. Personen, die sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht oder den Weg in die nationalsozialistische Diktatur wesentlich geebnet haben, werden in unserer Stadt nicht gewürdigt. Mit dieser formalen Aberkennung setzen wir ein weiteres Zeichen für Demokratie und Toleranz“, so Jorinda Fahringer, Fraktionsvorsitzende der Grünen.
Die Fraktion schließt mit der Aussage: „Karlsruhe ist und bleibt eine bunte und tolerante Stadt.“
