Biodiversität und Klimaanpassung: Schulgartenentwicklung in Karlsruhe

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Antrag zur Vorberatung im Fachausschuss:

  1. Die Stadtverwaltung erstellt einen Bericht über die Schulgartenentwicklung in Karlsruhe seit 2015 bis zum aktuellen Stand im Schuljahr 2023/2024.
  2. Sie berücksichtigt dabei, welche Unterstützung das Gartenbauamt bisher geleistet hat und aktuell aufgrund von zeitlichen und personellen Ressourcen noch leisten kann.
  3. Sie fördert und unterstützt proaktiv die Vernetzung der Schulgärten, wie sie aktuell vom Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe initiiert wurde.
  4. Sie prüft, inwieweit Mittel aus den Budgets für Klimapanpassung und Biodiversität bzw. Restmittel aus dem Klimaschutzfonds für die Entwicklung von Schul- bzw. Biodiversitätsgärten zur Verfügung gestellt werden können. Mit einem kleinen Starterbudget sollen die Schulen motiviert und unterstützt werden, die bisher noch keinen Schul- bzw. Biodiversitätsgarten eingerichtet haben. 

Begründung/Sachverhalt:

Schulgärten sind ein wichtiges Element der Natur- und Umweltbildung an Schulen. Deshalb sind sie auch als Lernorte in den Bildungsplänen der allgemeinbildenden Schularten aufgeführt. Die Kreisläufe der Natur und ihre ökologischen Zusammenhänge werden anschaulich und praxisorientiert vermittelt. Dazu gehören auch die Themen Biodiversität, Klimaanpassung und Klimaschutz.

Bereits 2015 hatte die grüne Fraktion einen Antrag zum Stand der Schulgartenentwicklung in den Gemeinderat eigebracht. In der Stellungnahme hat die Stadtverwaltung berichtet, dass nur 17 von 44 Grundschulen über einen Schulgarten oder über Hochbeete verfügen. Aber auch bei den Schulen der Sekundarstufe hatten nur die Hälfte oder zwei Drittel der Schulen einen Schul- oder Biodiversitätsgarten. Seit 2015 liegen uns keine Informationen über die Schul- bzw. Biodiversitätsgartenentwicklung an Schulen mehr vor.

Bislang unterstützt das Gartenbauamt auf Nachfrage die Schulen durch Lieferung von Material wie Erde, Einfassungen, Hochbeete und Pflanzen. Mit diesem Antrag wollen wir erreichen, dass die Stadtverwaltung die Schulgartenentwicklung proaktiver unterstützt. Aktuell hat das Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung der PH Karlsruhe mit engagierten Eltern, Lehrkräften und Vertreter*innen aus dem Regierungspräsdium das Schulgarten-Netzwerk Karlsruhe gegründet. Durch Vernetzung und Austausch sollen alle Beteiligten in der Arbeit im und mit ihrem Schulgarten gefördert werden, sich gegenseitig unterstützen. Es ist wichtig, dass sich auch die Stadt Karlsruhe in dieses Netzwerk einbringt.

Viele Schulen und Lehrpersonen befürchten viel Arbeit mit einem Schulgarten. Deshalb ist es wichtig, einen Weg zu wählen, bei dem die Schulen ohne Vorwissen und mit wenig Aufwand beginnen können. Einstiege können schon Totholzhaufen und Steinhaufen für Reptilien oder die Anlage einer Trockenmauer oder ein Hochbeet sein. Dazu ist es allerdings notwendig, eine geeignete fachliche und pädagogische Beratung auf Honorarbasis zu bekommen. Dazu sollen Mittel von rund 3.000 € pro Jahr für Starterbudgets zur Verfügung gestellt werden. Die Summe könnte aus Mitteln für Biodiversität und Klimaanpassung sowie ggf. aus Restmitteln des Klimaschutzfonds bereitgestellt werden.

Unterzeichnet von:

Renate Rastätter              Aljoscha Löffler                 Benjamin Bauer     
Christine Großmann         Johannes Honné              Christine Weber

Für den Schulausschuss am 20. November 2024 erhielten wir eine ausführliche Darstellung der aktuellen Situation. Interessierte Schulen und Lehrende können sich mit ihren Ideen gern an das Gartenbauamt wenden und sich um Zuschüsse für die Einrichtung von Schulgärten bewerben.
Wir werden das Thema weiter verfolgen!