Gerade beim Übergang Schule Beruf ist dies ein wichtiger Schritt im Hinblick auf mehr Bildungsgerechtigkeit
AVdual ist weit mehr als ein schulisches Angebot. Es ist ein zentraler Baustein unseres gesamtstädtischen Ziels: Kein junger Mensch darf verloren gehen. Vor zehn Jahren als Modellprojekt eingeführt, wurde AVdual nach überzeugenden Evaluationen ins Regelangebot überführt. Auch Karlsruhe hat sich verpflichtet, den vollständigen Ausbau bis 2026/27 abzuschließen.
Jetzt steht die Streichung zur Debatte. Das wäre ein Rückschritt, den wir uns bildungs- und sozialpolitisch nicht leisten können. Denn es geht um Jugendliche, die besondere Unterstützung brauchen – und die ohne dieses Angebot tatsächlich verloren zu gehen drohen.
AVdual richtet sich an junge Menschen, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. In dieser sensiblen Phase entscheidet sich, ob der Einstieg ins Berufsleben gelingt. AVdual ist das letzte schulische Zeitfenster, in dem wir noch wirksam Einfluss nehmen können. Was AVdual erfolgreich macht, ist sein ganzheitlicher Ansatz: die Verzahnung von Unterricht, Praktika und individueller Begleitung. Die Zahlen belegen das: Im letzten Schuljahr wurden 44 von 151 Schüler*innen – also 29 % – in Ausbildung vermittelt. Vergleichbare Bildungsgänge ohne AVdual erreichen nur etwa 10 %.
Wir wissen: Je länger Jugendliche ohne Ausbildung bleiben, desto teurer wird ihre spätere Integration. AVdual setzt früh an und verhindert nicht nur individuelles Scheitern, sondern auch hohe gesellschaftliche Folgekosten. Gerade jetzt, wo die Zahl junger Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss wieder steigt. Wenn wir an Bildungsgerechtigkeit festhalten wollen, dürfen wir nicht an der Stelle sparen, an der sich entscheidet, ob junge Menschen den Anschluss finden oder dauerhaft abgehängt werden.
