Werkraum – Rücknahme der Kürzungen (HHS4_GR 50)

Teilhaushalt: 4100, Kultur

Höhe der beantragten Mittel: 16.180 (2026), 16.180 (2027), 16.180 (2028), 16.180 (2029) 16.180 (2030)

Begründung:

Werkraum Karlsruhe e.V. leistet seit vielen Jahren einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen in Karlsruhe. Der Werkraum ist ein freier, interdisziplinärer Kulturort, der Theater, Film, Musik und Soziales verbindet. Mit altersgestuften Theaterclubs schafft er kontinuierliche kreative Lern- und Erfahrungsräume für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Besonders hervorzuheben ist das inklusive Konzept: Professionelle Kulturschaffende arbeiten gemeinsam mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, mit Flucht- oder Migrationsgeschichte sowie mit unterschiedlichen Bildungs- und sozialen Hintergründen. In Kooperation mit der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Karlsruhe realisiert der Werkraum regelmäßig theaterpädagogische Projekte mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Diese Arbeit schafft Orte des Ankommens, der Begegnung und des kulturellen Ausdrucks – gelebte Integration durch Kultur. Regelmäßige Kooperationen mit Schulen, u. a. im Programm „Schule und Kultur“, unterstreichen die Bedeutung des Werkraums für den Bildungsbereich.

Der Werkraum ist damit weit mehr als ein Kulturprojekt: Er ist ein sozialer Erfahrungsraum, der niedrigschwellige Zugänge zur kulturellen Teilhabe eröffnet und Chancengerechtigkeit fördert. Aus seinem sozial gerechten Selbstverständnis heraus hält der Verein die Teilnahmebeiträge bewusst niedrig und gewährt Inhaber*innen des Karlsruher Passes ermäßigte Konditionen.

Das Anliegen, Familien finanziell zu entlasten, wird verfolgt, obwohl die verfügbaren Mittel – einschließlich des Personals – äußerst begrenzt sind und die Einrichtung dauerhaft am Limit ihrer Kapazitäten arbeitet. Eine Reduzierung der institutionellen Förderung hätte zwangsläufig eine Verringerung des Kursangebots, personelle Einschnitte sowie den Abbau wertvoller Zugänge zu Theater und Kultur für Kinder und Jugendliche zur Folge.

Aljoscha Löffler, Jorinda Fahringer und GRÜNE Fraktion
Kien Nguyen, Adina Geißinger, Fabian Gaukel VOLT Fraktion
Anne Berghoff, Tanja Kaufmann und Die Linke Fraktion
Lüppo Cramer, Sonja Döring, Michael Haug KAL Fraktion

Der Antrag fand eine breite Mehrheit im Gemeinderat.