Grüne beantragen Konzept gegen Lichtverschmutzung

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Positive Wirkungen für Naturschutz und Energieeinsparung

Über die Hälfte der Tiere in Deutschland sind nachtaktiv. Sie alle nehmen Schaden durch die heute übliche Beleuchtung in der Stadt. Da dieses Problem erkannt wurde hat das Land Baden-Württemberg das Landesnaturschutzgesetz 2023 novelliert.

Die Grüne Gemeinderatsfraktion beantragt, dass die Stadt Karlsruhe diese Novellierung auch konsequent umsetzt. Vor allem soll die öffentliche Straßenbeleuchtung bis 2030 auf insektenfreundliche Systeme umgestellt und zudem die Beleuchtung in Anwohnerstraßen in den tiefen Nachtstunden um bis zu 70% gedimmt werden. Auch sollen die vorgeschriebenen Einschränkungen der Fassadenbeleuchtung von öffentlichen und privaten Gebäuden durchgesetzt werden.

„Lichtverschmutzung ist ein gravierendes, jedoch oft unterschätztes Umweltproblem mit weitreichenden Folgen für die Biodiversität und den Biorhythmus von Menschen und Tieren“, erklärt Dr. Sonja Klingert, Sprecherin der Fraktion für Naturschutz. „Der sogenannte ‚Staubsaugereffekt‘ bei künstlicher Beleuchtung, zum Beispiel, führt zum Tod zahlreicher Insekten und reduziert das Nahrungsangebot für Fledermäuse und Nachtvögel erheblich.“

Dr. Clemens Cremer, energiepolitischer Sprecher der grünen Fraktion, ergänzt: „Die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen sichern nicht nur wertvolle Lebensgrundlagen, sondern sind auch wirtschaftlich vorteilhaft. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz kann eine zeitliche Begrenzung der Straßenbeleuchtung die jährlichen Kosten um 30 bis 60 Prozent senken. Wir fordern daher die Verwaltung auf, die zu erwartenden Einsparungen für die nächsten zehn Jahre detailliert darzustellen.“

Die Grüne Fraktion erwartet eine konstruktive Diskussion des Antrags und hofft auf breite Unterstützung für dieses wichtige Umweltschutzvorhaben.