Sandsteinstele im Dörfle als Gedenkort für Sinti und Roma

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Grüner Antrag initiiert Umsetzung

Nach jahrelangen Bemühungen wird in Karlsruhe nun ein würdiger Gedenkort für die Sinti und Roma entstehen, die während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden. Die Gemeinderatsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte Anfang des Jahres einen Antrag zur Errichtung einer Sandsteinstele eingebracht, der nun umgesetzt wird.

„Es ist höchste Zeit, dass wir in Karlsruhe einen Ort des Gedenkens für die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma schaffen“, erklärt Dr. Susanne Heynen, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Erinnerungskultur. „Wir freuen uns, dass dieses wichtige Erinnerungsprojekt nun endlich Wirklichkeit wird.“

Am 16. Mai 1940 wurden über 200 in Karlsruhe und der Pfalz lebende Sinti und Roma deportiert. Im Zuge ihrer rassenideologischen Vernichtungspolitik ermordeten die Nationalsozialisten bis 1945 zwischen 220.000 und 500.000 europäische Sinti und Roma – ein als „Porajmos“ bekannter Völkermord.

Bereits 2015 – zum 75. Jahrestag der Deportation – war geplant, eine rote Sandsteinstele mit Glastafel zu errichten. Dies konnte am ursprünglich vorgesehenen Standort jedoch nicht realisiert werden. Die grüne Gemeinderatsfraktion hat zu Beginn des Jahres das Projekt wieder aufgegriffen. Als Aufstellungsort der Stele ist voraussichtlich der Waldhornplatz im „Dörfle“ vorgesehen – ein Ort mit konkretem historischem Bezug, da dort viele der später deportierten Sinti- und Roma-Familien lebten.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen betont die Bedeutung von Erinnerungsorten für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und die Bekämpfung des bis heute verbreiteten Antiziganismus. „Angesichts der steigenden Zahl antiziganistischer Angriffe ist es wichtiger denn je, an das Leid der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma zu erinnern“, so Benjamin Bauer, Mitglied im Kulturausschuss und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Mit diesem Gedenkort setzen wir ein wichtiges Zeichen gegen Diskriminierung und für eine offene, tolerante Gesellschaft.“