Grüner Antrag für mehr Quartiersorientierte Pflegekonzepte für selbstbestimmtes Wohnen in Karlsruher Vierteln
Die Fraktion Grüne im Karlsruher Gemeinderat hat erreicht, dass sich die Stadtverwaltung grundsätzlich für eine Ausweitung des sogenannten „Bielefelder Modells“ auf weitere Karlsruher Quartiere ausspricht. Ein grüner Antrag dazu wurde am 9. Juli 2025 öffentlich im Sozialausschuss beraten.
Das Bielefelder Modell verbindet Wohnen, Versorgung und soziales Miteinander und ermöglicht älteren Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf, in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu bleiben. Seit 2012 betreibt die AWO Karlsruhe in Kooperation mit der städtischen Volkswohnung GmbH bereits erfolgreich das Quartiersprojekt „Gut versorgt daheim – selbstbestimmt wohnen ohne Betreuungspauschale“ im Rintheimer Feld.
„Angesichts der sich zuspitzenden Situation in der stationären Pflege – wie die kürzlich erfolgte Schließung eines Pflegeheims mit 120 Betten zeigt – müssen wir alternative Konzepte stärken“, erklärt Verena Anlauf, sozialpolitische Co-Sprecherin der Grünen Gemeinderatsfraktion. „Das Bielefelder Modell hat sich bewährt und sollte auf weitere Karlsruher Quartiere ausgeweitet werden.“
Die Stadtverwaltung hat in ihrer Stellungnahme signalisiert, dass eine Ausweitung des Modells möglich sei, wenn Wohnungsbaugesellschaften und ambulante Dienste gemeinsam aktiv werden Die städtische Volkswohnung GmbH hat bereits Interesse bekundet, weitere Standorte – insbesondere im Mühlburger Feld und in Oberreut – zu entwickeln.
„Wir begrüßen, dass die Verwaltung Gespräche mit der Volkswohnung und weiteren Wohnungsbaugesellschaften führen will. Allerdings reicht es nicht aus, wenn sich die Stadt nur als Impulsgeberin und Moderatorin sieht“, betont Benjamin Bauer, Co-Sprecher für Sozialpolitik und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Wir fordern eine aktivere Rolle der Stadt bei der Koordination und Unterstützung dieser wichtigen Entwicklung.“
Die Grünen werden die weiteren Entwicklungen aufmerksam begleiten und darauf drängen, dass trotz personeller Engpässe in der Stadtverwaltung zeitnah konkrete Fortschritte erzielt werden. „Auch für die Karlsruher*innen, die im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, soll unsere Stadt lebenswert bleiben“, so die Grünen abschließend.
Über das Bielefelder Modell: Das Konzept verbindet ambulante Pflegeangebote mit Wohnraum und ehrenamtlichem Engagement. Ein Sozialträger koordiniert vor Ort Hilfe und Betreuungsangebote. Gemeinschaftseinrichtungen wie Wohn-Cafés fördern soziale Kontakte und nachbarschaftliche Hilfen.
