Verkehrswende konkret – Ampelschaltungen für ÖPNV, Fuß- und Radverkehr noch konsequenter optimieren

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Grüne Fraktion zur Stellungnahme der Stadt auf eine Gemeinderats-Anfrage

Die im Mai 2024 vom Gemeinderat beschlossene Priorisierung des Umweltverbunds an Ampeln  trägt bislang  wenig Früchte. Mit diesem Beschluss hatte sich die Stadt Karlsruhe dazu verpflichtet, die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr sowie den öffentlichen Verkehr spürbar weiter zu verbessern.

„Grundsätzlich sind wir in Karlsruhe bei der Umsetzung einer noch klima- und menschenfreundlicheren Verkehrspolitik auf einem guten Weg. Gerade bei den Ampelanlagen könnten wir entsprechend unserer Beschlüsse aber noch konsequenter sein“, erklärt Christian Klinkhardt, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Gemeinderatsfraktion, als Reaktion auf die Stellungnahme der Verwaltung auf eine Anfrage zum Thema.

Laut ADFC-Fahrradklimatest gehören die Ampelschaltungen für den Radverkehr mit der Note 3,9 zu den am negativsten bewerteten Kategorien. Hier sollte die Verwaltung also aktiv werden.

„In Karlsruhe wurden bereits drei Kreuzungen nach den neuen Standards umgebaut, darunter die Lichtsignalanlage an der Kriegsstraße/Hirschstraße. Sie wurde im Mai 2025 in Betrieb genommen und ist für Fußgänger*innen und Radfahrende optimiert. Diese Maßnahmen begrüßen wir“, so Stadträtin Ceren Akbaba, ebenfalls für Mobilität Zuständige der Fraktion.

Der Gemeinderat hat 2024 beschlossen, dass die Verwaltung die E-Klima-Richtlinie der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen anerkennt und anwendet. Dieses Dokument empfiehlt unter anderem, dass die maximale Wartezeit für zu Fuß Gehende und Radfahrende an Ampeln 55 Sekunden nicht überschreiten soll. Dies wird insbesondere erreicht durch verkehrsabhängige Ampelschaltungen und kürzere Freigabezeiten je Richtung, damit es für alle schneller wieder grün wird.

„Karlsruhe war bereits bei der Bevorrechtigung des ÖPNV an Lichtsignalanlagen Vorbild für andere Großstädte. Jetzt sollten wir auch bei den Ampeln für den Fuß- und Radverkehr die nächsten Schritte gehen“, so die Grünen.

„Die Verkehrswende gelingt nur, wenn bei der Infrastruktur die Bedürfnisse derjenigen Menschen konsequent einbezogen werden, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV unterwegs sind. Mit der weiteren Optimierung der Ampelschaltungen machen wir Karlsruhe zu einer lebenswerten Stadt, in der klimafreundliche Mobilität den Vorrang erhält.“

Hintergrund:

Die E-Klima-Richtlinie der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) aus dem Jahr 2022 bietet konkrete Empfehlungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Im Bereich der Lichtsignalanlagen empfiehlt sie unter anderem kürzere Wartezeiten für den Umweltverbund (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) und die Verstetigung des Verkehrsflusses.