Die Stadt Karlsruhe weist weiterhin an der Nachfrage der Carsharing-Anbieter orientiert allgemeine Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Raum aus, damit noch mehr Menschen Zugang zur Mobilität mit geteilten KFZ erhalten.
Im Rahmen des IQ-Leitprojekts „Parkraummanagement“ evaluiert die Verwaltung dieses Vorgehen und prüft die Vergabe von konkreten Carsharing-Unternehmen zugeordneten Carsharing-Stellplätzen mit einem einfachen unbürokratischen Interessensbekundungsverfahren.
Begründung/Sachverhalt:
Karlsruhe gilt bundesweit als Vorreiterstadt beim Carsharing: Keine andere Kommune in Deutschland weist so viele Teilnehmende im Verhältnis zur Bevölkerungszahl auf. Und damit ist Karlsruhe erfolgreich: Die Anzahl der privaten PKW und damit der Flächenverbrauch gehen in der Stadt tatsächlich zurück, während die Mobilitätsoptionen noch vielfältiger werden.
Zudem ist Carsharing für viele Nutzer*innen wirtschaftlich attraktiv: Bis zu einer jährlichen Fahrleistung von etwa 12.000 Kilometern ist Carsharing günstiger als ein eigenes Auto. So wird die Mobilität mit dem Auto allen Menschen unabhängig vom Einkommen zugänglich.
Die Steigerung der Mitgliedszahlen von jährlich über 10% zeigen: Die Nachfrage wächst. Damit Carsharing langfristig angenommen und zuverlässig nutzbar bleibt, muss das Angebot in allen Stadtteilen mit der Nachfrage mithalten. In mehreren Quartieren stößt der Anbieter Stadtmobil bereits an Grenzen, weil keine privaten Stellflächen mehr angemietet werden können. Ohne zusätzliche öffentliche Stellplätze droht eine sinkende Verfügbarkeit – was wiederum die Attraktivität des Systems gefährdet.
In Stadtteilen mit hoher Nachfrage müssen daher gezielt weitere Carsharing-Stellplätze ausgewiesen werden – insbesondere, um mittelfristig durch die Reduktion privater Fahrzeuge den Parkdruck insgesamt zu senken. Studien belegen: Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt bis zu zehn private Pkw. Auch wenn nicht jeder Haushalt vollständig auf ein eigenes Auto verzichten kann, sind die Potenziale für eine flächeneffiziente und nachhaltige Mobilität in Karlsruhe noch lange nicht ausgeschöpft – zumal bereits der durch Carsharing ermöglichte Verzicht auf ein Zweitauto, wie er vielerorts praktiziert wird, einen wichtigen Beitrag leistet.
Unterzeichnet von:
Christian Klinkhardt, Ivo Dujmović, Ceren Akbaba, Aljoscha Löffler
Dr. Sonja Klingert, Fraktion GRÜNE
Yvette Melchien, Dr. Raphael Fechler, Sibel Uysal, SPD-Fraktion.
Im letzten Planungsausschuss am 15. Juli 2025 wurde eine Stellungnahme vorgelegt, die aus unserer Sicht deutlich zu unambitioniert ist. Zwar wurde betont, dass in Karlsruhe bereits knapp 200 Carsharing-Stellplätze ausgewiesen und für die „Stadtflitzer“ 300 Ausnahmengenehmigungen für Anwohnerzonen erteilt wurden. Gleichzeitig wurde jedoch auch klargestellt, dass die Stadt die Bereitstellung zusätzlicher Stellplätze trotz jährlich zweistelliger Wachstumsraten bei den Mitgliedszahlen derzeit stark bremst.
Wir sind überzeugt, dass die Stadt hier wesentlich stärker unterstützen muss – insbesondere in den Stadtteilen, in denen es kaum Tiefgaragen für stadtmobil gibt. Jeder neu geschaffene Carsharing-Stellplatz macht potenziell mehrere private Pkw überflüssig und schafft so dringend benötigten Raum für andere Nutzungen – sei es für Grünflächen, sichere Fuß- und Radwege oder Aufenthaltsflächen.
Wir setzen uns also weiter mit künftigen Anträgen dafür ein, dass das Tempo bei der Ausweisung neuer Carsharing-Stellplätze wieder deutlich erhöht wird.
