Bedarfsgerechte Angebote für Menschen in Grundsicherung

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Grüne Fraktion fordert Analyse und Entwicklung langfristiger
Perspektiven

Die grüne Gemeinderatsfraktion hat einen Bericht zum Bereich „Aktivierung, Teilhabe und Tagesstrukturierung für Menschen in Grundsicherung“ seit 2008 beantragt. Der Antrag soll die Entwicklung dieses wichtigen sozialpolitischen Bereichs über die letzten 17 Jahre transparent machen.

Seit dem Jahr 2005 besteht der gesetzliche Auftrag, Menschen, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten, zu beraten und präventive Hilfe zu leisten.

In Karlsruhe haben seit vielen Jahren verschiedene Träger Angebote zur Beschäftigung und Teilhabe für Menschen in Grundsicherung bereitgestellt. Dabei sind 60 bis 70 Prozent dieser Personengruppe erwerbsunfähig, während andere sich bereits im Rentenalter befinden. Diese Menschen sind froh, etwas Sinnvolles tun zu können, Kontakt zu anderen Menschen und einen strukturierten Tag zu haben.

„Angesichts des demografischen Wandels und der zu erwartenden Zunahme von Altersarmut müssen wir jetzt handeln“, erklärt Verena Anlauf, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion. „Wir brauchen langfristige Konzepte, die Menschen auch beim Übergang und in der Rente auffangen und ihnen weiterhin Struktur und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Dies betrifft besonders z.B. psychisch kranke Menschen und wirkt sich auch positiv auf Familien und Kinder aus.“

Benjamin Bauer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender ergänzt: „Menschen, die heute durch Arbeitsgelegenheiten oder kommunale Beschäftigungsstellen eine Tagesstruktur haben, dürfen nicht plötzlich bei Renteneintritt sich selbst überlassen werden. Die Gefahr von Vereinsamung, gesundheitlichen Rückschlägen und zusätzlichen finanziellen Belastungen ist real und muss durch vorausschauende Sozialplanung abgefedert werden.“

Die Grünen verweisen auf positive Erfahrungen mit aufsuchenden Hilfsangeboten, bei denen Mitarbeitende des Fachbereichs Soziales und Teilhabe Hausbesuche bei Sozialhilfebeziehenden durchführen. Diese Maßnahme wurde von den Betroffenen sehr gut angenommen und ermöglichte gleichzeitig einen besseren Einblick in deren Lebenssituation.

Der Antrag zielt darauf ab, dass die Verwaltung dem Gemeinderat die aktuellen und zukünftigen Bedarfe für diesen Bereich präsentiert. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die sozialen und ökonomischen Folgen gelegt werden, die entstehen könnten, wenn keine bedarfsgerechten Angebote geschaffen werden.