Die Gemeinderatsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat einen Antrag zur Errichtung einer Gedenkstele für die am 16. Mai 1940 deportierten und ermordeten Karlsruher Sinti*zze und Rom*nja eingebracht. Ziel der Fraktion ist, noch im Jahr 2025 zum 85. Jahrestag der Deportation einen konkreten Erinnerungsort zu benennen.
„Es ist höchste Zeit, dass wir in Karlsruhe einen würdigen Ort des Gedenkens für die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti*zze und Rom*nja schaffen“, erklärt Dr. Susanne Heynen, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Erinnerungskultur. „Die bereits 2015 geplante rote Sandsteinstele konnte bisher aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, nun zügig einen geeigneten Standort vorzuschlagen.“
Die Grünen-Fraktion betont die Bedeutung von Erinnerungsorten für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und die Bekämpfung des bis heute verbreiteten Antiziganismus, der besonderen Form des Rassismus, die sich gegen Sinti*zze, Rom*nja, Fahrende, Jenische und andere Personen richtet, die von der Mehrheitsgesellschaft als ‚Zigeuner‘ stigmatisiert werden. „Angesichts der steigenden Zahl antiziganistischer Angriffe ist es wichtiger denn je, an das Leid der verfolgten und ermordeten Sinti*zze und Rom*nja zu erinnern“, so Benjamin Bauer, Mitglied im Kulturausschuss und stellvertretender Fraktionsvorsitzender abschließend.
