Mobilität und Wohnen zukunftsfähig machen

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Beitrag für die Stadtzeitung von Christian Klinkhardt

Foto: Samuel Mindermann

Endlich ist es soweit: Am 17.12.2024 wird im Gemeinderat eine neue Stellplatzsatzung für Karlsruhe zur Abstimmung stehen. Doch warum ist diese Satzung so wichtig, und welche Vorteile bringt sie mit sich?

Weniger teure Stellplätze –
mehr bezahlbarer Wohnraum

Heute werden auf Grund von gesetzlichen Bestimmungen im Rahmen vieler Neubauprojekte Tiefgaragen und andere Parkplätze gebaut, die am Ende bei Weitem nicht alle benötigt werden, bzw. wegen ihrer hohen Kosten nicht angemietet werden. Solche ungenutzten Parkplätze belasten nicht nur die Umwelt, sondern treiben vor allem die Baukosten in die Höhe. Diese Kosten werden auf die Mieter*innen oder Käufer*innen umgelegt, was Wohnungen unnötig verteuert. Mit der neuen Stellplatzsatzung schaffen wir die Möglichkeit, flexibler auf den tatsächlichen Bedarf einzugehen und die Zahl der nötigen Stellplätze zu reduzieren. So fördern wir bezahlbares Wohnen.

Mehr Platz für Fahrräder

Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen verändern sich: Fahrräder – insbesondere hochwertige E-Bikes, Kinderanhänger oder Lastenräder – gewinnen rasant an Bedeutung. Gleichzeitig brauchen solche Räder sichere Abstellmöglichkeiten, die vor Witterung, Diebstahl und Vandalismus schützen. Die neue Satzung präzisiert die bestehenden gesetzlichen Regelungen für Fahrradstellplätze und schafft Raum für moderne Mobilität.

Kein Verbot,           
sondern Marktflexibilität

Ein wichtiger Punkt: Diese Satzung richtet sich nicht „gegen das Auto“, wie verschiedentlich behauptet wird. Bauherr*innen können weiterhin so viele Stellplätze errichten, wie sie möchten. Was sich ändert, ist die Flexibilität. Die Bauherrinnen und Bauherren entscheiden, ob zusätzliche Stellplätze in einem Stadtteil sinnvoll und wirtschaftlich sind. Dort, wo Bedarf  und hoher Parkdruck besteht, werden also weiterhin Parkplätze gebaut.

Und was ist mit dem Parkdruck? Unsere Lösung: Carsharing

Auch in Zukunft werden Autos für viele Haushalte eine wichtige Rolle spielen. Es wird immer Situationen geben, in denen das Auto die beste Möglichkeit darstellt. Dank unseres öffentlichen Nahverkehrs und der Fahrradfreundlichkeit der Stadt benötigen viele Haushalte aber nur unregelmäßig ein Auto. Dies gilt besonders für die dicht bebauten Stadtteile. Statt den veralteten Vorschriften zur Erstellung von teuren und oft leerstehenden Tiefgaragen setzen wir deshalb für diese Haushalte auf eine klügere Alternative: Carsharing.

Carsharing bietet Automobilität genau dann, wenn sie gebraucht wird – und das passende Fahrzeug für den jeweiligen Zweck. Unser größter Karlsruher Anbieter zeigt, dass Carsharing für Haushalte mit bis zu 12.000 Kilometern Jahresfahrleistung oft nicht nur praktischer, sondern auch günstiger ist. Bereits über 12 % der Karlsruher Bevölkerung mit Führerschein ist Mitglied von stadtmobil – Tendenz stark steigend.

Zukunftsorientiert und bezahlbar

Die neue Stellplatzsatzung trägt somit den Bedürfnissen der modernen Mobilität Rechnung: Sie verbindet die Förderung der nachhaltigen (Fahrrad-)Mobilität mit dem klaren Ziel: günstigeres Wohnen für alle. Dies ist ein wichtiger Schritt für Karlsruhe auf dem weiteren Weg in eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen   
Christian Klinkhardt, grüner Fachsprecher für Mobilität