Konzept „Bielefelder Modell“ zum selbstbestimmten Wohnen für weitere Quartiere

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Antrag zur Vorberatung im Fachausschuss:

  1. Die Verwaltung entwickelt ein Konzept, das Bielefelder Modell auf weitere Quartiere zu übertragen.
  2. Dazu klärt sie mit der Volkswohnung, den Wohnungsbaugenossenschaften oder anderen Wohnungsbaugesellschaften,
    a.) in welchem Quartier barrierefreie Wohnungen (oder Wohnungen, in denen der Zugang einfach
    möglich ist) vorhanden sind oder Wohnungen, die mit geringem Aufwand barrierefrei (oder mit
    einfachem Zugang) umgebaut werden können.
    b.) wo eine ausreichende Dichte vorhanden ist, damit möglichst viele Personen von den Angeboten
    des Bielefelder Modells profitieren können.
    c.) ob in einer Wohnanlage Anlaufstellen wie ein Wohncafé oder ein Pflegebüro vorhanden sind oder
    leicht geschaffen werden können.
  3. Mit sozialen Trägern bzw. Anbietern der ambulanten Pflege wird geklärt, wer bereit wäre, das Bielefelder Modell in Zusammenarbeit mit einem Wohnunternehmen zu betreiben.
  4. Überprüft wird, welche Zuschussmöglichkeiten es durch das Land oder den Bund für die Umbauten und die Errichtung/den Betrieb z.B. eines Wohncafés gibt.
  5. Die personellen Ressourcen der Verwaltung für die Koordination der beteiligten Akteur*innen werden angegeben.
  6. Die Verwaltung stellt in ihrem Konzept außerdem dar, wie erreicht wird, dass die Wahlmöglichkeiten der Mieter*innen in Bezug auf ambulante Dienste erhalten bleiben.

Begründung/Sachverhalt:

Die Situation in der Pflege – und hier insbesondere in der stationären Pflege von Senior*innen – gestaltet sich immer drängender. Ein aktuelles Beispiel ist die Schließung des Pflegeheims Schmitz mit 120 Betten wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit. Daher muss u.E. jeder Weg in der Unterstützung der ambulanten Pflege gegangen werden, der sinnvoll erscheint.

In der Antwort auf unsere Anfrage „Übertragung des Bielefelder Modells zum selbstbestimmten Wohnen vom Rintheimer Feld auf andere Karlsruher Stadtteile“  (am 19.11. 24 im Gemeinderat – Vorlage 2024/1145) zu diesem Thema, machte die Verwaltung deutlich, dass das Bielefelder Modell in Rintheim schon seit Jahren sehr gut funktioniert. Eine Ausweitung auf weitere Quartiere sei eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Wohn- und Pflegeangeboten.

Das Bielefelder Modell verbindet aus Sicht der Stadtverwaltung auf integrative Weise Wohnen, Versorgung und soziales Miteinander. Vorteile sind das Verbleiben im vertrauten Wohnumfeld, die Kompatibilität mit dem Konzept der Sozialen Quartiersentwicklung in Karlsruhe durch die Verbindung von ambulanten Pflegeangeboten, Wohnraum und das ehrenamtliche Engagement. 

Der Antrag soll auch klären, welche Ressourcen von der Verwaltung benötigt werden, um ein weiteres Projekt nach dem Bielefelder Modell anzustoßen.

Auch ist die Beantwortung der Frage wichtig, ob und wie sichergestellt werden kann, dass die Mieter*innen in einem Quartier nicht auf einen alleinigen Anbieter angewiesen sind.

Unterzeichnet von:

Verena Anlauf, Ivo Dujmović, Benjamin Bauer,
Dr. Susanne Heynen, Jorinda Fahringer

Der Antrag wurde am 9. Juli 2025 öffentlich im Sozialausschuss unter TOP 7 beraten.
Die Antwort der Verwaltung hat uns nur halb zufrieden gestellt. Erfreulich fanden wir, dass momentan Gespräche zwischen Wohnungsbaugesellschaften und Sozialträgern stattfinden, um in geeigneten Stadtteilen ein Modell orientiert am Bielefelder Modell bzw. an „Gut versorgt daheim“ wie in Rintheim aufzubauen.
Wir möchten, dass hier entschiedener und schneller gehandelt wird und die Stadt deutlicher unterstützt. Allerdings fehlt auch an dieser Stelle leider Personal bei der Stadtverwaltung.