Ehrenamt kann sich lohnen

Wer sich in Karlsruhe ehrenamtlich engagiert, kann sich bald über zusätzliche Wertschätzung und Anerkennung freuen. Mit einstimmigem Beschluss hat der Gemeinderat den Weg für die Ehrenamtskarte freigemacht. In sogenannten Akzeptanzstellen aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sport erhalten Karteninhaber dann ermäßigten Eintritt. Und Karteninhaber kann werden, wer sich seit einem Jahr mindestens 200 Stunden lang freiwillig engagiert oder in kurzer Zeit 100 Stunden in einem gemeinwohlorientierten Projekt gesammelt hat.

Wir finden die Ehrenamtskarte sehr gut. Schließlich müssen wir jede Chance nutzen, um das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft zu würdigen: Zusammen bringen sich die Karlsruher bei der freiwilligen Feuerwehr oder ihrer Kirchengemeinde ein oder sie engagieren sich in der Jugendarbeit oder für den Katastrophen- und Umweltschutz. Sie organisieren Theaterstücke, Nachhilfeunterricht oder PC-Schulungen für die ältere Generation und treten für viele weitere sinnstiftende Interessen ein. Ihre Motivation ist dabei so vielfältig wie das Ehrenamt an sich. Dennoch ist freiwilliges Engagement heute alles andere als selbstverständlich.

In Karlsruhe gibt es zwar rund 2.000 Vereine. Allerdings ist der Rückgang des Vereinslebens auch in unserer Stadt längst angekommen. Ältere Mitglieder ziehen sich aus aktiven Funktionen zurück, während junge Menschen, die theoretisch nachrücken könnten, fehlen. Vereine plagen Nachwuchssorgen. Gleichzeitig sind wir als Gesellschaft aber weiterhin darauf angewiesen. Daher ist die Einführung der Ehrenamtskarte nicht nur gut, sondern auch längst überfällig.

Unsere Fraktion hat schon 2022 auf die Nachwuchssorgen im ehrenamtlichen Engagement hingewiesen und die probeweise Einführung der Ehrenamtskarte nach dem Vorbild aus Rheinland-Pfalz beantragt. Unser Leitgedanke damals war, dass die Stadt mit ihren vielen gesellschaftlichen Einrichtungen und Institutionen einen unverzichtbaren Beitrag für die Kultur im Oberzentrum und in ganz Baden-Württemberg leistet. Für unsere Fraktion war es daher selbstverständlich, dass die Ehrenamtskarte kommt: damals aber leider vergeblich. Mit unserem Antrag konnten wir im Jahr 2022 weder die Verwaltung noch die anderen Fraktionen im Gemeinderat überzeugen, was auch an der ungeklärten Finanzierung durch die Landesregierung lag. Nachdem die Testphase in vier Modellregionen jetzt aber abgeschlossen und positiv bewertet worden ist, stellt das Land die notwendigen Mittel ab sofort auch für Karlsruhe bereit.

Also gilt am Ende: „besser spät als nie“. Jetzt freuen wir uns, dass die Karlsruher ihre Ehrenamtskarte vermutlich schon ab dem Sommer in den Händen halten können.

Nicolas Schütz
Stadtrat
der CDU-Fraktion