Mehr Effizienz beim Bauen
Seit gut einem Jahr verfolgt Karlsruhe eine eigene Suffizienzstrategie – und zwar unter anderem auch aufgrund unserer Initiative. Per Antrag haben wir uns schon 2022 dafür stark gemacht, dass die Kosten beim kommunalen Bauen deutlich reduziert werden müssen:
Unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sollten beim Bauen vorrangig recycelte, wiederverwendbare oder nachwachsende Baustoffe verwendet werden. Zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren haben wir vor allem auch den verstärkten Einsatz serieller und modularer Bauweisen gefordert. Nicht ohne Stolz können wir behaupten, dass all diese Punkte in die städtische Suffizienzstrategie eingeflossen sind. Hier sind wir also auf einem guten Weg.
Trotzdem wird in Karlsruhe weiterhin mit hohen Kosten gebaut. So belaufen sich etwa die Herstellungskosten für den Bau DIN-normierter Sporthallen im Schnitt auf rund 15.000 Euro pro Quadratmeter der für den Sport zur Verfügung stehenden Fläche. Im Vergleich zu aktuellen Beispielen aus Baden-Württemberg bauen wir in Karlsruhe einfach teurer. Die neue Zweifeldhalle an der Heidelberger Geschwister-Scholl-Gemeinschaftsschule kostet 8.800 Euro pro Quadratmeter und die Dreifeldhalle Manzenberg in Tettnang sogar nur 7.300 Euro pro Quadratmeter. Die Herstellungskosten für die Zweifeldhalle beim Sportcampus in Reichenbach an der Fils belaufen sich zwar auf 18.600 Euro pro Quadratmeter. Allerdings verwirklichen die Reichenbacher am Sportcampus gleichzeitig noch eine Mensa.
Offensichtlich bekommt man anderswo „mehr für sein Geld“ als in Karlsruhe. Und es darf auch nicht vergessen werden, dass alle Kommunen gleichermaßen unter den aktuellen Herausforderungen wie Baupreissteigerungen oder Ressourcen- und Personalmangel leiden. Karlsruhe ist da keine Ausnahme. Daher fragen wir uns: Worin unterscheiden wir uns von anderen Städten? Was macht das Bauen in Karlsruhe trotz der Suffizienzstrategie so teuer? Sind es Beschlüsse des Gemeinderats, die das Bauen verkomplizieren?
Bei allen offenen Fragen ist eines aber völlig klar: angesichts der höchsten pro-Kopf-Verschuldung in Baden-Württemberg kann sich Karlsruhe die höchsten Baustandards nicht mehr leisten. Beim Thema Suffizienz muss Karlsruhe also noch eine Schippe drauflegen. Zudem müssen wir im Gemeinderat wissen, welche Herstellungskosten bei den nächsten Projekten angepeilt werden. Wie im Jahr 2022 bringen wir uns auch jetzt wieder initiativ ein. Per Antrag fordern wir konkrete Nachbesserungen, um Karlsruhe in Sachen Bauen voranzubringen. Schließlich bedeutet effizienter Einsatz öffentlicher Gelder Nachhaltigkeit in Reinform.
Dirk Müller
Stadtrat der CDU-Fraktion