Kurswechsel beim Schulessen

CDU-Fraktion fordert gesunde Ernährung statt hochverarbeiteter Produkte

„Wir haben in Karlsruhe erlebt, dass unter dem Schlagwort CO₂-Bilanz immer mehr Fleisch vom Speiseplan gestrichen werden musste. Am Ende landen aber oft keine gesunden Alternativen auf dem Teller. Statt frischem Gemüse bekommen Kinder vegane Frikadellen, Schupfnudeln mit Apfelmus, Pfannkuchen mit Vanillesoße, oder Nudeln mit Zucker. Das ist zwar vegetarisch, aber nicht unbedingt gesund – außerdem voller Zucker, Salz und Fett“, eröffnet Fraktionsvorsitzender Detlef Hofmann.

„Besonders die sogenannten ‚Veggie-Tage‘ sind problematisch, weil sie Kindern signalisieren: Heute kann ich mir den Bauch bedenkenlos vollschlagen. Wer aber Kindern süße Desserts als Hauptspeise anbietet, darf sich nicht wundern, wenn sie kein Interesse an ausgewogenen Gerichten entwickeln. So entsteht eine Zuckergewöhnung mit schlechten Folgen“, ergänzt Stadtrat Andreas Kehrle. „Übergewicht und Diabetes nehmen zu, auch in Karlsruhe. Dass am Städtischen Klinikum mit ‚JUMP‘ jetzt ein Therapieprogramm für Kinder mit Adipositas startet, ist ein deutliches Warnsignal. Daher stellt unser Antrag die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wieder in den Mittelpunkt. Wir fordern mehr frische Zutaten und weniger verarbeitete Lebensmittel. Dazu gehören Hülsenfrüchte ebenso wie unverarbeitetes Fleisch von Rind oder Geflügel. Fleisch pauschal zu verteufeln, ist aus unserer Sicht fachlich falsch. Es liefert wichtige Nährstoffe und hochwertiges Protein. Entscheidend sind Qualität, Ausgewogenheit und Regionalität der Ernährung.“

„Zudem hat uns ein wichtiger Caterer aus der Region bestätigt, dass er die städtischen Preisvorstellungen mit einem zwei- bis dreistelligen Betrag Jahr für Jahr immer wieder hätte unterschreiten können. Trotzdem hat er den Zuschlag nicht erhalten, weil seine Menüs mit Fleischprodukten aus der Region politisch nicht gewollt waren und weil seine Fahrzeugflotte aus Verbrennern bestand. Bei den Vergaben wurden stattdessen teurere und ungesunde Convenience-Menüs bevorzugt. Allerdings sollte das Essen in gesunder und ausgewogener Form als höchstes Kriterium stehen und nicht, mit welchem Antrieb das Essen geliefert oder mit was der Ofen geheizt wird. Das wollen wir mit unserem Antrag ändern“, so Hofmann abschließend.