Keine Rückkehr der Straßenprostitution nach Karlsruhe
CDU-Fraktion stellt Antrag zur rechtssicheren Fortschreibung des Verbots
„Die Lage vor der Allgemeinverfügung zum Verbot der Straßenprostitution war unerträglich“, erinnert sich Fraktionsvorsitzender Detlef Hofmann. „Kinder und junge Familien wurden schief angesprochen. Gewerbetreibende mussten morgens ihre Azubis ausschicken, um das Firmengelände nach gebrauchten Kondomen abzusuchen. Nachts wurden Schichtarbeiter auf dem Weg zur Arbeit von der Rotlichtszene angesprochen und belästigt. Bei allen Beteiligten rund um die Ottostraße lagen die Nerven blank. Dieser Zustand war unerträglich und darf nicht zurückkehren. Mit der Allgemeinverfügung konnte Karlsruhe aufatmen. So soll es bleiben.“
„Die Allgemeinverfügung kam nicht aus dem Nichts, sondern ging auf konkrete Razzien zurück, die im Januar 2025 sowohl in Ungarn als auch bei uns in Karlsruhe und Rastatt durchgeführt wurden. Damals vollstreckten Karlsruher Ermittler gemeinsam mit ungarischen Behörden sieben Haftbefehle gegen Verdächtige, die junge Frauen nach Deutschland gebracht und sie unter massiver Gewalt zur Straßenprostitution gezwungen haben sollen“, ergänzt stellvertretender Fraktionsvorsitzender Dirk Müller. „Diese kriminellen Strukturen sind nicht verschwunden – sie haben sich verlagert: Zunächst nach Bruchsal, wo seitdem ein eigenes Verbot gilt, das bereits ausgeweitet werden musste. Wenn die Allgemeinverfügung hier in Karlsruhe ausläuft, bestehen also begründete Anhaltspunkte, die die Annahme rechtfertigen, dass die kriminellen Strukturen zurückkehren werden. Für Menschenhandel, Gewalt und andere schwere Straftaten ist hier aber kein Platz – nicht in Durlach und in ganz Karlsruhe nicht.“
„Unsere Fraktion kämpft seit vielen Jahren für dieses Verbot und der Druck unseres Antrags von 2024 hat erst dazu geführt, dass die Allgemeinverfügung erlassen wurde. Am 21. September 2026 läuft sie aus. Wir wollen nicht einfach tatenlos zusehen, bis sich die kriminellen Strukturen hier wieder breitmachen. Daher jetzt auch unser Antrag, mit dem wir die Stadtverwaltung auffordern, eine rechtssichere Fortschreibung und Ausweitung des Verbots zu finden. Die Menschen in Durlach und darüber hinaus haben ein Recht darauf, dass der Schutz vor Belästigung und organisierten Straftaten nicht einfach ausläuft“, findet Stadtrat Andreas Kehrle abschließend.