Gesellschaftliches Empowerment - Ehrenamtskultur in Karlsruhe neu aufstellen
Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt:
- Die Stadtverwaltung entwickelt gemeinsam mit dem Gemeinderat, ehrenamtlich Engagierten, Vereinen und Initiativen eine neue, klare Ziel- und Aufgabenbeschreibung für die Ehrenamtsförderung in Karlsruhe. Diese soll die Grundlage einer lebendigen, aktivierenden Ehrenamtskultur bilden – nicht als Verwaltungsforum, sondern als Netzwerkplattform mit konkreten Projekten, Austauschformaten und Öffentlichkeitsarbeit.
- Zudem soll die neue Ehrenamtsförderung das Ziel verfolgen, Möglichkeiten zu identifizieren, um bisherige Ausgaben für freiwillige Leistungen zu reduzieren.
Sachverhalt / Begründung
Das bürgerschaftliche Engagement in Karlsruhe ist vielfältig, aber aktuell in seiner öffentlichen Wahrnehmung und strukturellen Unterstützung zu schwach aufgestellt. Viele engagierte Menschen erleben, dass ihre Anliegen verwaltet statt gestaltet werden. Eine lebendige Ehrenamtskultur braucht Dynamik, Sichtbarkeit, Innovation und Beteiligung. Ziel des Antrags ist es, das Ehrenamt in Karlsruhe neu zu denken: nicht als Verwaltungsaufgabe, sondern als Bürgerbewegung mit Unterstützung der Stadt. Schließlich ist absehbar, dass angesichts der Haushaltslage mittel- und langfristig nicht mehr jede Aufgabe im vollen Umfang von der Stadt Karlsruhe geleistet werden kann.
Mit klaren Zielen, einer starken Marke (z.B. „Fit fürs Ehrenamt“) und offener Beteiligung kann Karlsruhe ein sichtbares Zeichen setzen – als Stadt, die Engagement fördert, Vielfalt anerkennt und Menschen zum Mitmachen motiviert.
Zu diesem Zweck sollen bislang unterrepräsentierte Gruppen (d.h. Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Umwelt- und Stadtbildinitiativen („Stadtsäuberer“, Urban Gardening usw.), Nachbarschaftsinitiativen) bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit breiter eingebunden werden. Außerdem gilt es, die Ehrenamtskarte in ihrer jetzigen Ausgestaltung weiterzuentwickeln und attraktiver zu machen – z.B. auch durch eine stadteigene Ehrenamtskarte, wenn die Ehrenamtskarte des Landes doch nicht eingeführt wird. Überlegenswert sind auch Maßnahmen zur Förderung von Innovation und Anerkennung des Ehrenamts, beispielsweise durch die Schaffung eines „Karlsruher Ehrenamtsfonds“ zur Mikroförderung neuer Engagement-Formen (z.B. für kleine Projekte bis 500 Euro) oder eines Ehrenamtsfestivals/einer Ehrenamtsgala als Zeichen öffentlicher Anerkennung und Wertschätzung.
Letztlich soll eine Neustrukturierung des Ehrenamts dazu beitragen, dass weitere und neue Formen des ehrenamtlichen Engagements entstehen, um vor allem auch in bestehenden Strukturen hauptamtliches Personal zu unterstützen oder zu entlasten (z.B. in Wohn- und Pflege-Wohngemeinschaften beim gemeinsamen Einsatz gegen Einsamkeit älterer oder pflegebedürftiger Mitmenschen).
Unterzeichnet von:
Stadtrat Detlef Hofmann
Stadtrat Tilman Pfannkuch
sowie CDU-Gemeinderatsfraktion