Ausrichtung des Karlsruher Jugendschutzes
- Wie bewertet die Stadtverwaltung die Ergebnisse der „Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen“?
- Welche Trends beim Konsum illegaler Substanzen und Drogen lassen sich für Karlsruhe beobachten?
- Wie reagiert der Karlsruher Jugendschutz darauf?
- Welche Rolle spielen (illegale) E-Zigaretten an Karlsruher Schulen?
- Inwiefern kann der Fokus des Jugendschutzes angesichts des zunehmenden Konsums von E-Zigaretten wieder auf präventive Maßnahmen bei Großveranstaltungen gelegt werden?
- Wie kann ehrenamtliches Engagement bei der Präventionsarbeit aktiviert und eingebunden werden?
Sachverhalt / Begründung
In den letzten Jahren ist der Alkoholkonsum und -missbrauch bei Jugendlichen bundesweit deutlich zurückgegangen. Infolgedessen wurden frühere Präventionsprogramme wie die sogenannten Jugendschutzteams (aus SJB + OA), die vor allem auf Alkoholprävention bei Großveranstaltungen fokussiert waren, in ihrer ursprünglichen Form nicht weitergeführt. Im Jahr 2024 wurde das Konzept entsprechend angepasst und konzentriert sich nun auf den Konsum von illegalen Drogen in der Partyszene. Ganz grundsätzlich begrüßen wir es, dass sich der Karlsruher Jugendschutz flexibel am sich wandelnden Konsumverhalten der Jugendlichen orientiert und zielgenau eingreifen kann.
Allerdings kommt die „Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen“ der European Union Drugs Agency (https://www.euda.europa.eu/publications/data-factsheets/espad-2024-key-findings_de) aus dem Jahr 2025 zu dem Ergebnis, dass der Konsum illegaler Drogen durch Jugendliche eher rückläufig ist. Demgegenüber haben E-Zigaretten in der jüngsten Zeit immer mehr an Relevanz gewonnen: diese enthalten oftmals zu viel Nikotin und fördern daher insbesondere auch bei Jugendlichen in der Wachstumsphase das Risiko, später auch zu Zigaretten und anderen Substanzen zu greifen.
Vapes – teils auch mit nicht deklarierten oder illegalen Substanzen (d.h. THC-Vapes, synthetische Cannabinoide, Mischsubstanzen usw.) – sind längst im Alltag junger Menschen angekommen, etwa im schulischen Umfeld, im öffentlichen Raum und auf Großveranstaltungen. Anders als Partydrogen beschränken sich E-Zigaretten also nicht vorrangig auf nur eine Zielgruppe, sondern betreffen deutlich mehr Personen und jüngere Altersgruppen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir, wie der Karlsruher Jugendschutz auf dieses Konsumverhalten reagiert, und bitten um die Beantwortung obiger Fragen.
Unterzeichnet von:
Stadtrat Detlef Hofmann
Stadtrat Andreas Kehrle
sowie CDU-Gemeinderatsfraktion