Alfred Mombert (1872-1942)
Mombert, geboren in Karlsruhe, studiert Jura in Heidelberg und läßt sich dort als Jurist nieder. In seinem lyrischen Werk knüpft Mombert in jedem seiner Bücher an das vorangegangene an, so daß sich das gesamte Werk in großer Geschlossenheit darbietet. Alle Einzelbände sollen zugleich integraler Bestandteil eines umfassenden Gesamtwerks sein. Ihren Grund hat diese strikte Einheitlichkeit in dem Willen Momberts, zeitliche Gebundenheit abzustreifen. In seiner Dichtung strebt er danach, alle Begrenzungen - räumliche und zeitliche - durch Denken aus dem in sich versunkenen Ich zu überwinden und in kosmische Weiten auszudehnen. Alfred Mombert
Im Oktober 1940 wird Mombert mit gemeinsam 6500 badischen Juden von der SS verhaftet und in das Internierungslager Gurs in den Pyrenäen deportiert. 1941 erhält er, schon todkrank, eine Ausreisegenehmigung in die Schweiz, wo er nur ein Jahr später stirbt. Nach der frühen Anerkennung durch Richard Dehmel, Arno Holz und Rainer Maria Rilke wird Alfred Momberts Werk heute gleichbedeutend mit dem Else Lasker-Schülers genannt und lebt auch durch die Vertonungen von Alban Berg fort.