{"id":2785,"date":"2019-12-18T00:00:00","date_gmt":"2019-12-17T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/12\/gruene-und-baenke-aus-tropenholz-auf-dem-marktplatz-wie-passt-das-zusammen\/"},"modified":"2020-07-02T17:48:32","modified_gmt":"2020-07-02T15:48:32","slug":"gruene-und-baenke-aus-tropenholz-auf-dem-marktplatz-wie-passt-das-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/12\/gruene-und-baenke-aus-tropenholz-auf-dem-marktplatz-wie-passt-das-zusammen\/","title":{"rendered":"GR\u00dcNE und B\u00e4nke aus Tropenholz auf dem Marktplatz? Wie passt das zusammen?"},"content":{"rendered":"<p>Wir Gr\u00fcne haben dem Tropenholz f\u00fcr die B\u00e4nke zugestimmt. F\u00fcr das Nutzungskonzept kommt nur ein sehr robustes, belastbares und langlebiges Holz in Frage. Das Tropenholz ist f\u00fcr uns vertretbar, denn das Holz kommt aus langj\u00e4hriger nachhaltiger Forstwirtschaft. Es kann detailliert nachvollzogen werden, wo das Holz genau angebaut wurde und welche \u00f6kologischen und sozialen Rahmenbedingungen vorliegen. Au\u00dferdem wird durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit der \u201eFaire Handel\u201c mit L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens unterst\u00fctzt, sodass diese ihre nat\u00fcrlichen Ressourcen nachhaltig nutzen und mit diesen handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Gutes Nutzungskonzept f\u00fcr Besucher*innen des Marktplatzes<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00e4nke wurden in einem langen Verfahren gemeinsam mit einem Architekturb\u00fcro erarbeitet, das f\u00fcr die gesamte Platzgestaltung beauftragt wurde. Sie waren ein Baustein im Gesamtkonzept f\u00fcr den Marktplatz. Ihre Gestaltung zielte darauf ab, dass sie f\u00fcr viele verschiedene Personengruppen einladend und komfortabel gestaltet sind, um gut angenommen zu werden. Die B\u00e4nke sollen zum Verweilen einladen und nicht nur blo\u00dfe Warteb\u00e4nke wie an einer Bushaltestelle sein.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Baustein daf\u00fcr ist die Gr\u00f6\u00dfe der B\u00e4nke, die es erlaubt, dass sich auch einander fremde Menschen auf dieselbe Bank setzen, da keine unmittelbare N\u00e4he erzwungen wird, wenn mehrere Menschen auf derselben Bank sitzen. Die Gr\u00f6\u00dfe der Bank bedingt besondere technische Rahmenbedingungen. Nach Aussage des Gartenbauamts kommen nur wenige H\u00f6lzer \u00fcberhaupt daf\u00fcr in Frage: Eiche w\u00e4re m\u00f6glich, die im Holz enthaltene Gerbs\u00e4ure w\u00fcrde aber auf lange Sicht Verunreinigungen des Platzes und auch an Kleidungsst\u00fccken verursachen und ist daher nicht zu empfehlen. Robinie w\u00e4re nur bei k\u00fcrzeren B\u00e4nken m\u00f6glich, da sich das Holz zu sehr verwindet. Dies w\u00fcrde bei der vorgestellten Bankform zu Sch\u00e4den und fr\u00fchzeitigen Reparaturen f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft <\/strong><\/p>\n<p>Das Iroko-Tropenholz erf\u00fcllt auf optimale Weise die technischen Anforderungen. Es ist robust, langlebig und verformt sich nicht. Es handelt sich um FSC-zertifiziertes Holz. Das Zertifikat allein hat uns nicht gereicht. Denn auch bei einer FSC-Zertifizierung m\u00fcssen zus\u00e4tzlich verschiedene problematische Aspekte kritisch hinterfragt werden:<\/p>\n<ul>\n<li> Wo kommt das Holz genau her?<\/li>\n<li> Handelt sich um Plantagenholz oder um nachhaltige Waldwirtschaft?<\/li>\n<li> Kann sichergestellt werden, dass es sich nicht um wild oder illegal geschlagenes Holz handelt?<\/li>\n<li> Welche \u00f6kologischen Rahmenbedingungen liegen vor?<\/li>\n<li> Welche Arbeitsbedingungen bestehen f\u00fcr die Holzarbeiter*innen vor Ort?<\/li>\n<li> Welcher zus\u00e4tzliche Energieaufwand wird durch den Transport verursacht?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Fragen haben wir an die Verwaltung gestellt und zufriedenstellende Antworten bekommen. Der Bankhersteller hat zus\u00e4tzlich zugesichert, dass weitere konkrete Fragen gerne beantwortet werden. Der Hersteller konnte konkrete Aussagen \u00fcber die Herkunft machen, also von welchem Ort das Holz kommt und wie lange er bereits mit der dortigen Forstwirtschaft zusammenarbeitet. Wie uns mitgeteilt wurde, hat das Unternehmen 2010 einen Schweizer Umweltpreis bekommen und wird auf der Homepage von Greenpeace als Beispiel eines verantwortungsbewussten Forstbetriebes genannt.<\/p>\n<p>Wir waren deshalb vom gestalterischen und vom Nutzungskonzept \u00fcberzeugt und haben auch die Auswahl des Holzes als sozial und \u00f6kologisch nachhaltig verantwortbar empfunden.<\/p>\n<p><strong>Fairer Handel mit den L\u00e4ndern des S\u00fcdens <\/strong><\/p>\n<p>Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass wir genau mit einer solchen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den L\u00e4ndern des S\u00fcdens einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Entwicklungspolitik leisten k\u00f6nnen. F\u00fcr uns bedeutet \u201cFairer Handel\u201c, dass die armen L\u00e4nder nicht nur die Abnehmer*innen unserer Produkte sein d\u00fcrfen, sondern auch selbst ihre nat\u00fcrlichen Ressourcen nachhaltig nutzen und vermarkten k\u00f6nnen. Nur dann werden sie in der Lage sein, den Wert ihrer Ressourcen zu erkennen und sie dauerhaft zu erhalten. Was bei uns gilt: \u201adas Prinzip Schutz durch nachhaltige Nutzung\u2018 muss erst recht in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens gelten. Nur dann k\u00f6nnen sichere Arbeitspl\u00e4tze und menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen bei ihnen erreicht werden. Karlsruhe unterst\u00fctzt beispielsweise auch \u00fcber die Artenschutzstiftung des Zoos Waldprojekte in anderen L\u00e4ndern, u. a. im S\u00fcdostasien und S\u00fcdamerika. Denn Aufforstung und nachhaltige Forstwirtschaft erm\u00f6glichen ein Nebeneinander von Umwelt- und Artenschutz sowie wirtschaftlicher Entwicklung. Es darf nicht vergessen werden, dass auch wir nachhaltige Waldwirtschaft betreiben und Holz vermarkten. Wollen wir den Menschen in Afrika, S\u00fcdamerika und S\u00fcdostasien dieses Recht nicht zubilligen? Nat\u00fcrlich soll das wertvolle Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft nur bei vergleichbaren Nutzungsanforderungen in Frage kommen. F\u00fcr den privaten Gebrauch sind einheimische Holzarten perfekt und ausreichend. Denn es ist klar, dass auch bei nachhaltiger Forstwirtschaft in Afrika die Aspekte des Energieaufwands f\u00fcr den weiteren Transport nicht ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Es ist andererseits aber nicht sicher, dass die Verwendung eines anderen Holzes signifikant geringere Emissionen verursachen w\u00fcrde, da in Deutschland sehr viel Holz beispielsweise aus dem Baltikum oder Russland verwendet wird, das auch einige tausend Kilometer Transportweg hinter sich hat. Und einen nationalistischen Protektionismus \u00e0 la &#8222;Nur deutsches Holz f\u00fcr deutsche B\u00e4nke&#8220;, das kann wirklich niemand wollen.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfend: <\/strong><\/p>\n<p>Wir Gr\u00fcnen setzen uns gegen die Zerst\u00f6rung und f\u00fcr den Erhalt der letzten gro\u00dfen Regen- und Urw\u00e4lder ein. Wir prangern die Rodung der Urw\u00e4lder f\u00fcr \u00d6lpalmplantagen und den Missbrauch des wertvollen Palm\u00f6ls als billigen Sprit an. Wir k\u00e4mpfen gegen die Rodung des Urwalds in S\u00fcdamerika f\u00fcr den Anbau von Soja als billigem Futtermittel f\u00fcr die Massentierhaltung bei uns und fordern ein Stopp dieser Importe. Unser Ziel ist die Agrarwende zur \u00f6kologischen Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und deutlich geringerem Fleischkonsum. Hier gilt es anzusetzen, damit arme L\u00e4nder durch die nachhaltige Nutzung und Vermarktung ihrer nat\u00fcrlichen wertvollen Ressourcen bessere Entwicklungschancen bekommen. Wir werden uns auch weiter f\u00fcr einen fairen und nachhaltigen Welthandel einsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir Gr\u00fcne haben dem Tropenholz f\u00fcr die B\u00e4nke zugestimmt. F\u00fcr das Nutzungskonzept kommt nur ein sehr robustes, belastbares und langlebiges Holz in Frage. 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