{"id":2692,"date":"2020-04-09T00:00:00","date_gmt":"2020-04-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2020\/04\/beitrag-fuer-die-stadtzeitung-von-dr-iris-sardarabady\/"},"modified":"2020-07-13T22:26:27","modified_gmt":"2020-07-13T20:26:27","slug":"beitrag-fuer-die-stadtzeitung-von-dr-iris-sardarabady","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2020\/04\/beitrag-fuer-die-stadtzeitung-von-dr-iris-sardarabady\/","title":{"rendered":"Sozialer Zusammenhalt in Zeiten der Pandemie"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"auto-style2\"><strong>Beitrag f\u00fcr die Stadtzeitung von Dr. Iris Sardarabady <\/strong><\/span> <\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Iris_Sardarabady.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise trifft die Welt mit voller H\u00e4rte. Weltweit stellt sie Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Individuen vor bisher ungeahnte Herausforderungen. Die mittlerweile getroffenen Ma\u00dfnahmen ver\u00e4ndern das Leben aller Menschen, wenn auch in unterschiedlicher Intensit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6konomischen und sozialen Folgen sind zurzeit noch nicht absehbar. Nun wird es darauf ankommen, das gesellschaftliche Ganze im Blick zu haben. Viele Menschen haben bereits jetzt Existenz\u00e4ngste: Selbst\u00e4ndige, die durch die Ladenschlie\u00dfungen ohne Einnahmen sind, oder Angestellte, denen die Kurzarbeit oder gar die K\u00fcndigung droht. Andere, die in systemrelevanten Bereichen wie u.a. im Gesundheitswesen besch\u00e4ftigt sind, arbeiten bis zur Ersch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die extreme Einschr\u00e4nkung des \u00f6ffentlichen Lebens und das Zur\u00fcck-Geworfen-Sein auf den privaten Bereich trifft alle \u2013 diejenigen, die sich gro\u00dfe Sorgen um ihre Existenz machen m\u00fcssen, wie Geringverdienende und Hartz 4-Empf\u00e4nger*innen, jedoch h\u00e4rter als andere. Alltagsstrukturen wie Kita-, Schulbesuch, Erwerbst\u00e4tigkeit und soziale Kontakte brechen weg. Familien, aber auch berufst\u00e4tige Alleinerziehende, f\u00fchlen sich mit all den neuen Fragen \u00fcberfordert \u2013 insbesondere, wenn man \u201erund um die Uhr\u201c auf engem Raum zusammenlebt. Spannungen, aber auch F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt werden, wie Zahlen aus China und Italien nahelegen, deutlich zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Menschen, die zwar mitten in der Gesellschaft, aber nicht unbedingt im Blickfeld sind, drohen nun durch das Raster zu fallen: Obdachlose, die aufgrund der getroffenen Ma\u00dfnahmen tags\u00fcber keinen Aufenthaltsort mehr haben, Prostituierte, die keinerlei Einnahmen mehr haben oder auch alte Menschen in Heimen, die von ihren Angeh\u00f6rigen isoliert sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Solidarit\u00e4t oder: Wer ist \u201cWir\u201d?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage wird sein, wie stark jetzt der viel beschworene soziale Zusammenhalt ist und wo das \u201eWir\u201c und die Solidarit\u00e4t enden. Auch in Karlsruhe sind gegenl\u00e4ufige Szenarien zu beobachten: Gleichg\u00fcltigkeit sogenannten Randgruppen gegen\u00fcber und Egoismen, die sich nicht nur in Hamsterk\u00e4ufen ausdr\u00fccken. Aber auch eine Welle an Hilfsbereitschaft und Kreativit\u00e4t, die immer sp\u00fcrbarer wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Passend zum st\u00e4dtischen Konzept der sozialen Quartiersentwicklung haben sich in kurzer Zeit viele Gruppen gebildet, die bereit sind, Verantwortung f\u00fcr Hilfsbed\u00fcrftige zu \u00fcbernehmen. Um lebendige Nachbarschaftshilfe zu f\u00f6rdern, werden Boteng\u00e4nge und Eink\u00e4ufe \u00fcbernommen oder Lebensmittel gespendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der gro\u00dfen Herausforderungen, die wir zu bew\u00e4ltigen haben, braucht es viele Zeichen der Solidarit\u00e4t \u2013 einer Solidarit\u00e4t, die aber nicht nur auf Karlsruher*innen und Deutschland beschr\u00e4nkt bleiben darf. In einer globalisierten Welt, in der die einen weltweit reisen und in der andere fliehen m\u00fcssen, h\u00e4lt sich das Virus nicht an Grenzen.<br>Die Corona-Krise l\u00e4sst in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung das Leid von Schutzsuchenden, die Gewalt und die humanit\u00e4re Katastrophen in den Hintergrund treten. Auch die Gefl\u00fcchteten an unserer europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenze sind auf unsere grenzenlose Solidarit\u00e4t angewiesen. Gerade jetzt ist es wichtig, zusammen zu halten.<br>Nur wenn wir es schaffen, das Denken in individuellen Egoismen und nationaler Kleinstaaterei zu \u00fcberwinden und zusammenzuhalten ohne Trennungen in \u201eWir\u201c und \u201eIhr\u201c, gibt es eine Chance, etwas aus der Pandemie zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Iris Sardarabady, Sprecherin f\u00fcr Migration und Integration<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag f\u00fcr die Stadtzeitung von Dr. Iris Sardarabady<br \/>\nDie Corona-Krise trifft die Welt mit voller H\u00e4rte. Weltweit stellt sie Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Individuen vor bisher ungeahnte Herausforderungen. 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