{"id":2587,"date":"2019-12-17T00:00:00","date_gmt":"2019-12-16T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/12\/pilotprojekt-praeventive-hausbesuche-bei-75-jaehrigen-antrag-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2022-11-30T18:01:31","modified_gmt":"2022-11-30T17:01:31","slug":"pilotprojekt-praeventive-hausbesuche-bei-75-jaehrigen-antrag-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/12\/pilotprojekt-praeventive-hausbesuche-bei-75-jaehrigen-antrag-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt Pr\u00e4ventive Hausbesuche bei 75-J\u00e4hrigen"},"content":{"rendered":"<h2>Antrag<\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li>Die Verwaltung entwickelt ein Rahmenkonzept f\u00fcr zugehende Pr\u00e4ventive Hausbesuche bei 75- J\u00e4hrigen in Karlsruhe.\n<ul type=\"a\">\n<li>Als Grundlage verwendet sie dabei die in der Handreichung f\u00fcr Kommunen dargestellten Erfahrungen des vom Sozialministerium Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rderten Modellprojekts <a href=\"https:\/\/www.rechtsdepesche.de\/praeventive-hausbesuche-fuer-senioren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePr\u00e4Senz<\/a>\u201c (Pr\u00e4vention f\u00fcr Senior*innen zu Hause\u201c).<\/li>\n<li>Besonderer Wert wird bei der Entwicklung des Konzepts auf eine qualitiatv hochwertige Schulung der Berater*innen gelegt, die sowohl im pflegerisch-fachlichen Bereich, bzgl. der Angebotssituation Karlsruhe als auch im kommunikativen Bereich kompetent sein m\u00fcssen.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine \u00dcbergangszeit w\u00e4hrend der Einf\u00fchrungsphase des Projekts in einem ausgew\u00e4hlten Stadtteil sollen auch die Senior*innen ber\u00fccksichtigt werden, die \u00e4lter als 75 Jahre alt sind.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Im Anschluss f\u00fchrt die Verwaltung in einem ausgew\u00e4hlten Stadtteil \u201ePr\u00e4ventive Hausbesuche bei 75-J\u00e4hrigen\u201c als Pilotprojekt ein.<\/li>\n<li>Die Verwaltung berichtet regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Entwicklungsstand der Konzepte und des Pilotprojekts in den zust\u00e4ndigen Gremien des Gemeinderates.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>In der Gemeinderatssitzung vom 22. Oktober 2019 wurde die Anfrage der GR\u00dcNEN zum Thema \u201eHausbesuche bei 75-J\u00e4hrigen\u201c beantwortet. Die Verwaltung machte deutlich, dass dieses Modell in verschiedenen Kommunen erprobt wird, um \u201eErfahrungen zu sammeln, Bedarf und Akzeptanz und den daraus resultierenden Ressourcenbedarf abzusch\u00e4tzen und anzupassen\u201c.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcne Gemeinderatsfraktion f\u00fchlt sich dem Ziel der Daseinsf\u00fcrsorge f\u00fcr alle B\u00fcrger*innen und damit auch f\u00fcr die der Senior*innen verpflichtet.<\/p>\n<p>Senior*innen sollten die Chance haben, das Leben m\u00f6glichst lang aktiv und selbstbestimmt zu gestalten und Pflegebed\u00fcrftigkeit m\u00f6glichst zu verhindern oder hinauszuz\u00f6gern. Um vorhandene Bedarfe zu eruieren und zu befriedigen, m\u00fcssen die Senior*innen zun\u00e4chst umfassend \u00fcber ihre M\u00f6glichkeiten informiert sein.<\/p>\n<p>Bedenklich ist z.B., dass viele Elemente des deutschen Gesundheitssystems nicht genutzt werden, weil sie f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Bev\u00f6lkerungsgruppen schwer verst\u00e4ndlich sind (siehe Studie Bertelsmann-Stiftung 2016)1. 66 % der Menschen in h\u00f6herem Alter wissen beispielsweise nur unzureichend, wo und wie sie Informationen zu Gesundheit und Versorgung finden, was sie in ihrem Alltag tun sollten, um ihre Gesundheit bestm\u00f6glich zu erhalten und sie zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Das erfolgreiche und evaluierte Modellprojekt <a href=\"https:\/\/www.rechtsdepesche.de\/praeventive-hausbesuche-fuer-senioren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePr\u00e4Senz<\/a>&#8220; (Pr\u00e4vention f\u00fcr Senior*innen zu Hause) wurde in den Jahren 2014-2017 in drei Modellkommunen in Baden-W\u00fcrttemberg, u.a.in Ulm umgesetzt. Es wurde durch das Ministerium f\u00fcr Soziales und Integration gef\u00f6rdert. Das Deutsche Institut f\u00fcr angewandte Pflegeforschung e.V. war Projekttr\u00e4ger und hat das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet. Die im Nachgang des Projektes erarbeitete <a href=\"https:\/\/www.dip.de\/fileadmin\/data\/pdf\/projekte_DIP-Institut\/Pr%C3%A4SenZ-Handreichung-DIP-final_1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eHandreichung f\u00fcr Kommunen zum Modellprojet Pr\u00e4SenZ\u201c<\/a> steht landesweit als Grundlage f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Pr\u00e4ventiven Hausbesuchen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>St\u00e4dte wie Stuttgart, Hamburg, K\u00f6ln f\u00fchren pr\u00e4ventive Hausbesuche durch.<\/p>\n<p>Beratungsgespr\u00e4che bei pr\u00e4ventiven Hausbesuchen sind ein Angebot und damit freiwillig. Es hat sich als sinnvoll herausgestellt, die Berater*innen an st\u00e4dtische Strukturen anzubinden und in einem Schreiben zum Geburtstag durch den Oberb\u00fcrgermeister einen Termin vorzuschlagen.<\/p>\n<p>Themen wie Wohnsituation, Hilfen im Haushalt, Gesunderhaltung, soziale Einbindung, Mobilit\u00e4t oder Finanzielles k\u00f6nnen besprochen und passgenaue Hilfen von den Berater*innen vermittelt werden. Durch die Besuche soll Vertrauen in die Unterst\u00fctzungsangebote vor Ort aufgebaut und die Senior*innen aktiviert werden, ihre jetzige und zuk\u00fcnftige Situation selbstbestimmt zu planen.<\/p>\n<p>Das Projekt stellt keine Doppelstruktur bzw. Konkurrenz zu bestehenden Angeboten dar: Die Berater*innen informieren und vermitteln Senior*innen dem Seniorenb\u00fcro der Stadt und den Tr\u00e4gern der Senior*innenhilfe.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sollen in einem ausgew\u00e4hlten Stadtteil \u201ePr\u00e4ventive Hausbesuche bei 75-J\u00e4hrigen\u201c als Pilotprojekt angeboten und evaluiert werden. Mit den dabei gesammelten Erfahrungen soll eine Ausweitung des Angebots auf das gesamte Stadtgebiet erfolgen.<\/p>\n<p>Zur Einf\u00fchrung des Pilotprojektes geh\u00f6rt auch ein Konzept zur Frage, wie die \u00dcber-75-J\u00e4hrigen \u00fcbergangsm\u00e4\u00dfig ebenfalls von dem Angebot profitieren k\u00f6nnen und damit nicht benachteiligt werden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcne Gemeinderatsfraktion geht nach den Ergebnissen von <a href=\"https:\/\/www.rechtsdepesche.de\/praeventive-hausbesuche-fuer-senioren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePr\u00e4Senz<\/a>&#8220;\u00a0davon aus, dass die Einf\u00fchrung pr\u00e4ventiver Hausbesuche dazu beitr\u00e4gt, die Notwendigkeit der Pflege f\u00fcr \u00e4ltere Mitb\u00fcrger*innen hinausz\u00f6gern oder sogar zu verhindern und durch Infos \u00fcber quartiernahe Angebote die Einsamkeit von alten Menschen zu lindern. Die Verwaltung wiederum kann auf diese Weise erfahren, welche Bedarfe f\u00fcr die \u00e4ltere Bev\u00f6lkerung in den einzelnen Stadtteilen bestehen.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche Hausbesuche ist laut Evaluation die gute Qualifizierung der Berater*innen.<\/p>\n<p>Durch regelm\u00e4\u00dfige Berichte in den zust\u00e4ndigen Gremien hat der Gemeinderat die M\u00f6glichkeit \u00fcber notwendige Ma\u00dfnahmen zu entscheiden.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Verena Anlauf, Aljoscha L\u00f6ffler, Michael Borner, Niko Riebel<\/p>\n<p>(1) Schaeffer, D.\/Vogt,D.\/Berens, E.M.\/Hurrelmann, K. \u201eGesundheitskompetenz der Bev\u00f6lkerung in Deutschland \u2013 Ergebnisbericht, Bielefeld\u201c, Universit\u00e4t Bielefeld, 2016<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-5661#top24\">Der Antrag wurde erst bei der Gemeinderatssitzung vom 21. Januar 2020 beraten.<\/a><br \/>Stellungnahme der Stadtverwaltung und Protokoll<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-6176#top16\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Gemeinderat stimmt in seiner Sitzung am 23.03.21, nach Vorberatung im Sozialausschuss, dem Konzept inhaltlich zu.<\/a><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag Die Verwaltung entwickelt ein Rahmenkonzept f\u00fcr zugehende Pr\u00e4ventive Hausbesuche bei 75- J\u00e4hrigen in Karlsruhe. 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