{"id":2575,"date":"2019-10-22T00:00:00","date_gmt":"2019-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/10\/agenda-vielfaltka-gemeinsamkeiten-staerken-schranken-abbauen-antrag-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2023-10-27T13:09:40","modified_gmt":"2023-10-27T11:09:40","slug":"agenda-vielfaltka-gemeinsamkeiten-staerken-schranken-abbauen-antrag-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/10\/agenda-vielfaltka-gemeinsamkeiten-staerken-schranken-abbauen-antrag-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Agenda \u201eVielfalt@KA\u201c: Gemeinsamkeiten st\u00e4rken, Schranken abbauen!"},"content":{"rendered":"<h2>Antrag<\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li>Die Stadt Karlsruhe unterzeichnet die &#8222;Charta der Vielfalt&#8220; , um die in der Kommune gelebte Offenheit und das st\u00e4dtische Engagement in diesem Bereich sichtbar zu machen.<\/li>\n<li>Die Verwaltung pr\u00fcft die aus der Charta der Vielfalt abzuleitenden Ma\u00dfnahmen und stellt dar, in welchen Punkten und mit welchen Ma\u00dfnahmen die Stadtverwaltung und die verantwortlichen Tr\u00e4ger*innen die Charta bereits erf\u00fcllen und wo noch Ausbaupflichten und -potentiale bestehen. Dabei sollen auch die st\u00e4dtischen Gesellschaften in den Blick genommen werden.<\/li>\n<li>Die Stadtverwaltung erstellt eine \u00dcbersicht mit\n<ul>\n<li>den Ma\u00dfnahmen, die von der Stadtverwaltung und von den st\u00e4dtischen Gesellschaften aktuell bereits zur Vertretung der Interessen der LSBTTIQ*-Community ergriffen werden.<\/li>\n<li>den Ma\u00dfnahmen und konkreten Vorhaben, die Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher oder sexueller Identit\u00e4t abbauen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Die Stadtverwaltung pr\u00fcft alle st\u00e4dtischen Prozesse auf Diskriminierungsfreiheit bez\u00fcglich Geschlecht und Sexualit\u00e4t (alle Bereiche, insbesondere Jugend, Bildung, Arbeit, Familie, Gesundheit, Alter, Kultur und Sport). Die Stadtverwaltung stellt das Ergebnis dieser Pr\u00fcfung zeitnah zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<li>Die Stadtverwaltung pr\u00fcft, mit welchen Ma\u00dfnahmen die unterst\u00fctzenden und sch\u00fctzenden Angebote f\u00fcr die LSBTTIQ*-Community bekannt gemacht werden k\u00f6nnen. Dabei zieht sie insbesondere einen st\u00e4dtischen Informationsstand beim allj\u00e4hrlichen Familienfest des Karlsruher Christopher Street Days in Betracht.<\/li>\n<li>Die Stadt richtet eine zus\u00e4tzliche Vollzeit-Stelle zur Vertretung von Interessen der LSBTTIQ* Community ein. Die Stadtverwaltung stellt dar, welche Modelle der Stellenbesetzung daf\u00fcr geeignet sind, wieviel Budget daf\u00fcr notwendig ist und wo die Stelle angesiedelt werden kann. Insbesondere pr\u00fcft die Verwaltung dabei, wie eine Anbindung an die Antidiskriminierungsstelle und den Stadtjugendausschuss, an das B\u00fcro der Gleichstellungsbeauftragte, das B\u00fcro f\u00fcr Integration und an das Seniorenb\u00fcro umgesetzt werden kann.<\/li>\n<li>Die Verwaltung erstellt ein Konzept, wie alle Ma\u00dfnahmen im Bereich LSBTTIQ* in einer Agenda \u201eVielfalt@KA\u201c geb\u00fcndelt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die Stadtverwaltung sucht den aktiven Kontakt zur queeren Community in Karlsruhe und bezieht Vertreter*innen anhand geeigneter Beteiligungsformate aktiv in die Ausarbeitung der Agenda &#8222;Vielfalt@KA&#8220; ein.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>Karlsruhe ist eine Stadt der Vielfalt, in der jede*r gut leben k\u00f6nnen soll \u2013 unabh\u00e4ngig von Herkunft, ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit, religi\u00f6ser oder weltanschaulicher \u00dcberzeugung, Geschlecht sowie sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identit\u00e4t. Mit der Unterzeichnung der \u201eCharta der Vielfalt\u201c kommt das erneut zum Ausdruck. Diese Charta ist ein Instrument, mit dem die Stadt als Arbeitgeberin konkrete Ma\u00dfnahmen sichtbar machen und ableiten kann. Nur eine vielf\u00e4ltige Belegschaft kann einer vielf\u00e4ltigen Bev\u00f6lkerung gerecht werden. Laut Information des Vereins &#8222;Charta der Vielfalt&#8220; haben die Stadt Berlin mit ihren Wasserwerken, die Stadt M\u00fcnchen und die Stadt Osnabr\u00fcck sowie der Landkreis Wetterau das in ihren Aktivit\u00e4ten bisher beispielhaft umgesetzt.<\/p>\n<p>Im Landkreis Wetterau wurde ein besonderes Augenmerk auf die Chancengleichheit aller Menschen gelegt. Eine wichtige erste Akteurin war die Personalabteilung des Landkreises: So wurde das Seminar- und Fortbildungsangebot zu interkultureller Kompetenz und anderen Diversity-Zusammenh\u00e4ngen deutlich erweitert. Der Landkreis hat das Konzept zur Personalauswahl \u00fcberarbeitet und schult die Mitarbeiter*innen in der Personalabteilung gezielt in diesen Bereichen. Wichtig war zudem die F\u00f6rderung der themen\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit (bspw. Diversity und demographischer Wandel). Auch die Vernetzung mit Akteur*innen im Bereich Migration und Diversity ist in Wetterau von gro\u00dfer Bedeutung. (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.charta-der-vielfalt.de\/erfolgsgeschichten\/zeige\/mehr-diversitaet-in-der-kreisverwaltung\/\">https:\/\/www.charta-der-vielfalt.de\/diversity-verstehen-leben\/best-practice\/zeige\/mehr-diversitaet-in-der-kreisverwaltung\/<\/a>)<\/p>\n<p>Das Land Baden-W\u00fcrttemberg hat die \u201eCharta der Vielfalt\u201c bereits unterzeichnet. Mit einer Unterzeichnung durch die Stadt Karlsruhe kann unsere Kommune dieses Bekenntnis auf die kommunale Ebene weitertragen. In Konkurrenz mit anderen Kommunen und auch mit der freien Wirtschaft kann die Stadt Karlsruhe als Arbeitgeberin so Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen ansprechen und sich bei der Personalgewinnung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Das gewinnt im Zuge des Fachkr\u00e4ftemangels an Bedeutung. Um die F\u00f6rderung der Vielfalt bei den Mitarbeiter*innen langfristig zu sichern, empfiehlt es sich, Schritt f\u00fcr Schritt die bestehenden Strukturen bzw. Prozesse zu hinterfragen und zielorientiert zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Zu einer vielf\u00e4ltigen Stadt geh\u00f6rt auch, Gendergerechtigkeit zu verwirklichen und LSBTTIQ*-Rechte kommunal zu st\u00e4rken. Lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, transsexuell, intersexuell, queer \u2013 daf\u00fcr steht die Abk\u00fcrzung LSBTTIQ*. Um den Schutz der LSBTTIQ*-Rechte sicherzustellen, muss die Vertretung der Belange von LSBTTIQ* in Karlsruhe verbessert werden. Lesbische, schwule, bisexuelle Trans*- und Inter*-Jugendliche m\u00fcssen weiter in ihrem Umfeld unterst\u00fctzt werden. St\u00e4dte, wie beispielsweise Mannheim, haben bereits Beauftragte f\u00fcr LSBTI*-Menschen etabliert (siehe: <a href=\"https:\/\/www.mannheim.de\/de\/service-bieten\/lsbti\">https:\/\/www.mannheim.de\/de\/service-bieten\/lsbti<\/a>).<\/p>\n<p>Diese Beauftragten fungieren neben der Interessensvertretung auch als Ansprechpersonen f\u00fcr die queere Community, egal welchen Alters. Um mit den verschiedenen Interessengruppen aus dem Bereich LSBTTIQ* in Kontakt zu kommen, w\u00e4re zus\u00e4tzlich auch die Einrichtung eines Arbeitskreises, wie in der Landeshauptstadt Stuttgart denkbar.<\/p>\n<p>Aber auch andere Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen hier zum Einsatz kommen. Dies soll die Verwaltung pr\u00fcfen, genauso wie die Menschen \u00fcber das Angebot informiert werden k\u00f6nnen. Nur eine informierte Zielgruppe wird das Angebot \u00fcberhaupt nutzen. Dabei ist zu bedenken, dass viele lesbische, schwule, bisexuelle und Trans*- sowie Inter*-Menschen in der Familie, dem Bekanntenkreis oder dem Arbeitsleben Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. LSBTTIQ*-Personen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind, sei es aufgrund ihrer Herkunft, ihres Alters oder einer Behinderung, brauchen ein besonderes Unterst\u00fctzungsangebot. Aber auch andere Gruppen sind von Diskriminierung betroffen.<\/p>\n<p>In Heidel-berg wurde im Amt f\u00fcr Chancengleichheit (siehe: <a href=\"https:\/\/www.heidelberg.de\/hd\/HD\/Rathaus\/Amt+fuer+Chancengleichheit.html\">https:\/\/www.heidelberg.de\/hd\/HD\/Rathaus\/Amt+fuer+Chancengleichheit.html<\/a>) eine Antidiskriminierungsstelle (siehe: <a href=\"https:\/\/www.heidelberg.de\/hd\/HD\/Rathaus\/Diskriminierung+ueberwinden.html\">https:\/\/www.heidelberg.de\/hd\/HD\/Rathaus\/Diskriminierung+ueberwinden.html<\/a>) geschaffen, die alle von Diskriminierung betroffenen Gruppen anspricht und verbindet. Schranken zwischen den verschiedenen von Diskriminierung b-troffenen Gruppen k\u00f6nnen so abgebaut werden. So sollte die Stadtverwaltung die Anbindung der Stelle der LSBTTIQ*-Vertretung an das B\u00fcro f\u00fcr Gleichstellung, das B\u00fcro f\u00fcr Integration und an das Seniorenb\u00fcro ebenso wir die Vernetzung mit der der Antidiskriminierungsstelle des Stadtjugendausschusses pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Mit diesem Paket schaffen wir die M\u00f6glichkeit, dass sich hier in Karlsruhe alle akzeptiert f\u00fchlen. Wenn diese Ma\u00dfnahmen unter der Agenda \u201eVielfalt@KA\u201c geb\u00fcndelt und koordiniert werden, steht einem reibungslosen Ablauf der Ma\u00dfnahmen nichts im Wege.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Niko Riebel, Jorinda Fahringer, Verena Anlauf, Aljoscha L\u00f6ffler,<\/p>\n<p>Renate Rast\u00e4tter, Benjamin Bauer, Dr. Iris Sardabady<\/p>\n<p>Der Antrag wurde bei der Gemeinderatssitzung vom 10. Dezember 2019 beraten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-5444#top27.1\">Stellungnahme der Stadtverwaltung und Protokoll<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag Die Stadt Karlsruhe unterzeichnet die &#8222;Charta der Vielfalt&#8220; , um die in der Kommune gelebte Offenheit und das st\u00e4dtische Engagement in diesem Bereich sichtbar zu machen. 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