{"id":2548,"date":"2019-11-26T00:00:00","date_gmt":"2019-11-25T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/11\/konzept-ausstiegsprogramm-fuer-frauen-in-zwangs-und-armutsprostitution-interfraktioneller-antrag-von-gruenen-cdu-spd-kal-partei-fdp-linke-fw-fuer-ka-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2025-03-03T15:46:02","modified_gmt":"2025-03-03T14:46:02","slug":"konzept-ausstiegsprogramm-fuer-frauen-in-zwangs-und-armutsprostitution-interfraktioneller-antrag-von-gruenen-cdu-spd-kal-partei-fdp-linke-fw-fuer-ka-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2019\/11\/konzept-ausstiegsprogramm-fuer-frauen-in-zwangs-und-armutsprostitution-interfraktioneller-antrag-von-gruenen-cdu-spd-kal-partei-fdp-linke-fw-fuer-ka-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Konzept \u201eAusstiegsprogramm f\u00fcr Frauen in Zwangs- und Armutsprostitution\u201c  Interfraktioneller Antrag von GR\u00dcNEN, CDU, SPD, KAL\/Partei, FDP, Linke; FW\/F\u00fcr KA:"},"content":{"rendered":"<ol type=\"1\">\n<li>Die Stadtverwaltung legt in Zusammenarbeit mit den Prostituierten-Beratungsstellen der Diakonie Luis.e und von the justice project e.V. ein Konzept f\u00fcr ein Ausstiegsprogramm f\u00fcr Sexarbeiter*innen in Karlsruhe vor.<\/li>\n<li>Bei dem Konzept wird der Fokus auf Frauen in Zwangs- und Armutsprostitution gelegt.<\/li>\n<li>Das Ma\u00dfnahmen-Paket f\u00fcr ein solches Ausstiegsprogramm in Karlsruhe beinhaltet beispielsweise: Ressourcen f\u00fcr Deutschunterricht und Dolmetscher*innen, psychologische Beratung in der jeweiligen Sprache, juristische Beratung und Unterst\u00fctzung bei einer eventuellen polizeilichen Anzeige, Vermittlung und Zur-Verf\u00fcgungsstellung von kurzfristigen Unterk\u00fcnften und sozialp\u00e4dagogische Begleitung.<\/li>\n<li>Die Stadtverwaltung berichtet im Sozialausschuss und im Migrationsbeirat \u00fcber die Kampagne \u201eStoppt Zwangs- und Armutsprostitution\u201c der Stadt Stuttgart. Die Stadtverwaltung pr\u00fcft, wie eine solche Kampagne in Karlsruhe umgesetzt werden k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>Die Beratungsstelle Luis.e des Diakonischen Werkes sowie die Beratungsstelle the justice project leisten eine sehr wertvolle und schwierige Arbeit. Dies wurde unter anderem bei der Veranstaltung zum f\u00fcnfj\u00e4hrigen Bestehen der Beratungsstelle Luis.e deutlich.<\/p>\n<p>Allerdings reichen die Ressourcen nicht aus, um \u00fcber die Beratung hinaus den zahlreichen daran interessierten Frauen ein Ausstiegsprogramm anzubieten. Dies w\u00e4re allerdings angesichts der elenden Lage zahlreicher Sexarbeiter*innen notwendig: Sie gehen nicht der selbstbestimmten Sexarbeit nach, sondern sind als Armuts- oder Zwangsprostituierte dazu gezwungen.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr 600 registrierte Sexarbeiterinnen leben und arbeiten in Karlsruhe. Die Beratungsstelle Luise rechnet mit einer hohen Dunkelziffer (wegen Zwangsprostitution, Menschenhandel, Cyberprostitution usw.). Pro Tag gehen gesch\u00e4tzt zwischen 250 und 300 Frauen der Prostitution nach. Mehr als 70 Prozent der Frauen haben Migrationshintergrund. Fast alle ausl\u00e4ndischen Frauen sind nach Deutschland eingereist, um der Armut in ihren L\u00e4ndern zu entkommen (h\u00e4ufig um die eigene Familie, die Kinder zu ern\u00e4hren).<\/p>\n<p>Die Reise traten manche Frauen auch unter falschen Voraussetzungen an: Ihnen war nicht klar, dass sie hier in Deutschland zur Sexarbeit gezwungen werden und sie hier als (Zwangs-) Prostituierte arbeiten m\u00fcssen. Die Menschenh\u00e4ndler*innen nehmen den Frauen nach der Einreise die Papiere ab.<\/p>\n<p>Frauen ohne Meldeadresse und Papiere und ohne Deutschkenntnisse sind wehrlos. Au\u00dferdem sind diese Frauen nicht krankenversichert. Vor allem nicht krankenversicherte Schwangere befinden sich in einer \u00e4u\u00dferst schwierigen Lage.<\/p>\n<p>Die Frauen werden am Rande der Legalit\u00e4t nach Deutschland gelockt, viele sind durch die erfahrene k\u00f6rperliche und seelische Ausbeutung schnell traumatisiert. Zur\u00fcck k\u00f6nnen viele nicht, weil sie in ihren Heimatl\u00e4ndern als Prostituierte stigmatisiert und ausgesto\u00dfen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die unterzeichnenden Fraktionen sehen unsere Gesellschaft in einer besonderen Verantwortung. Wir wollen die von Zwangs- und Armutsprostitution betroffenen Frauen aus ihrer Unsichtbarkeit, aus ihrer Heimatlosigkeit und Hilflosigkeit herausholen. Sie sollen deshalb in den Sozialberichten erscheinen(z.B. Armutsbericht, Migrationsbericht). Au\u00dferdem soll ein Ausstiegsprogramm angeboten werden, zu dem beispielsweise die im Antrag genannten Angebote geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Stadt Stuttgart hat mit der Plakat-Kampagne \u201eStoppt Zwangs- und Armutsprostitution\u201c eine Wertediskussion zum Frauenbild in der Gesellschaft angesto\u00dfen. Die Menschenw\u00fcrde steht dabei im Mittelpunkt der Kampagne. Adressat*innen der Kampagne sind insbesondere Freier oder M\u00e4nner, die noch zu Freiern werden k\u00f6nnten. Stuttgart will laut eigenen Angaben eine Stadt sein, in der Zwangs- und Armutsprostitution ge\u00e4chtet wird.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte eine solche Kampagne und Wertediskussion in Karlsruhe umgesetzt und angesto\u00dfen werden? Die antragsstellenden Fraktionen w\u00fcnschen sich dar\u00fcber eine Berichterstattung im Sozialausschuss und im Migrationsbeirat.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Aljoscha L\u00f6ffler, Verena Anlauf, Michael Borner, Jorinda Fahringer (GR\u00dcNE Fraktion)<\/p>\n<p>Dr. Rahsan Dogan, Bettina Meier-Augenstein, Karin Wiedemann (CDU-Fraktion)<\/p>\n<p>Yvette Melchien, Irene Moser (SPD-Fraktion)<\/p>\n<p>L\u00fcppo Cramer, Rebecca Ansin (KAL\/Die Partei)<\/p>\n<p>Karl-Heinz Joo\u00df (FDP-Fraktion)<\/p>\n<p>Mathilde G\u00f6ttel, Karin Binder (Die Linke)<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Wenzel, Friedemann Kalmbach (Freie W\u00e4hler\/F\u00fcr Karlsruhe<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web3.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/ris\/bi\/vo0050.php?__kvonr=38082&amp;voselect=5661\"> Der Antrag wurde unter TOP 19 der Gemeinderatssitzung vom 21.01.2020 behandelt.<br \/>\nStellungnahme der Stadtverwaltung und Protokoll&nbsp;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtverwaltung legt in Zusammenarbeit mit den Prostituierten-Beratungsstellen der Diakonie Luis.e und von the justice project e.V. ein Konzept f\u00fcr ein Ausstiegsprogramm f\u00fcr Sexarbeiter*innen in Karlsruhe vor. 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