{"id":2451,"date":"2017-01-24T00:00:00","date_gmt":"2017-01-23T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/01\/massnahmen-gegen-das-schilfsterben-am-knielinger-see-anfrage-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2020-08-17T12:36:30","modified_gmt":"2020-08-17T10:36:30","slug":"massnahmen-gegen-das-schilfsterben-am-knielinger-see-anfrage-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/01\/massnahmen-gegen-das-schilfsterben-am-knielinger-see-anfrage-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Ma\u00dfnahmen gegen das Schilfsterben am Knielinger See"},"content":{"rendered":"<h2> Anfrage: <\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li> Wie haben sich die Schilfbest\u00e4nde an den unter Naturschutz stehenden Gew\u00e4ssern auf der Gemarkung der Stadt Karlsruhe in den letzten Jahren entwickelt? <\/li>\n<li> Wie wirkt sich der R\u00fcckgang des aquatischen Schilfs im Naturschutzgebiet Knielinger See (Altrhein Maxau) auf die Artenvielfalt von Fischen, V\u00f6geln und Insekten aus? <\/li>\n<li> Welche Erkenntnisse liegen der Stadtverwaltung \u00fcber die Ursachen des R\u00fcckgangs des aquatischen Schilfs vor? H\u00e4lt sie es f\u00fcr sinnvoll, ein wissenschaftliches Gutachten dazu in Auftrag zu geben? <\/li>\n<li> Welche Ma\u00dfnahmen sind geplant, um die Entwicklung des Schilfr\u00f6hrichts am Knielinger See zu f\u00f6rdern? <\/li>\n<li> In welchem Entwicklungszustand befindet sich die sogenannte \u201eErnestinenwiese\u201c am nordwestlichen Ufer des Sees? Wird die Einrichtung einer Schilfentwicklungs- und Beobachtungszone im Uferbereich bef\u00fcrwortet, soweit sie mit den Zielen des Managementplanes Natura 2000 \u201eWintersdorf-Karlsruhe\u201c vereinbar ist? <\/li>\n<li> Wird beabsichtigt, die Bootsanlegepl\u00e4tze am Westufer durch die F\u00f6rderung gemeinsamer Nutzungen von Fischerbooten schrittweise zu reduzieren, um damit die Uferzonen f\u00fcr die Entwicklung von Schilfr\u00f6hricht zu erweitern? <\/li>\n<li> Welche alternativen Standorte k\u00f6nnten f\u00fcr eine Verlegung des am S\u00fcdufer direkt an den See angrenzenden Bruthauses der Anglervereine auf der Gemarkung der Stadt Karlsruhe infrage kommen? Mit welchen Kosten m\u00fcsste dabei gerechnet werden und k\u00e4me eine \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung durch die Naturschutzbeh\u00f6rden (Regierungspr\u00e4sidium, Stadt) infrage? <\/li>\n<li> Wird die Stadtverwaltung das Thema in einer der n\u00e4chsten Sitzungen des Naturschutzbeirats auf die Tagesordnung nehmen?<\/li>\n<\/ol>\n<h2> Sachverhalt\/Begr\u00fcndung <br> <\/h2>\n<p> Auf der Gemarkung Karlsruhe befinden sich einige wertvolle unter Naturschutz stehende Seen. <\/p>\n<p> Dazu geh\u00f6ren u. a. der Knielinger See, das Weingartner Moor und der Erlachsee. Ihre Schilfr\u00f6hrichte bieten einer Vielzahl von spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensr\u00e4ume. Die Schilfhalme im Wasser bieten Laichpl\u00e4tze und R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr Jungfische. Viele Vogelarten, u. a. Haubentaucher, Blaukehlchen, Rohr- und Zwergdommeln, br\u00fcten im Schilf. Singv\u00f6gel wie Zaunk\u00f6nige, Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen nutzen R\u00f6hrichte bei der Nahrungssuche. Amphibien und eine Vielzahl von S\u00e4ugetieren leben zeitweise im Schilf. Im Sp\u00e4tsommer und zur Zugzeit werden R\u00f6hrichte von Staren, Rauch- und Uferschwalben sowie von Bachstelzen als Schlafpl\u00e4tze genutzt. <\/p>\n<p> Wegen des hohen \u00f6kologischen Stellenwerts der R\u00f6hrichte ist es deshalb sehr Besorgnis erregend, dass die aquatischen Schilfbest\u00e4nde am Knielinger See seit vielen Jahren stark zur\u00fcckgehen. Bei einer Vorort-Begehung mit VertreterInnen der Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde NABU und BUND wurde uns erl\u00e4utert, dass durch die Verringerung des Schilfr\u00f6hrichts die dortige Artenvielfalt zunehmend bedroht wird. <\/p>\n<p> So sei z. B. die Zahl der Haubentaucher r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Hauptbedrohung f\u00fcr den See wurde 2014 durch die Umleitung des Federbachs zwar beseitigt, aber nach dieser Gro\u00dfma\u00dfnahme m\u00fcssen nun weitere Pflegeschritte folgen. <\/p>\n<p> Am wichtigsten ist die Einrichtung einer gr\u00f6\u00dferen Entwicklungszone auf der mit Geh\u00f6lzen bewachsenen Ernestinenwiese. Ein Teil der Geh\u00f6lze m\u00fcsste dazu gerodet und die Zone bis zum Ufer freigelegt werden, damit die Chance auch zur Entwicklung aquatischen Schilfs besteht. Die im Managementplan Natura 2000 empfohlene \u201eErhaltung der lebensraumtypischen Baumzusammensetzung und Habitatsstrukturen im Wald (Altholz\/Totholz\/Habitatsb\u00e4ume)\u201c sollte dabei beachtet werden. Hilfreich f\u00fcr die Entwicklung des aquatischen Schilfs w\u00e4re, wenn k\u00fcnftig keine St\u00f6rungen mehr stattf\u00e4nden und jegliche Nutzung und Betretung unterbleiben w\u00fcrde. <\/p>\n<p> Eine lange Uferzone ist mit Bootspl\u00e4tzen belegt. Die Stadtverwaltung sollte pr\u00fcfen, wie die sehr hohe Zahl von rund 160 Anlegepl\u00e4tzen f\u00fcr Fischerboote deutlich reduziert werden kann, um weitere Entwicklungszonen f\u00fcr Schilf zu gewinnen. Sinnvoll w\u00e4re au\u00dferdem eine Verlagerung des Bruthauses an einen \u00f6kologisch weniger sensiblen Standort, zumal der Anglerverein dazu seine Bereitschaft signalisiert hat. Die Stadt sollte deshalb nach M\u00f6glichkeiten suchen, den Anglerverein zu unterst\u00fctzen, dieses Vorhaben umzusetzen. <\/p>\n<p> Der R\u00fcckgang des aquatischen Schilfs ist in ganz Mitteleuropa festzustellen. Trotz verschiedener Untersuchungen gibt es bislang noch keine umfassenden Erkenntnisse zu den Ursachen. Es gelingt aber gelegentlich durch geeignete Pflegema\u00dfnahmen, eine Regeneration zu erreichen. Deshalb w\u00e4re es hilfreich, f\u00fcr unsere Karlsruher Standorte ein wissenschaftliches Gutachten einzuholen, um ggf. zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen ergreifen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p> Unterzeichnet von: <\/p>\n<p> Renate Rast\u00e4tter, Johannes Honn\u00e9, Verena Anlauf, Dr. Ute Leidig, Zoe Mayer <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/0314_38.pdf\"> Stellungnahme der Stadtverwaltung f\u00fcr die Gemeinderatssitzung am 14.03.2017<\/a><\/p>\n\n\n<p><strong><em>Aus der Gemeinderatssitzung am 14.03.2017:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir erfuhren ausf\u00fchrlich, dass das Thema beim st\u00e4dtischen Naturschutz in Arbeit ist: \u00dcber das Jahr 2017 l\u00e4uft ein Monitoring und diverse Pflegema\u00dfnahmen wurden ergriffen. Zur Zahl der Anlegepl\u00e4tze f\u00fcr Boote und den Standort des Bruthauses f\u00fcr die Fischnachzucht wird mit dem Anglerverein verhandelt.<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfrage: Wie haben sich die Schilfbest\u00e4nde an den unter Naturschutz stehenden Gew\u00e4ssern auf der Gemarkung der Stadt Karlsruhe in den letzten Jahren entwickelt? 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