{"id":2134,"date":"2018-03-16T00:00:00","date_gmt":"2018-03-15T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2018\/03\/konzept-zum-ausstieg-aus-glyphosat-und-neonicotinoiden-auf-landwirtschaftlich-genutzten-flaechen-in-karlsruhe-antrag-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2020-10-21T09:42:06","modified_gmt":"2020-10-21T07:42:06","slug":"konzept-zum-ausstieg-aus-glyphosat-und-neonicotinoiden-auf-landwirtschaftlich-genutzten-flaechen-in-karlsruhe-antrag-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2018\/03\/konzept-zum-ausstieg-aus-glyphosat-und-neonicotinoiden-auf-landwirtschaftlich-genutzten-flaechen-in-karlsruhe-antrag-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Konzept zum Ausstieg aus Glyphosat und Neonicotinoiden auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen in Karlsruhe"},"content":{"rendered":"<h2>Antrag<\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li> In die st\u00e4dtischen Pachtvertr\u00e4ge wird ein Verbot des Einsatzes von Glyphosat und Neonicotinoiden aufgenommen.<\/li>\n<li> F\u00fcr neue Verpachtungen von st\u00e4dtischen Pachtfl\u00e4chen wird eine nach \u00f6kologischen Kriterien ausgerichtete Bewirtschaftung vereinbart. Die Verfahrensweise bei der Verpachtung von Ackerfl\u00e4chen wird j\u00e4hrlich im zust\u00e4ndigen Ausschuss vorgestellt.<\/li>\n<li> Die Stadtverwaltung eruiert den Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden auf den landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen in Karlsruhe, um Hotspots zu identifizieren, bei denen ein erheblicher Handlungsbedarf besteht.<\/li>\n<li> Auf der Grundlage dieser Daten wird ein Arbeitskreis \u201ePestizidfreie Landwirtschaft Karlsruhe\u201c eingerichtet. Dabei wird angestrebt, den Einsatz von Glyphosat, Neonicotinoiden und anderen chemisch-synthetischen Pestiziden \u00fcber die Erarbeitung eines Reduktions- und Ausstiegspfads zu beenden und die Umstellung auf eine \u00f6kologische Bewirtschaftung gezielt zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<li> Mit den Landwirtschafts\u00e4mtern wird eine vertiefte Beratung zur Verringerung des Einsatzes von Pestiziden sowie die Umstellung auf \u00f6kologische Bewirtschaftung unter Inanspruchnahme aller F\u00f6rderprogramme des Landes und des Bundes vereinbart.<\/li>\n<li> Die Stadtverwaltung erstellt ein Anreizsystem f\u00fcr die Umstellung auf \u00f6kologische Bewirtschaftung auf der Grundlage der Ziele des Biost\u00e4dtenetzwerks, dessen Mitglied sie ist (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20191216103104\/https:\/\/www.biostaedte.de\/ueber-uns\/ziele.html\">https:\/\/www.biostaedte.de\/ueber-uns\/ziele.html<\/a>).<\/li>\n<\/ol>\n<h2> Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>Der Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen f\u00fcr den Artenschwund bei Insekten und von Insekten lebenden Tieren. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Pflanzen- und Insektengifte Glyphosat und Neonicotinoide. Glyphosat gef\u00e4hrdet die menschliche Gesundheit, t\u00f6tet Amphibien und entzieht Insekten die Nahrungsgrundlage. Von der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt eine neue Studie zur Risikoeinsch\u00e4tzung der drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam vor. Sie belegt ein hohes Risiko f\u00fcr die Bienen. Deshalb sollte der Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden zum Schutz von Honig- und Wildbienen, Hummeln sowie Schmetterlingen so schnell wie m\u00f6glich verringert und beendet werden.<\/p>\n<p>Die Stadt Karlsruhe geh\u00f6rt zu den rund 300 Kommunen in Deutschland, die auf ihren \u00f6ffentlichen Gr\u00fcnfl\u00e4chen keine Pestizide einsetzen. Auf unserer Gemarkung gibt es auch eine vielf\u00e4ltige Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen und landwirtschaftlichen Betrieben. Wir GR\u00dcNE wollen diese gewachsene reizvolle Kulturlandschaft in unserer Stadt erhalten. Dies wird nur gelingen, wenn die Landwirt*innen daf\u00fcr gewonnen werden, den Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden zu reduzieren und schrittweise auf eine naturvertr\u00e4gliche und \u00f6kologische Wirtschaftsweise umzustellen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst soll die Stadtverwaltung eruieren, wie hoch der Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden auf den \u00c4ckern ist. Auf dieser Grundlage bietet es sich an, einen Arbeitskreis f\u00fcr die Entwicklung eines Reduktions- und Ausstiegspfads einzurichten. Dabei kann ber\u00fccksichtigt werden, dass schon viele Landwirt*innen mit ersten Ma\u00dfnahmen z.B. mit Lerchenfenstern und Ackerrandstreifen mit Wildbl\u00fcten begonnen haben. Gleichzeitig ist ein Anreizsystem zur Unterst\u00fctzung der Umstellung auf eine naturnahe und \u00f6kologische Bewirtschaftung unverzichtbar. Zur F\u00f6rderung der \u00f6kologischen Landwirtschaft hat sich die Stadtverwaltung mit ihrem Beitritt zum Biost\u00e4dtenetzwerk verpflichtet.<\/p>\n<p>Angesichts des dramatischen R\u00fcckgangs bei Insekten halten wir es f\u00fcr notwendig, dass die Stadt bei ihren eigenen verpachteten Fl\u00e4chen mit dem Ausstieg aus den insektent\u00f6tenden Ackergiften beginnt. In den k\u00fcnftigen Pachtvertr\u00e4gen soll deshalb verbindlich der Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden untersagt und das Gebot der \u00f6kologisch ausgerichteten Bewirtschaftung aufgenommen werden. Dazu m\u00fcssen die Pachtvertr\u00e4ge aktualisiert werden. Im Sinne der Transparenz ist es w\u00fcnschenswert, dass einmal im Jahr \u00fcber die Entwicklung und Verfahrensweise der Verpachtungen im Umwelt-Ausschuss berichtet wird. Das hat das Liegenschaftsamt bereits 2013 auf eine Anfrage der GR\u00dcNEN vom 19.11.2013 angeboten.<\/p>\n<p>Die Umstellung auf naturnahe Bewirtschaftung lohnt sich, denn die Nachfrage nach \u00f6kologisch und regional produzierten Lebensmitteln einschlie\u00dflich ihrer Direktvermarktung steigt immer schneller an. Auch die Landesregierung setzt starke Anreize mit ihrem F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT). Erg\u00e4nzend dazu wurde gerade ein 30 Millionen Euro Sonderprogramm f\u00fcr Biodiversit\u00e4t aufgelegt, von dem auch die Karlsruher Landwirtschaft profitieren kann( <a href=\"https:\/\/mlr.baden-wuerttemberg.de\/de\/unsere-themen\/landwirtschaft\/umweltvertraeglicher-pflanzenbau\/\">https:\/\/mlr.baden-wuerttemberg.de\/de\/unsere-themen\/landwirtschaft\/umweltvertraeglicher-pflanzenbau\/<\/a>).<\/p>\n<p>Info: Im Liegenschaftskataster f\u00fcr den Stadtkreis sind 3.922 ha mit der Bezeichnung \u201eNutzung Landwirtschaftsfl\u00e4chen\u201c ausgewiesen. Insgesamt sind durch die Stadt Karlsruhe und die Ortsverwaltungen 704 ha Fl\u00e4chen zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet, davon 89 an ausw\u00e4rtige Landwirt*innen. Insgesamt gibt es 48 Bauernh\u00f6fe in unserer Stadt, darunter sind zw\u00f6lf konventionelle und zwei \u00f6kologische Haupterwerbsbetriebe. Die \u00fcbrigen sind Nebenerwerbsbetriebe; davon arbeiten 36 konventionell und f\u00fcnf \u00f6kologisch.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Renate Rast\u00e4tter, Johannes Honn\u00e9, Dr. Ute Leidig, Verena Anlauf<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/0515_29.pdf\"> Stellungnahme der Stadtverwaltung f\u00fcr die Gemeinderatssitzung am 15.05.2018<\/a><\/p>\n<p><em>Aus der Gemeinderatssitzung vom 15.05.2018:<\/em><\/p>\n<p><em>Die Stadtverwaltung unterst\u00fctzt zwar grunds\u00e4tzlich unsere Ziele, lehnt aber eine verbindliche Festlegung eines Pestizidverbots auf st\u00e4dtischen Pachtfl\u00e4chen ab. Ein Arbeitskreis wird aber eingerichtet. Die anderen Fraktionen sahen weiteren Vorberatungsbedarf; im Ausschuss f\u00fcr Umwelt und Gesundheit wird es zu diesem Thema nun eine fachliche Vorberatung geben. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag In die st\u00e4dtischen Pachtvertr\u00e4ge wird ein Verbot des Einsatzes von Glyphosat und Neonicotinoiden aufgenommen. F\u00fcr neue Verpachtungen von st\u00e4dtischen Pachtfl\u00e4chen wird eine nach \u00f6kologischen Kriterien ausgerichtete Bewirtschaftung vereinbart. Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[7],"tags":[43],"class_list":["post-2134","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antraege","tag-naturschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2134"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2134\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11057,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2134\/revisions\/11057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}