{"id":2099,"date":"2017-05-30T00:00:00","date_gmt":"2017-05-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/05\/bienen-schuetzen-masterplan-fuer-biodiversitaet-antrag-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2020-08-12T12:42:44","modified_gmt":"2020-08-12T10:42:44","slug":"bienen-schuetzen-masterplan-fuer-biodiversitaet-antrag-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/05\/bienen-schuetzen-masterplan-fuer-biodiversitaet-antrag-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Bienen sch\u00fctzen \u2013 Masterplan f\u00fcr Biodiversit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<h2>Antrag<\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li>Die Stadtverwaltung b\u00fcndelt und erweitert die bisherigen Ma\u00dfnahmen des Naturschutzes zu einem Masterplan f\u00fcr Bienenschutz und Biodiversit\u00e4t.<\/li>\n<li>Folgende Ideen\/Vorschl\u00e4ge sollen dabei u. a gepr\u00fcft werden:\n<ul>\n<li>Wettbewerbe der Stadt wie der Blumenschmuckwettbewerb, der Hinterhofwettbewerb sowie Schulg\u00e4rten verst\u00e4rkt auf bienenfreundliche Bepflanzung begutachten und bewerten<\/li>\n<li>Verleihung einer Urkunde und eines Bienensiegel (Plakette) f\u00fcr Privat- und Kleing\u00e4rten, f\u00fcr Schulh\u00f6fe und Au\u00dfenanlagen von Kindertagesst\u00e4tten f\u00fcr besonders bienenfreundliche Bepflanzung und dazu Saatent\u00fctchen ausgeben<\/li>\n<li>St\u00e4rkere Konzentration der kommunalen Umweltbildung an Schulen auf die globalen Zusammenh\u00e4nge der Bedrohung der Artenvielfalt, deren Ursachen, Auswirkungen und notwendige Ma\u00dfnahmen zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der Bienenhaltung in Privatg\u00e4rten, D\u00e4chern und \u00f6ffentlichen Anlagen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Auf den \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen der Stadt \u2013 Parkanlagen, Stadtgarten, Randstreifen von Verkehrsfl\u00e4chen, u.a. \u2013 werden Bl\u00fcten-Wiesen und -Inseln mit einheimischem Saatgut als Bienenweiden deutlich ausgeweitet und zus\u00e4tzlich eingerichtet. Die Mahd von Gr\u00fcnfl\u00e4chen wird schrittweise noch weiter reduziert und das M\u00e4hgut wird nach der Mahd abgefahren.<\/li>\n<li>An flie\u00dfenden und stehenden Gew\u00e4ssern werden verst\u00e4rkt Bl\u00fchstreifen von einheimischen Saaten in Form von mehrj\u00e4hrigen nektar-und pollenspendenden Trachtfl\u00e4chen f\u00fcr Insekten eingerichtet.<\/li>\n<li>Es wird angestrebt, den Einsatz von hochgiftigen Pestiziden in der Landwirtschaft auf der Gemarkung von Karlsruhe zu \u00fcberwinden. Dazu wird ein Runder Tisch mit den Haupt- und Nebenerwerbs-Landwirten eingerichtet, um einen Verzicht auf hochgiftige Pestizide wie Neonicotinoide sowie Glyphosat zu erreichen. Die bienen- und vogelfreundliche landwirtschaftliche Bewirtschaftung und Umstellung auf \u00f6kologische Bewirtschaftung wird unterst\u00fctzt. Kooperationen von B\u00fcrgerInnen und Schulen mit Biobauernh\u00f6fen werden initiiert.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>Mittlerweile ist ein Verlust von 80 bis 90 % der Masse an Insekten in Deutschland zu beklagen. Der R\u00fcckgang der Anzahl und Artenvielfalt der Best\u00e4uber unter den Insekten, also Wild- und Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge verl\u00e4uft immer dramatischer. Eng damit zusammen h\u00e4ngt der R\u00fcckgang der V\u00f6gel. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der GR\u00dcNEN Bundestagsfraktion (Drs. 18\/12195) hat die erschreckenden Fakten des Vogelverlusts in der Agrarlandschaft aufgezeigt. In der EU betr\u00e4gt er rund 300 Millionen Brutpaare zwischen 1980 und 2010. In Deutschland betr\u00e4gt der Vogelverlust z.B. 84 % der Kiebitze, 63 % der Braunkehlchen und 35 % der Feldlerchen. Es besteht kein Zweifel, dass der R\u00fcckgang der Insekten und V\u00f6gel eng mit dem Pestizideinsatz in der industrialisierten Landwirtschaft und dem Verlust der Lebensr\u00e4ume zusammenh\u00e4ngt. Diese globalen Probleme der Verringerung der Bio-diversit\u00e4t k\u00f6nnen wir in Karlsruhe nicht l\u00f6sen, aber wir k\u00f6nnen im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten das Bewusstsein f\u00fcr diese Problematik sch\u00e4rfen und einen Beitrag zur Verbesserung leisten.<\/p>\n<p>Die Stadtverwaltung hat schon vielf\u00e4ltige Initiativen zum Schutz der Bienen und damit zur F\u00f6rderung von Biodiversit\u00e4t ergriffen. Wir begr\u00fc\u00dfen u. a. die in j\u00fcngster Zeit eingerichtete Info-Seite \u201eWildbienen\u201c auf der st\u00e4dtischen Homepage. Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Parkanlagen und Natur- und Landschaftsschutzgebiete haben einen hohen Stellenwert in unserer Stadt.<\/p>\n<p>Wir GR\u00dcNE sind aber der Meinung, dass zur F\u00f6rderung der Artenvielfalt von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten angesichts der dramatischen Situation weitere Ma\u00dfnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollten. Zum einen sollen Anreize f\u00fcr die Stadtbev\u00f6lkerung, darunter vor allem auch f\u00fcr Kinder und Jugendliche, f\u00fcr Bienenschutzma\u00dfnahmen gesetzt werden. Zum anderen soll die Stadt ihre Vorbildfunktion f\u00fcr die Einrichtung von artenreichen einheimischen bienenfreundlichen Kr\u00e4utern und Stauden noch weiter ausbauen, wie dies aktuell beim neuen Ostauepark praktiziert wurde. Mit Werbema\u00dfnahmen k\u00f6nnen B\u00fcrgerInnen und Schulklassen zum Mitmachen auf eigenen Fl\u00e4chen gewonnen werden. Auch die Abgabe von Sament\u00fcten mit einheimischen Samen w\u00e4re hilfreich. Sehr wichtig sind auch eine noch extensivere Bewirtschaftung der Gr\u00fcnfl\u00e4chen und die Abfuhr des M\u00e4hguts, um artenreiche Magerwiesen zu erhalten.<\/p>\n<p>Bis jetzt ist die Landwirtschaft bei den Aktivit\u00e4ten der Stadt zur Biodiversit\u00e4t noch weitgehend au\u00dfen vor geblieben. In der Antwort auf die Anfrage der GR\u00dcNEN Gemeinderatsfraktion \u201eAusstiegskonzept f\u00fcr Pestizideinsatz auf \u00f6ffentlichen Gr\u00fcn- und Forstfl\u00e4chen\u201c hat die Stadtverwaltung geantwortet, es sei nicht m\u00f6glich, ein Verbot f\u00fcr glyphosathaltige Pestizide in die Pachtvertr\u00e4ge aufzunehmen. Die Stadt Dachau hat vor wenigen Wochen aufgrund eines mit gro\u00dfer Mehrheit gefassten Gemeinderatsbeschlusses ein entsprechendes Verbot in die Pachtvertr\u00e4ge aufgenommen.<\/p>\n<p>In Karlsruhe haben 2016 insgesamt 48 Betriebe (12 im Haupterwerb und 36 im Ne-benerwerb) und von diesen 7 \u00d6kobetriebe (davon 2 Haupterwerbsbetriebe), einen gemeinsamen Antrag auf F\u00f6rderung gestellt. Da es in Karlsruhe aufgrund der urbanen Struktur vor allem Streubesitz und Unterverpachtungen gibt, ist es sinnvoll, die Haupt- und Nebenerwerbslandwirte zu einem Runden Tisch zusammenzubringen. Zu kl\u00e4ren w\u00e4re dort, ob und welche Pestizide von ihnen eingesetzt werden und wie ein Ausstiegskonzept und eine Umstellung auf \u00f6kologischen Betrieb erm\u00f6glicht werden k\u00f6nnen. Als Zwischenl\u00f6sungen bieten sich u. a. Lerchenfenster, Ackerrandstreifen mit einheimischem regionalem Saatgut und \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen an. Einzelne Landwirte sind bereits in diese Richtung vorbildlich aktiv geworden.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Renate Rast\u00e4tter\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Johannes Honn\u00e9\u00a0\u00a0\u00a0 Dr. Ute Leidig\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zoe Mayer\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verena Anlauf<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/0627_18.pdf\"> Stellungnahme der Stadtverwaltung f\u00fcr die Gemeinderatssitzung am 27.06.2017<\/a><\/p>\n\n\n<p><strong>Aus der Gemeinderatssitzung vom 27.06.2017:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es gab hierzu Erg\u00e4nzungsantr\u00e4ge mehrerer Fraktionen zu Einzelaspekten. Wir freuen uns, wenn deren vollmundigen Bekenntnissen zur Biodiversit\u00e4t im Allgemeinen dann auch konkrete Taten folgen, wenn z.B. das Abtransportieren von M\u00e4hgut oder eine manuelle Bek\u00e4mpfung von Beikr\u00e4utern Mehrkosten erfordern. Beim n\u00e4chsten Doppelhaushalt werden wir sehen, ob die anderen Fraktionen bereit sind, mehr Mittel f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen einzustellen, wenn wir dazu Haushaltsantr\u00e4ge stellen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus der Gemeinderatssitzung vom 19.06.2018:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem auf GR\u00dcNEN Antrag 2017 ein Masterplan Biodiversit\u00e4t beschlossen wurde, haben nach der CDU jetzt auch Kult und die SPD Initiativen zur F\u00f6rderung von Insekten und bl\u00fchenden Wiesenfl\u00e4chen vorgelegt. Damit erh\u00f6ht sich die Chance, dass bei den Haushaltsberatungen im Sp\u00e4tjahr mit breiter Mehrheit die 300.000 \u20ac beschlossen werden, die eine naturn\u00e4here Mahd mit Abr\u00e4umen des M\u00e4hgutes laut unserer <a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/08\/ausweitung-von-oekologischen-wiesenflaechen-mittelbedarf-fuer-reduzierung-der-mahd-und-abraeumung-des-maehguts-anfrage-sachverhalt-begruendung\/\">Anfrage <\/a>mehr kostet als das bisherige Vorgehen. Es ist immer wieder erfreulich, wenn GR\u00dcNE Themen nach ein paar Jahren zum politischen Mainstream werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag Die Stadtverwaltung b\u00fcndelt und erweitert die bisherigen Ma\u00dfnahmen des Naturschutzes zu einem Masterplan f\u00fcr Bienenschutz und Biodiversit\u00e4t. 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