{"id":2041,"date":"2015-12-03T00:00:00","date_gmt":"2015-12-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2015\/12\/vermeidung-von-stromsperren-antrag-sachverhalt-begruendung\/"},"modified":"2020-08-25T22:34:33","modified_gmt":"2020-08-25T20:34:33","slug":"vermeidung-von-stromsperren-antrag-sachverhalt-begruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2015\/12\/vermeidung-von-stromsperren-antrag-sachverhalt-begruendung\/","title":{"rendered":"Vermeidung von Stromsperren"},"content":{"rendered":"<h2>Antrag<\/h2>\n<ol type=\"1\">\n<li>Die Stadtwerke Karlsruhe und die Stadtverwaltung pr\u00fcfen die \u00dcbertragung des \u201cSaarbr\u00fccker 4-Punkte Modells\u201c zur Vermeidung von Stromsperren auf Karlsruhe.<\/li>\n<li>Ein entsprechendes Konzept f\u00fcr Karlsruhe wird im Sozialausschuss und im Aufsichtsrat der Stadtwerke vorgestellt und ein Votum eingeholt. Im Gemeinderat wird das Thema anschlie\u00dfend beraten.<\/li>\n<li>Die Aktion \u201eStromspar-Partner Karlsruhe\u201c der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK wird auf Karlsruher Pass Bezieher*innen ausgeweitet. Die Ausweitung auf den entsprechenden Personenkreis wird entsprechend beworben.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Sachverhalt\/Begr\u00fcndung<\/h2>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.saarbruecken.de\/rathaus\/stadtverwaltung\/arbeitgeberin_stadt\/\">,,Saarbr\u00fccker Modell\u201c <\/a>bietet mit geringem finanziellen Mehraufwand die M\u00f6glichkeit, Stromsperren vorzubeugen, indem eine enge Verkn\u00fcpfung zwischen Sozialbeh\u00f6rden und Stromanbieter bereits vor der Stromsperre ansetzt und damit die M\u00f6glichkeit bietet, vor der Abschaltung aktiv zu werden. Dabei handelt es sich um ein Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr Leistungsbezieher*innen nach SGB II und SGB XII, bei dem der Sozialtr\u00e4ger fr\u00fchzeitig Mitteilung \u00fcber Zahlungsst\u00f6rungen erh\u00e4lt, um in diesen F\u00e4llen durch entsprechende Zahlungs-regulierung und -vereinbarung Liefersperren zu vermeiden.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine datenschutzrechtlich unbedenkliche Umsetzung ist die vorherige Einwilligungserkl\u00e4rung der jeweiligen Kund*innen, die einzelfallspezifisch vom Sozialtr\u00e4ger eingeholt wird. In Saarbr\u00fccken konnte 2013, im ersten Jahr nach der Einf\u00fchrung dieses Verfahrens, f\u00fcr 70 % der zun\u00e4chst vorgesehenen Sperren eine andere L\u00f6sung gefunden werden.<\/p>\n<p>Auch in Karlsruhe liegen gute Ausgangsbedingungen f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Saarbr\u00fccker Modells vor, weil die Stadtwerke Karlsruhe einen hohen Marktanteil haben. Trotz Ma\u00dfnahmen wie Stromsparberatungen und der Verwendung von Vorkassenz\u00e4hlern sind in Karlsruhe immer noch j\u00e4hrlich durchschnittlich 1.750 Haushalte von Stromsperren betroffen.<\/p>\n<p>Laut \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c, unter Berufung auf den neuen Monitoring-Bericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt, wurden im vergangenen Jahr bundesweit so vielen Haushalten der Strom abgedreht wie noch nie. Die Energieversorger sperrten die Lieferung in fast 352.000 F\u00e4llen. (2013: 345.000 und 2012: 320.000 F\u00e4lle). Insbesondere im Winter f\u00fchren Stromsperren dabei zu bedrohlichen Wohnsituationen.<\/p>\n<p>Energiearmut ist in den meisten F\u00e4llen das Resultat einer langsamen und stetigen Ver\u00e4nderung der Lebenssituation. Auch wenn der Anteil der Stromkosten der privaten Haushalte an den Konsumausgaben im vergangenen Jahrzehnt weitgehend konstant geblieben ist, deutet die hohe Anzahl an Energiesperren auf steigende finanzielle Probleme einer wachsenden Gruppe von Haushalten mit geringen Einkommen hin. Neben Ans\u00e4tzen wie \u201eStromsparpartner Karlsruhe\u201c und der K\u00fchlger\u00e4tetauschaktion der KEK, die Karlsruher Haushalte vorbeugend unterst\u00fctzen, ist es zunehmend wichtig, auch nach L\u00f6sungsans\u00e4tzen zu suchen, um akute Situationen einer bevorstehenden Stromsperre zu verhindern.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n<p>Bettina Lisbach\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Michael Borner\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Alexander Geiger\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zoe Mayer<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/0216_5.pdf\"> Stellungnahme der Stadtverwaltung f\u00fcr die Gemeinderatssitzung am 16.02.2016<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<p><strong><em>Aus der Gemeinderatssitzung am 16.02.2016:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine zustimmende Antwort von Verwaltung und SprecherInnen aller Fraktionen erhielten wir f\u00fcr unseren Vorschlag, bereits im Vorfeld von Stromsperren gemeinsam mit Jobcenter und Sozialamt nach Wegen zu suchen, wie Stadtwerke-KundInnen ausstehende Rechnungen begleichen und ihren Stromverbrauch verringern k\u00f6nnen. Das Verfahren, ihnen Strom nur noch per Prepaid-Z\u00e4hler zukommen zu lassen, l\u00f6st die hinter dem Zahlungsr\u00fcckstand liegenden Probleme nicht.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag Die Stadtwerke Karlsruhe und die Stadtverwaltung pr\u00fcfen die \u00dcbertragung des \u201cSaarbr\u00fccker 4-Punkte Modells\u201c zur Vermeidung von Stromsperren auf Karlsruhe. 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