{"id":19722,"date":"2026-08-14T10:20:29","date_gmt":"2026-08-14T08:20:29","guid":{"rendered":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=19722"},"modified":"2026-08-14T10:20:31","modified_gmt":"2026-08-14T08:20:31","slug":"faq-zum-rdk-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2026\/08\/faq-zum-rdk-9\/","title":{"rendered":"FAQ zum RDK 9"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>FAQ: Das geplante RDK 9 im Karlsruher Rheinhafen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EnBW plant am Standort des Rheinhafen-Dampfkraftwerks ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Das Vorhaben wird unter der Bezeichnung \u201eRDK 9\u201c gef\u00fchrt. Hier beantworten wir zentrale Fragen zum Projekt und erl\u00e4utern die Position der gr\u00fcnen Gemeinderatsfraktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist das RDK 9 und wer m\u00f6chte es bauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das RDK 9 ist eine geplante Gas- und Dampfturbinenanlage mit Kraft-W\u00e4rme-Kopplung. Sie soll auf dem Gel\u00e4nde des bestehenden Rheinhafen-Dampfkraftwerks errichtet werden. Planung, Bau und Betrieb liegen bei der EnBW Energie Baden-W\u00fcrttemberg AG. Der neue Kraftwerksblock soll zun\u00e4chst mit Erdgas betrieben werden. Die Anlage soll technisch so vorbereitet werden, dass sie sp\u00e4ter auf Wasserstoff umger\u00fcstet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum wird ein neues Kraftwerk geplant?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wind- und Solaranlagen erzeugen nicht zu jeder Zeit ausreichend Strom. In l\u00e4ngeren Phasen mit wenig Wind und Sonneneinstrahlung werden daher regelbare Kraftwerke ben\u00f6tigt, die kurzfristig Strom bereitstellen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen k\u00f6nnen. Das RDK 9 soll au\u00dferdem den Ausstieg aus der Kohleverstromung am Karlsruher Standort unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wann soll das Kraftwerk gebaut werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein verbindlicher Baubeginn steht noch nicht fest. Nach dem Durchf\u00fchrungsvertrag muss die EnBW sp\u00e4testens sechs Monate nach einer bestandskr\u00e4ftigen immissionsschutzrechtlichen Genehmigung mit dem Vorhaben beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anlage soll nach den vertraglichen Regelungen sp\u00e4testens am 31. Dezember 2031 fertiggestellt sein. Die EnBW kann allerdings eine Verl\u00e4ngerung der Fristen beantragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie gro\u00df soll das RDK 9 werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geplant ist eine elektrische Leistung von rund 850 Megawatt. Zus\u00e4tzlich sollen bis zu 220 Megawatt W\u00e4rmeleistung ausgekoppelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wird das RDK 9 auch Fernw\u00e4rme f\u00fcr Karlsruhe liefern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kraftwerk soll technisch in der Lage sein, Fernw\u00e4rme in das Karlsruher Fernw\u00e4rmenetz einzuspeisen. Voraussetzung ist, dass die Stadtwerke Karlsruhe diese W\u00e4rme abnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wird das Kraftwerk nur bei einer Dunkelflaute betrieben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist derzeit nicht verbindlich sichergestellt. Die EnBW geht nach Angaben in der st\u00e4dtischen Beschlussvorlage in der Anfangsphase von etwa 3.000 bis 4.000<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Volllastbetriebsstunden pro Jahr aus. Im immissionsschutzrechtlichen Verfahren wurde vorsorglich eine Genehmigung f\u00fcr bis zu 8.760 Stunden und damit f\u00fcr einen ganzj\u00e4hrigen Betrieb beantragt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist das RDK 9 klimaneutral?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solange Erdgas eingesetzt wird, ist das Kraftwerk nicht klimaneutral. Ein modernes Gaskraftwerk st\u00f6\u00dft zwar pro erzeugter Kilowattstunde deutlich weniger Kohlendioxid aus als ein Kohlekraftwerk. Wie hoch die gesamten Emissionen ausfallen, h\u00e4ngt jedoch wesentlich davon ab, wie viele Stunden das Kraftwerk betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Berechnungen in der st\u00e4dtischen Vorlage w\u00fcrde der spezifische CO\u2082-Aussto\u00df gegen\u00fcber dem Kohlekraftwerk RDK 8 von rund 860 auf etwa 370 Gramm pro Kilowattstunde sinken. Bei einem theoretischen ganzj\u00e4hrigen Betrieb k\u00f6nnten dennoch rund 3,2 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente pro Jahr entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wann soll das Kraftwerk auf Wasserstoff umgestellt werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kraftwerk soll \u201eH\u2082-ready\u201c gebaut werden, also technisch auf eine sp\u00e4tere Umr\u00fcstung vorbereitet sein. Der Generalvertrag enth\u00e4lt jedoch kein bedingungsloses festes Datum f\u00fcr den Wasserstoffbetrieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Verpflichtung zur Umr\u00fcstung greift fr\u00fchestens nach dem 31. Dezember 2034 und nur, wenn unter anderem ausreichend regenerativ erzeugter Wasserstoff in Karlsruhe verf\u00fcgbar ist, die erforderlichen Genehmigungen vorliegen und eine sogenannte regulatorische Preisparit\u00e4t zwischen Wasserstoff und Erdgas besteht. Nach Eintritt aller Voraussetzungen hat die EnBW bis zu 24 Monate Zeit f\u00fcr die Umr\u00fcstung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie war die Position der Gr\u00fcnen Fraktion w\u00e4hrend des Verfahrens?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir standen dem RDK 9 nicht von Anfang an grunds\u00e4tzlich entgegen. F\u00fcr uns war aber immer entscheidend, wie ein solches Kraftwerk ausgestaltet und betrieben wird. Ein neues fossiles Kraftwerk darf nicht zu einem jahrzehntelangen Erdgasbetrieb f\u00fchren. Es muss auf die f\u00fcr die Versorgungssicherheit notwendigen Einsatzzeiten begrenzt werden und so fr\u00fch wie m\u00f6glich klimaneutral betrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb haben wir den Planungsprozess mit insgesamt drei \u00c4nderungs- und Erg\u00e4nzungsantr\u00e4gen begleitet. Mit den ersten beiden Antr\u00e4gen konnten wir erreichen, dass wichtige gr\u00fcne Forderungen in die weiteren Verhandlungen mit der EnBW aufgenommen wurden. Dazu geh\u00f6rten unter anderem RDK 9 f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2025\/04\/ergaenzungsantrag-zu-grundsatzbeschluss-der-stadt-karlsruhe-zur-entwicklungsstrategie-des-kraftwerkstandortes-karlsruhe-der-enbw\/\">Wasserstoffbetrieb <\/a>auszulegen und das Kraftwerk unter bestimmten Voraussetzungen <a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2025\/11\/rdk9-muss-klimaneutral-betrieben-werden\/\">auf regenerativ erzeugten Wasserstoff umzustellen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der abschlie\u00dfenden Beratung in der <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-10566#top9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gemeinderatssitzung im Juli 2026<\/a> waren aus unserer Sicht dennoch weitere Nachbesserungen notwendig. Mit unserem dritten <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-10566#top9.1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erg\u00e4nzungsantrag <\/a>haben wir deshalb gefordert, die Vorkettenemissionen des eingesetzten Erdgases st\u00e4rker zu begrenzen und verbindlich niedrigere H\u00f6chstwerte f\u00fcr den Aussto\u00df von Stickoxiden und Ammoniak festzuschreiben. Da dieser Antrag im Gemeinderat abgelehnt wurde, konnten wir auch der vorgelegten Beschlussvorlage zum RDK 9 nicht zustimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FAQ: Das geplante RDK 9 im Karlsruher Rheinhafen Die EnBW plant am Standort des Rheinhafen-Dampfkraftwerks ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Das Vorhaben wird unter der Bezeichnung \u201eRDK 9\u201c gef\u00fchrt. 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