{"id":19591,"date":"2026-06-24T10:01:55","date_gmt":"2026-06-24T08:01:55","guid":{"rendered":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=19591"},"modified":"2026-06-24T10:13:06","modified_gmt":"2026-06-24T08:13:06","slug":"leitlinien-gegen-kinderarmut-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2026\/06\/leitlinien-gegen-kinderarmut-2\/","title":{"rendered":"Leitlinien gegen Kinderarmut"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rede von Verena Anlauf in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-10540\">Gemeinderatssitzung 23.06.2026 zu TOP 18<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Oberb\u00fcrgermeister, liebe Kolleg*innen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>seit 10 Jahren ca. halte ich hier Reden zum Thema Kinderarmut. Das w\u00e4re ja sehr ok, wenn sich mal was \u00e4ndern w\u00fcrde, aber das tut es kaum. Die Kinderarmut in Deutschland hat sich verfestigt. Das Problem ist, dass wir uns daran gew\u00f6hnen. Ist Kinderarmut normal? War das schon immer so?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mich f\u00fcr meine Kindheit und an die Zeit, als meine T\u00f6chter klein waren, daran nicht erinnern. 1960 war die relative Kinderarmut ein Randph\u00e4nomen. 1980 wuchs sie auf 7 % und dann teilweise in Spr\u00fcngen auf verfestigte 20 &#8211; 22 % heutzutage.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kinderarmut ist also nicht normal, nicht ein ehernes Gesetz, sondern menschengemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht in Karlsruhe gemacht! Karlsruhe, die Sozial- und Jungendbeh\u00f6rde (SJB), das Kinderb\u00fcro, der GR handeln entschieden nach dem Motto &#8222;IN KARLSRUHE WIRD KEIN KIND ZUR\u00dcCKGELASSEN&#8220;. Das ist das Ziel, aber es stimmt nat\u00fcrlich in der Realit\u00e4t nicht. <strong>In Karlsruhe werden Kinder zur\u00fcckgelassen<\/strong>, denn die Defizite, die von verschiedenen Bundesregierungen aller Parteien &#8211; auch meiner eigenen &#8211; herr\u00fchren, k\u00f6nnen durch Kommunalpolitik nicht ausgeglichen werden. B\u00fcrgergeld richtet sich nicht nach dem Bedarf, sondern ist ein Politikum im Bund, um\u00a0sich als Scharfmacher*in f\u00fcr eine Scheingerechtigkeit darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist f\u00fcr eine alleinerziehende Familie im B\u00fcrgergeldbezug kaum mehr als einmal im Monat ein Freibadbesuch mit einem kleinen Eis und dem Fahrgeld m\u00f6glich. &nbsp;Ein Grund ist, dass viele Familien \u00fcber mehrere Jahre Darlehen vom Jobcenter abbezahlen m\u00fcssen, f\u00fcr Kautionen, Elektroger\u00e4te oder Reparaturen. Da bleibt nichts \u00fcbrig f\u00fcr Freizeit oder eine Radreparatur. Dann werden eben Kinder zur\u00fcckgelassen. In Karlsruhe leben rund 4.500 Kinder in relativer Armut.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Armutsbericht stemmt sich dem aber entgegen: wir geben dennoch nicht auf und gew\u00f6hnen uns nicht an Kinderarmut. Super ist, dass der Anteil der Kinder, die einen Kinderpass erhalten deutlich gestiegen ist, weil mehr Familien erreicht werden. Das ging nur mit hohem Engagement und viel Kreativit\u00e4t in der Verwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Neu im Bericht ist die Bearbeitung des Themas Wohnen, verbunden mit der Angabe von Ma\u00dfnahmen (z.B. Wohnungstausch). Es wirkt so \u2013 positiverweise \u2013 als wolle die SJB beim Thema \u201cWohnen\u201d als vermutlich wichtigste soziale Frage \u2013 \u00fcber die Akquise hinaus nicht mehr stillhalten und st\u00e4rker zu diesem Punkt Stellung nehmen. Das wird Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel ist und bleibt, kein Kind zur\u00fcckzulassen. Das ist momentan ein immer schwierigerer Weg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede von Verena Anlauf in der&nbsp;Gemeinderatssitzung 23.06.2026 zu TOP 18 Sehr geehrter Oberb\u00fcrgermeister, liebe Kolleg*innen und Kollegen, seit 10 Jahren ca. halte ich hier Reden zum Thema Kinderarmut. 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