{"id":19232,"date":"2026-03-25T12:16:16","date_gmt":"2026-03-25T11:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=19232"},"modified":"2026-04-16T15:36:34","modified_gmt":"2026-04-16T13:36:34","slug":"foerderung-einer-nachhaltigen-ernaehrungswende-durch-die-plant-based-treaty-initiative-in-der-stadt-karlsruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2026\/03\/foerderung-einer-nachhaltigen-ernaehrungswende-durch-die-plant-based-treaty-initiative-in-der-stadt-karlsruhe\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung einer nachhaltigen Ern\u00e4hrungswende durch die Plant Based Treaty-Initiative in der Stadt Karlsruhe"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Interfraktioneller Antrag<br><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem Ziel, zur Reduzierung des CO2-Fu\u00dfabdruckes und der Entlastung planetarer Grenzen beizutragen und gleichzeitig eine gesunde Ern\u00e4hrungsweise zu f\u00f6rdern, beschlie\u00dft der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe, den Plant Based Treaty<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> nach dem Vorbild von \u00fcber 45 anderen St\u00e4dten weltweit zu unterzeichnen und durch folgende Ma\u00dfnahmen zu unterst\u00fctzen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Stadt verpflichtet sich, das Angebot pflanzenbasierter Speisen bei \u00f6ffentlichen Sitzungen und Veranstaltungen auf mindestens 70 % zu erh\u00f6hen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Stadtverwaltung pr\u00fcft die M\u00f6glichkeiten zur st\u00e4rkeren Ber\u00fccksichtigung pflanzlicher Produkte in Anlehnung an die Empfehlungen des Plant Based Treaty und legt den Mitgliedern des Gemeinderats einen Vorschlag zur entsprechenden \u00dcberarbeitung der Beschaffungs- und Catering-Richtlinien der Stadt vor.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Alle von der Stadt Karlsruhe betriebenen Einrichtungen, einschlie\u00dflich Schulen und Freizeiteinrichtungen werden dazu aufgefordert, die Verf\u00fcgbarkeit und Qualit\u00e4t erschwinglicher pflanzenbasierter Mahlzeiten kontinuierlich zu verbessern.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Darstellung der Mahlzeiten in den Kantinen \u00f6ffentlicher Einrichtungen soll so ge\u00e4ndert werden, dass pflanzenbasierte Optionen immer zuerst aufgef\u00fchrt und als \u201eklimafreundliches Essen\u201c gekennzeichnet werden. Bei Kantinen, \u00fcber die die Stadt nicht direkt bestimmen kann, die aber mit der Stadt verbunden sind, wirbt die Stadt ebenfalls f\u00fcr eine entsprechende Darstellung.<\/li>\n\n\n\n<li>Es wird eine \u00f6ffentliche Mitteilung herausgegeben, in der die Unterst\u00fctzung des Plant Based Treaty sowie die Gr\u00fcnde daf\u00fcr erl\u00e4utert werden. Dies soll sowohl \u00fcber Printmedien als auch \u00fcber verschiedene Social-Media-Kan\u00e4le an unterschiedliche Zielgruppen gerichtet werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Dieser Antrag wird an Karlsruhes Partnerst\u00e4dte weitergeleitet mit der Einladung, ebenfalls die Plant Based Treaty-Initiative zu unterst\u00fctzen.<br><br><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong><u>Sachverhalt und Begr\u00fcndung:<\/u><\/strong><strong><u><\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Karlsruhe befindet sich mit der Verbindlichkeit der DGE-Standards in der Schulverpflegung bereits auf dem Weg einer nachhaltigen Ern\u00e4hrungswende. Darauf aufbauend kann die Stadt Karlsruhe durch die Initiative des Plant-Based-Treaty die gezielte F\u00f6rderung des Konsums pflanzenbasierter Lebensmittel in ihren \u00f6ffentlichen Einrichtungen vorantreiben und so einen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der Klimakrise, der Verbesserung der \u00f6ffentlichen Gesundheit und der Verringerung konsumbezogener Emissionen innerhalb und au\u00dferhalb der Stadtgrenzen leisten. Damit kann Karlsruhe als erste Stadt in Deutschland den Plant-Based-Treaty unterzeichnen und Pionierin f\u00fcr eine lokale Ern\u00e4hrungswende werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Klimaschutzprogramm 2023 hat sich Deutschland verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 % gegen\u00fcber 1990 zu senken und bis 2045 Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen. Laut dem Emissions-GAP-Report 2024 des UNEP w\u00fcrde die Fortf\u00fchrung der derzeitigen richtlinienbasierten Minderungsma\u00dfnahmen die Erderw\u00e4rmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 % auf maximal 3,1 \u00b0C bis Ende des Jahrhunderts begrenzen, wobei eine 10%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Erw\u00e4rmung 3,6 \u00b0C \u00fcberschreitet. Dies zeigt, dass die bisherigen Anstrengungen unzureichend sind, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, und dass dringend ambitioniertere Ma\u00dfnahmen erforderlich sind. Nach Angaben des Umweltbundesamtes entfallen 76 % der Methanemissionen in Deutschland auf die Landwirtschaft. Innerhalb dieses Sektors ist die Tierhaltung die Hauptquelle dieses besonders klimasch\u00e4dlichen Treibhausgases. Das globale Ern\u00e4hrungssystem ist der wichtigste Treiber des rasanten Biodiversit\u00e4tsverlusts \u2013 ein Trend, der sich ohne eine agrarische Wende weiter beschleunigen wird. Hauptursache sind die enormen Fl\u00e4chenanspr\u00fcche der Tierhaltung und die damit verbundene Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit beginnen L\u00e4nder und St\u00e4dte, konsumbezogene Emissionen zu ber\u00fccksichtigen. Dadurch steigen die Emissionen, die St\u00e4dten zugerechnet werden, erheblich \u2013 mit Lebensmitteln als einem der gr\u00f6\u00dften Faktoren. Damit w\u00e4chst die Bedeutung von Konsum und Ern\u00e4hrung, was verdeutlicht, dass St\u00e4dte die \u00f6kologischen Auswirkungen ihrer Ern\u00e4hrungsmuster st\u00e4rker in den Blick nehmen m\u00fcssen. Aus diesen Gr\u00fcnden wird es deshalb zunehmend dringlich, die zentrale Rolle des Ern\u00e4hrungssystems bei den Treibhausgasemissionen anzuerkennen. Eine internationale Initiative f\u00fcr einen Plant Based Treaty wird derzeit weltweit vorangetrieben und verfolgt folgende Ziele:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 ein gesundes und nachhaltiges pflanzenbasiertes Ern\u00e4hrungssystem zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 die immer weiter zunehmende Ausweitung der tierischen Landwirtschaft weltweit zu stoppen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 kritische \u00d6kosysteme im Einklang mit dem globalen Ziel, die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 \u00b0C zu begrenzen, wiederherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 durch sozial-gerechte \u00dcbergangspl\u00e4ne zur Eind\u00e4mmung der Klimakrise beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ern\u00e4hrungsumstellung hin zu pflanzlicher Kost tr\u00e4gt nicht nur zur Bew\u00e4ltigung \u00f6kologischer Herausforderungen bei, sondern verbessert auch die \u00f6ffentliche Gesundheit. Aus Daten des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) geht hervor, dass der durchschnittliche Fleischverzehr in Deutschland mit rund einem Kilogramm Fleisch- und Wurstwaren pro Person und Woche noch immer deutlich \u00fcber dem von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) empfohlenen H\u00f6chstwert liegt. Ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch erh\u00f6ht das Risiko, an Darmkrebs, Brustkrebs oder Typ-2-Diabetes mellitus zu erkranken. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die h\u00e4ufigste Todesursache in Deutschland und machen rund 40 % aller Todesf\u00e4lle aus. Die Ern\u00e4hrung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Pr\u00e4vention dieser Krankheiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da pflanzliche Lebensmittel einfacher zu lagern sind und eine l\u00e4ngere Haltbarkeit haben, tr\u00e4gt ihre F\u00f6rderung au\u00dferdem zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung bei. Eine Umstellung auf pflanzenbasierte Speisen bei st\u00e4dtischen Veranstaltungen ist weniger kostenintensiv als das bisherige Angebot und erleichtert die Bereitstellung erschwinglicher, nahrhafter und vollwertiger Mahlzeiten in kommunalen Einrichtungen. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrde eine st\u00e4rkere Beschaffung und Einlagerung beispielsweise von H\u00fclsenfr\u00fcchten die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t Karlsruhes und die Resilienz in Krisenzeiten st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unterzeichnet von:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tanja Kaufmann und Anne Berghoff, Fraktion Die LINKE &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ivo Dujmovi\u0107 und Jorinda Fahringer, Fraktion B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN Fabian Gaukel und Adina Gei\u00dfinger, Volt-Fraktion<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a>&nbsp; <a href=\"https:\/\/plantbasedtreaty.org\/the-pbt\/\">https:\/\/plantbasedtreaty.org\/the-pbt\/<\/a> (Aufruf 17.03.26)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrag wird am <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-10515\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">05. Mai 2026 im Haupt- und Finanzausschuss<\/a> aufgerufen und beraten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interfraktioneller Antrag Mit dem Ziel, zur Reduzierung des CO2-Fu\u00dfabdruckes und der Entlastung planetarer Grenzen beizutragen und gleichzeitig eine gesunde Ern\u00e4hrungsweise zu f\u00f6rdern, beschlie\u00dft der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe, den Plant [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":19233,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[7],"tags":[102,35],"class_list":["post-19232","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antraege","tag-ernaehrung","tag-klimaschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19232"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19402,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19232\/revisions\/19402"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19233"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}