{"id":19155,"date":"2026-03-12T11:59:12","date_gmt":"2026-03-12T10:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=19155"},"modified":"2026-03-19T15:36:10","modified_gmt":"2026-03-19T14:36:10","slug":"erinnern-heisst-veraendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2026\/03\/erinnern-heisst-veraendern\/","title":{"rendered":"Erinnern hei\u00dft Ver\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"\n<p>Beitrag f\u00fcr die Stadtzeitung von Ceren Akbaba<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-800x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16857\" style=\"width:264px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-800x800.jpg 800w, https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-400x400.jpg 400w, https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-150x150.jpg 150w, https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-768x768.jpg 768w, https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/07.-Ceren-Akbaba-Profilbild-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 16. Oktober 1996 war ich sieben Jahre alt. Es war eine Zeit, in der t\u00fcrkeist\u00e4mmige und migrantische Familien begannen, ihre Wohnungst\u00fcren in Karlsruhe doppelt zu verriegeln \u2012 aus Angst und aus Verzweiflung. Heute bin ich 37 Jahre alt. 30 Jahre hat es gedauert, bis eine Gedenkstele am Ort des Geschehens, an der Ecke Markgrafen- und Kreuzstra\u00dfe, aufgestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brandstiftung in Karlsruhe 1996<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle werden Passant*innen nun dazu aufgefordert, kurz innezuhalten und die Namen der Opfer zu lesen. Namen, die noch immer schwer \u00fcber unsere Lippen kommen \u2012 obwohl sie schon lange ein Teil unserer Gesellschaft sind. Die Namen derer, an die wir &nbsp;hier gedenken, lauten: Fethiye Yilmaz, Alahittin Yilmaz und H\u00fcseyin Evcim. Als Fraktion GR\u00dcNE haben wir die Verwaltungsvorlage f\u00fcr die Stele gern unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Terroranschlag in Hanau 2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ein \u00f6ffentliches Erinnern kann es nie zu sp\u00e4t sein. Das gilt auch f\u00fcr die Menschen in Hanau. Am 19. Februar j\u00e4hrten sich die rassistischen Morde zum sechsten Mal. Hatte ich als Kind einen Schatten der Angst in den Augen meiner Eltern wahrgenommen, war ich war ich 2020 selbst erf\u00fcllt von Angst und Wut. Der rassistische Anschlag auf zehn junge Menschen in Hanau traf diesmal die dritte Generation von Eingewanderten \u2012 mit einer Wucht, von der ich mich bis heute nicht erholen kann \u2012 und will.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Brand in Karlsruhe 1996 und der rechtsterroristische Anschlag in Hanau 2020 stehen in einer Reihe rechtsextremer Gewalttaten in Deutschland. Es ist eine berechtigte Frage, welchen Platz diese Anschl\u00e4ge im kollektiven Ged\u00e4chtnis einnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erinnerungskultur neu denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ruf nach einer neuen, inklusiven Erinnerungskultur, die auch die postmigrantische Gegenwartsrealit\u00e4t miteinbezieht, ist schon lange da. Denn wer und an was in Deutschland erinnert wird, bestimmt mit, wer in diesem Land dazu z\u00e4hlt und wer nicht. Erinnerungsarbeit kann also beides sein: ausschlie\u00dfend oder st\u00e4rkend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur durch aktives Erinnern und gemeinsames Trauern kann Erinnerung Ver\u00e4nderung bewirken. Auch der Erinnerungsleitfaden der Stadt Karlsruhe betont, dass Erinnerung stets aus der Gegenwart heraus entsteht \u2013 und enth\u00e4lt damit den Auftrag, die Erinnerungskultur stetig weiterzuentwickeln. Diesen Auftrag nehmen wir GR\u00dcNE an.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>InternationalerTag gegen Rassismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt, Hass und Menschenfeindlichkeit jedweder Couleur sind Teil unserer gesellschaftlichen Realit\u00e4t. Sie kehren immer wieder zur\u00fcck \u2013 in anderer Form, ausge\u00fcbt von anderen T\u00e4tern. Eine starke Antwort darauf ist, inne- und zusammenzuhalten. Daf\u00fcr eignet sich vor allem der Internationale Tag gegen Rassismus am 21. M\u00e4rz jeden Jahres. Der offizielle Fr\u00fchlingsanfang kann uns vor Augen f\u00fchren, wie wir uns an den \u00fcbrigen 364 Tage begegnen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wochen gegen Rassismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Wochen gegen Rassismus in Karlsruhe, f\u00fcr deren Fortf\u00fchrung wir uns in den schwierigen Haushaltsberatungen mit einem Antrag erfolgreich eingesetzt haben, bieten eine wichtige Plattform. Sie laden dazu ein, miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen \u2013 damit T\u00fcren nie wieder doppelt verschlossen werden m\u00fcssen. Wir sehen uns dort!&nbsp;<br>Ceren Akbaba, Stadtr\u00e4tin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag f\u00fcr die Stadtzeitung von Ceren Akbaba Am 16. Oktober 1996 war ich sieben Jahre alt. 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