{"id":16552,"date":"2024-04-09T09:57:22","date_gmt":"2024-04-09T07:57:22","guid":{"rendered":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=16552"},"modified":"2025-06-10T11:10:23","modified_gmt":"2025-06-10T09:10:23","slug":"einrichtung-eines-runden-tisches-zur-hiv-praevention-und-prep-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2024\/04\/einrichtung-eines-runden-tisches-zur-hiv-praevention-und-prep-versorgung\/","title":{"rendered":"Einrichtung eines Runden Tisches zur \u201eHIV-Pr\u00e4vention und PrEP-Versorgung\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Antrag zur Vorberatung im Fachausschuss<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>1. Die Stadtverwaltung stellt die aktuelle Lage in der HIV-Pr\u00e4vention, insbesondere im Bereich Testangebote und Versorgung mit der HIV-Pr\u00e4-Expositionsprophylaxe (PrEP) in Karlsruhe dar.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Um die Lage in voller Detailsch\u00e4rfe zu erfassen und notwendige Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung zu erarbeiten, richtet die Stadtverwaltung einen Runden Tisch zur \u201eHIV-Pr\u00e4vention und PrEP-Versorgung\u201c ein. An diesem sollen die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung, das St\u00e4dtische Klinikum, das Gesundheitsamt Karlsruhe und ZeSIA (AIDS-Hilfe Karlsruhe e.V.) beteiligt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Begr\u00fcndung\/Sachverhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die anonyme Testung auf HIV und andere sexuell \u00fcbertragbare Erkrankungen im Gesundheitsamt Karlsruhe ist eine telefonische Terminvereinbarung notwendig. Bei einem Anruf im Gesundheitsamt zur Terminvereinbarung am 13.02.2024 f\u00fcr eine Testung war das fr\u00fcheste Angebot f\u00fcr einen Termin am 08.04.2024, also fast acht Wochen sp\u00e4ter. Eine lange Wartezeit kann bei unentdeckten Infektionen zu einer Weiterverbreitung f\u00fchren. Der Anruf und die lange Wartezeit k\u00f6nnen zudem eine hohe Zugangsbarriere bedeuten. Fr\u00fcher waren Testungen beim Gesundheitsamt ohne Anmeldungen m\u00f6glich. Dies konnte jedoch eine lange Wartezeit vor Ort sowie zahlreiche Begegnungen mit anderen Menschen bedeuten. Beide Angebote, mit und ohne Anmeldung, haben somit aus unserer Sicht ihre Berechtigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Testungen bei vorliegenden Infektionen und nach deren Behandlung liegen in der Verantwortung der behandelnden \u00c4rzt*innen. Wird diese Aufgabe verst\u00e4rkt vom Gesundheitsamt \u00fcbernommen, k\u00f6nnte dies dort zu Kapazit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>In Karlsruhe gibt es nach unserer Information derzeit eine Praxis, die PrEP zur HIV-Pr\u00e4vention mit ca. 200 Pl\u00e4tzen f\u00fcr Karlsruhe und die ganze Region verordnet. PrEP, die sogenannte Pr\u00e4-Expositionsprophylaxe, ist ein Medikament, das eingenommen wird, um vor einer HIV-Infektion zu sch\u00fctzen. Alle Menschen mit einem erh\u00f6hten Infektionsrisiko haben seit dem 01. September 2019 Anspruch auf \u00e4rztliche Untersuchung, Beratung und Arzneimittel zur Vorsorge (siehe: https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/terminservice-und-versorgungsgesetz\/prep)<\/p>\n\n\n\n<p>PrEP empfiehlt sich insbesondere bei M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nnern haben (MSM) und bei trans Personen, insbesondere wenn sie Analverkehr praktizieren und dies teilweise mit erh\u00f6htem Risiko. Auch f\u00fcr Partner*innen von Menschen mit HIV, die keine Therapie machen, bei denen diese nicht richtig wirkt oder noch keine sechs Monate wirkt, empfiehlt sich die PrEP. Genauso auch f\u00fcr Menschen, die Sex mit Partner*innen haben, bei denen eine unerkannte HIV-Infektion wahrscheinlich ist. Auch f\u00fcr Menschen, die Drogen ohne sterile Spritzbestecke injizieren, ist die PrEP empfohlen. (siehe: https:\/\/www.aidshilfe.de\/hiv-prep#f-r-wen-wird-die-prep-empfohlen-)<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in ganz Deutschland zu Beginn des Jahres \u00fcber die knapp werdende PrEP-Medikation geklagt wurde, ist es in Karlsruhe fast unm\u00f6glich, \u00fcberhaupt erst ein Rezept hierf\u00fcr zu bekommen. Dazu braucht es \u00c4rzt*innen, die diese verordnen, genauso wie Hospitationspl\u00e4tze zur Erlangung der entsprechenden Zulassung. Zur Erreichung des WHO-Ziels, die HIV-Neuinfektionen bis 2030 auf nahezu Null zu senken, spielen gen\u00fcgend Pl\u00e4tze zur PrEP-Versorgung eine genauso gro\u00dfe Rolle wie ein kostenloses Testangebot f\u00fcr Risikogruppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Runde Tisch kann einen wichtigen Beitrag leisten, L\u00f6sungen zur Deckung der Bedarfe zu erarbeiten und so einen Weg aufzeigen, wie das WHO-Ziel auch in Karlsruhe erreicht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von:<br>Niko Riebel, Jorinda Fahringer, Verena Anlauf, Benjamin Bauer<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sitzung des Ausschusses f\u00fcr Umwelt und Gesundheit AUG am 16.05. 2024 wurde die bestehende Situation ausf\u00fchrlich dargestellt und  <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-9685#top7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">unserem Anliegen, einen Runden Tisch durchzuf\u00fchren, wurde stattgegeben<\/a>: Das Gesundheitsamt, die Kreisd\u00e4rzteschaft, das St\u00e4dtische Klinikum Karlsruhe und das Zentrum f\u00fcr sexuelle Gesundheit, Identit\u00e4t und Aufkl\u00e4rung (ZeSIA) bef\u00fcrworten die Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema HIV-Pr\u00e4vention und HIV-Pr\u00e4-Expositionsprophylaxe (PrEP)-Versorgung in Karlsruhe. Die Koordination des Austauschs \u00fcbernimmt das Gesundheitsamt Karlsruhe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag zur Vorberatung im Fachausschuss 1. Die Stadtverwaltung stellt die aktuelle Lage in der HIV-Pr\u00e4vention, insbesondere im Bereich Testangebote und Versorgung mit der HIV-Pr\u00e4-Expositionsprophylaxe (PrEP) in Karlsruhe dar. 2. 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