{"id":1603,"date":"2017-04-10T00:00:00","date_gmt":"2017-04-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/04\/gruene-veranstaltung-zur-gemeinschaftsschule-am-4-april-einhelliger-wunsch-nach-einer-gymnasialen-oberstufe-an-einer-karlsruher-gemeinschaftsschule\/"},"modified":"2020-08-11T21:57:18","modified_gmt":"2020-08-11T19:57:18","slug":"gruene-veranstaltung-zur-gemeinschaftsschule-am-4-april-einhelliger-wunsch-nach-einer-gymnasialen-oberstufe-an-einer-karlsruher-gemeinschaftsschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2017\/04\/gruene-veranstaltung-zur-gemeinschaftsschule-am-4-april-einhelliger-wunsch-nach-einer-gymnasialen-oberstufe-an-einer-karlsruher-gemeinschaftsschule\/","title":{"rendered":"GR\u00dcNE Veranstaltung zur Gemeinschaftsschule am 4. April: Einhelliger Wunsch nach einer gymnasialen Oberstufe an einer Karlsruher Gemeinschaftsschule"},"content":{"rendered":"<p>Im Mittelpunkte der Gemeinschaftsschule-Veranstaltung der Gr\u00fcnen Gemeinderatsfraktion am 4. April 2017 stand das Thema \u201eWie geht es weiter in der Oberstufe?\u201c \u201eNach einem Vorort-Besuch an den vier Karlsruher Gemeinschaftsschulen Anfang dieses Jahres zeigte sich, dass das Thema \u201agymnasiale Oberstufe\u2019 den Schulleitungen und Eltern unter den N\u00e4geln brennt\u201c, so Stadtr\u00e4tin Renate Rast\u00e4tter, schulpolitische Sprecherin. \u201eDeshalb dr\u00e4ngt die Zeit, um zu kl\u00e4ren, ob und wann in Karlsruhe eine gymnasiale Oberstufe an einer der vier Karlsruher Gemeinschaftsschulen eingerichtet wird\u201c.<\/p>\n<p>Ende des Schuljahres werden die ersten Sch\u00fclerInnen der Augustenburg-Gemeinschaftsschule, die zu den 41 Starterschulen im Land geh\u00f6rt, die Schule nach der 10. Klasse beenden. Bereits am Schuljahresende 2018\/19, wenn die Abschlussklassen der Drais-Gemeinschaftsschule dazu kommen, wird voraussichtlich die Zahl von 60 Sch\u00fclerInnen mit gymnasialem Niveau erreicht werden, die f\u00fcr die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe erforderlich ist.<\/p>\n<p>Als Referenten hatten die Gr\u00fcnen Dr. Joachim Friedrichsdorf, den ehemaligen Schulleiter der T\u00fcbinger Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule und Vorstandsmitglied des Vereins der Gemeinschaftsschulen, eingeladen. Er ist der Initiator der Gemeinschaftsschulentwicklung in T\u00fcbingen und hat die Einf\u00fchrung einer gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule strukturell und inhaltlich vorangebracht. Seit dem 3. April 2017 liegt die Zustimmung des Gemeinderats vor. Oberb\u00fcrgermeister Boris Palmer wird jetzt die Einf\u00fchrung der gymnasialen Oberstufe beim Land beantragen. Die sechsz\u00fcgige Gebhard-Gemeinschaftsschule in Konstanz hat ebenfalls eine gymnasiale Oberstufe beantragt. Damit werden die ersten gymnasialen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen in Baden-W\u00fcrttemberg voraussichtlich in T\u00fcbingen und in Konstanz eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst stellten Micha Pallesche, Schulleiter der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule und sein Stellvertreter das p\u00e4dagogische Konzept ihrer Schule vor. Im Anschluss erl\u00e4uterte Dr. Friedrichsdorf die Gr\u00fcnde, weshalb eine gymnasiale Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule unverzichtbar sei. Die neue Schulart sei als erg\u00e4nzendes Schulangebot in Baden-W\u00fcrttemberg einf\u00fchrt worden und soll den Weg zum Abitur in neun Jahren erm\u00f6glichen. Er zeigte die inneren und \u00e4u\u00dferen Erfolgsbedingungen auf, die f\u00fcr die Positionierung der Gemeinschaftsschule als erg\u00e4nzende Schulart in der Gesellschaft wichtig sind.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li> Eine repr\u00e4sentative Zusammensetzung der Sch\u00fclerInnen mit unterschiedlicher Bildungsempfehlung. Sonst entsteht ein kritisches Lernmilieu mit schwindender Akzeptanz f\u00fcr diese Schulart. Das kann nur erreicht werden, wenn die Schule attraktive Perspektiven f\u00fcr Eltern von Kindern mit gymnasialer Empfehlung bis zum Abitur bietet.<\/li>\n<li> Bildungsg\u00e4nge m\u00fcssen schl\u00fcssig sein. Die Lernkultur der Gemeinschaftsschule, die sehr stark auf Selbstst\u00e4ndigkeit und Eigenverantwortung bei hohen individuellen Leistungsanforderungen setzt, muss auch in der Oberstufe fortgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li> Nur wenn Gymnasiallehrkr\u00e4fte der Gemeinschaftsschule auch an der Oberstufe unterrichten k\u00f6nnen, ist die Gemeinschaftsschule f\u00fcr sie eine berufliche Perspektive.<\/li>\n<li> Glaubw\u00fcrdigkeit und Verl\u00e4sslichkeit den Eltern gegen\u00fcber: Man hat ihnen de facto versprochen, dass ihre Kinder mit gymnasialem Lernniveau bis zum Abitur die Gemeinschaftsschule besuchen k\u00f6nnen. Dazu braucht es mindestens eine gymnasiale Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule in zumutbarer Entfernung.<\/li>\n<li> Eine gesellschaftliche Akzeptanz wird dann erreicht, wenn die Eltern zweifelsfrei feststellen k\u00f6nnen, dass ihr Kind alle Abschlussoptionen ohne H\u00fcrden hat.<\/li>\n<li> Die gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule hat ein spezifisches p\u00e4dagogisches Konzept, das sich von den Oberstufen an den allgemein bildenden Gymnasien und den Beruflichen Gymnasien unterscheidet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gro\u00dfes Interesse fand die Beschreibung der Vorgehensweise zur Konsensfindung bei allen Betroffenen und der Politik in T\u00fcbingen. Herr Friedrichsdorf schilderte das umfassende Beteiligungsverfahren, bei dem auch die VertreterInnnen der Gymnasien und Beruflichen Schulen einbezogen waren. Sehr f\u00f6rderlich war eine wissenschaftliche Erhebung \u00fcber die Auswirkungen der gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule (Prof. Dr. Bohl, Universit\u00e4t T\u00fcbingen). Dabei wurde festgestellt, dass eine dreiz\u00fcgige Oberstufe an einer der drei Gemeinschaftsschulen kaum nachteilige Auswirkungen auf die Anmeldezahlen der Beruflichen und allgemein bildenden Gymnasien haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde die aktuelle Situation in Karlsruhe debattiert. Die anwesenden SchulleiterInnen der Karlsruher Gemeinschaftsschulen w\u00fcnschten Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine gymnasiale Oberstufe durch den Gemeinderat und die Stadt. Auch die Elternbeiratsvorsitzende der Stadt Karlsruhe, Veronika Pepper, argumentierte \u00fcberzeugend daf\u00fcr. Schulamtsleiterin Elisabeth Gro\u00df betonte die Lernfreude der Sch\u00fclerInnen und die hohe Zufriedenheit der Eltern an den Gemeinschaftsschulen.<\/p>\n<p>\u201eAllerdings unterscheidet sich die Ausgangslage in Karlsruhe sehr stark von T\u00fcbingen. In T\u00fcbingen gibt es l\u00e4ngst schon das zwei-S\u00e4ulen Modell von Gymnasium und Gemeinschaftsschule \u2013 ohne andere Schularten. In Karlsruhe haben wir neben den vier Gemeinschaftsschulen noch acht Realschulen und vier Werkrealschulen\u201c, so Rast\u00e4tter. Deshalb sei es wichtig, zun\u00e4chst einmal die Voraussetzungen f\u00fcr die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen werden sich nun zun\u00e4chst mit den anderen Gemeinderatsfraktionen verst\u00e4ndigen. \u201eWir hoffen, dass die \u00fcberzeugenden Argumente f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer gymnasialen Oberstufe an einer unserer vier Gemeinschaftsschulen bei den KollegInnen im Gemeinderat auf offene Ohren und Akzeptanz sto\u00dfen\u201c, betonten auch die anwesenden Gr\u00fcnen Stadtr\u00e4tInnen Dr. Ute Leidig, Fraktionsvorsitzende und Stadtrat Ekkehard Hodapp, Mitglied des Schulbeirats sowie MdL Alexander Salomon, der gemeinsam mit Stadtr\u00e4tin Rast\u00e4tter im Vorfeld die Karlsruher Gemeinschaftsschulen besucht hatte. Auch der St\u00e4dtetag habe in einer aktuellen Stellungnahme betont, dass in dieser Legislaturperiode des Landtags wahrscheinlich nur in T\u00fcbingen, Konstanz und Karlsruhe die erforderlichen Voraussetzungen f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer gymnasialen Oberstufe erf\u00fcllt sein w\u00fcrden. Karlsruhe k\u00e4me deshalb eine wichtige Vorreiterrolle f\u00fcr die weitere Entwicklung im Land zu.<\/p>\n<p>Beschlussfassung im T\u00fcbinger Gemeinderat: <a href=\"https:\/\/www.tuebingen.de\/gemeinderat\/to0040.php?__ksinr=2507\">http:\/\/www.tuebingen.de\/gemeinderat\/to0040.php?__ksinr=2507<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mittelpunkte der Gemeinschaftsschule-Veranstaltung der Gr\u00fcnen Gemeinderatsfraktion am 4. 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