{"id":15898,"date":"2023-10-24T12:24:07","date_gmt":"2023-10-24T10:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=15898"},"modified":"2025-03-03T18:50:02","modified_gmt":"2025-03-03T17:50:02","slug":"kita-gebuehren-gerecht-verteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2023\/10\/kita-gebuehren-gerecht-verteilen\/","title":{"rendered":"Kita-Geb\u00fchren gerecht verteilen"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\" style=\"list-style-type:1\">\n<li>Die Stadtverwaltung erarbeitet eine Weiterentwicklung der bestehenden Finanzierungssystematik f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten und Kinderkrippen, die eine durchgehende Staffelung der Elternbeitr\u00e4ge auch am oberen Ende der Einkommensverteilung vorsieht. Die grundlegenden Ziele der bisherigen Beitragssystematik bleiben dabei bestehen.<br><\/li>\n\n\n\n<li>Die Neukonzeption der Finanzierungssystematik wird dem Arbeitsausschuss Jugendhilfeausschuss mit dem Ziel einer Umsetzung zum Kitajahr 2025\/26 zur Diskussion vorgelegt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Begr\u00fcndung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Finanzierungssystematik f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten und Kinderkrippen in Karlsruhe geht auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2018 zur\u00fcck. Sie verfehlt im Moment in wesentlichen Aspekten ihre urspr\u00fcnglichen Ziele und bedarf daher einer z\u00fcgigen Neuausrichtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Erreichen eines einheitlichen Beitragsniveaus in allen Karlsruher Kitas kann aufgrund starker Betriebskostensteigerungen nur durch regelm\u00e4\u00dfige deutliche Erh\u00f6hungen des st\u00e4dtischen Beitragsniveaus erfolgen. Das f\u00fchrt in der Regel zu einer analogen Erh\u00f6hung der Elternbeitr\u00e4ge. Aktuell ist eine Steigerung um 21 Prozent geplant. Auch bei der bisherigen Subventionierung der Elternbeitr\u00e4ge in Form von erh\u00f6hten Erstkinderzusch\u00fcssen, um die Kostensteigerungen f\u00fcr Eltern abzud\u00e4mpfen, kommt die Stadt zunehmend an ihre finanziellen Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zielsetzung eines sozialen Ausgleichs bei den Geb\u00fchren durch die bisherige einkommensabh\u00e4ngige Beitragsstaffelung am unteren Ende der Einkommensverteilung erreicht momentan lediglich 11 Prozent der Karlsruher Kitakinder und damit deutlich weniger als urspr\u00fcnglich angestrebt. Weitere 19 Prozent der Kitakinder, f\u00fcr die grunds\u00e4tzlich eine Beitragsbefreiung besteht, fallen unter die Geschwisterkindregelung. Die Geschwisterkindregelung steht aktuell einkommensunabh\u00e4ngig allen Familien zu und sorgt somit nur sehr bedingt f\u00fcr sozialen Ausgleich. Die regelm\u00e4\u00dfigen Erh\u00f6hungen der Geb\u00fchren treffen demnach entgegen der politischen Zielsetzung mitunter auch Familien mit geringem Einkommen in vollem Umfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Karlsruhe kann, wie andere Kommunen in Deutschland auch, nach wie vor den steigenden Bedarf an Betreuungspl\u00e4tzen und Personal im Bereich der fr\u00fchkindlichen Bildung nicht decken. Damit besteht keine Wahlfreiheit f\u00fcr Familien. Deshalb ist unser vornehmstes Ziel, als Zwischenschritt zun\u00e4chst eine m\u00f6glichst gerechte Verteilung der Geb\u00fchren zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns Gr\u00fcne sind bei der Weiterentwicklung der Finanzierungssystematik folgende Zielsetzungen richtungsweisend:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Ausweitung der Einkommensabh\u00e4ngikeit der Geb\u00fchren auf alle Einkommensgruppen, die zum Ergebnis hat, dass k\u00fcnftige Beitragserh\u00f6hungen nur zulasten derjenigen Familien gehen, die \u00fcber \u00fcberdurchschnittlich hohe Haushaltseinkommen verf\u00fcgen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine Streichung oder k\u00fcnftige Neuausrichtung der bestehenden Geschwisterkindregelung, die dem Ziel eines sozialen Ausgleichs untergeordnet ist,<\/li>\n\n\n\n<li>ein unb\u00fcrokratischer, digitaler und automatischer Antragsprozess f\u00fcr alle Eltern, der m\u00f6glichst an den Betreuungseinrichtungen selbst oder an Familienzentren angesiedelt wird, um der bestehenden Zur\u00fcckhaltung der Eltern bei der Beantragung von Beitragsbefreiungen entgegenzuwirken und eine m\u00f6glichst niedrigschwellige Beratung zu erm\u00f6glichen, sowie<\/li>\n\n\n\n<li>das Erreichen einer gr\u00f6\u00dferen Steuerungswirkung des Gemeinderats in Bezug auf die k\u00fcnftige Beitragsentwicklung, die bestehende, teils unvorhersehbare Sekund\u00e4reffekte m\u00f6glichst verhindert und somit auch f\u00fcr die freien Tr\u00e4ger eine h\u00f6here Planbarkeit mit sich bringt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In bew\u00e4hrter Tradition beauftragen wir die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts, welches zun\u00e4chst dem Arbeitsausschuss Jugendhilfeausschuss zur Diskussion vorgelegt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n\n\n\n<p>Benjamin Bauer, Jorinda Fahringer, Renate Rast\u00e4tter, Aljoscha L\u00f6ffler, Christine Gro\u00dfmann, Dr. Iris Sardarabady, Thorsten Frewer, Verena Anlauf, Niko Riebel<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber unseren Antrag wurde <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-9559\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">am 21.02.2024<\/a> und am <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-9563#top4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">26.06.2024<\/a> im Jugendhilfeausschuss vorberaten. In der Gemeinderatssitzung am 16.07.2024 haben wir uns mit dem in der Stellungnahme vorgeschlagenen Vorgehen <a href=\"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2024\/07\/gruene-fraktion-begruesst-kurswechsel-bei-kitabeitraegen-2\/\" data-type=\"post\" data-id=\"16804\">einverstanden erkl\u00e4rt<\/a>.<br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begr\u00fcndung Die aktuelle Finanzierungssystematik f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten und Kinderkrippen in Karlsruhe geht auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2018 zur\u00fcck. 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