{"id":14622,"date":"2022-12-12T17:14:16","date_gmt":"2022-12-12T16:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=14622"},"modified":"2025-03-03T17:43:02","modified_gmt":"2025-03-03T16:43:02","slug":"antrag-zur-oeffentlichen-vorberatung-im-kulturausschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2022\/12\/antrag-zur-oeffentlichen-vorberatung-im-kulturausschuss\/","title":{"rendered":"Gedenkort f\u00fcr die Opfer der nationalsozialistischen Milit\u00e4rjustiz\/ Deserteurdenkmal in Karlsruhe sichtbarer machen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Antrag \u2013 zur \u00f6ffentlichen Vorberatung im Kulturausschuss<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" style=\"list-style-type:1\">\n<li>Die Stadtverwaltung tritt mit der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und mit den weiteren im Friedensb\u00fcndnis Karlsruhe vertretenen Gruppierungen in Kontakt. Sie f\u00fchrt Gespr\u00e4che \u00fcber das bereits existierende Karlsruher Deserteurdenkmal u. a. mit dem Ziel, einen zentraleren Aufstellort mit mehr Sichtbarkeit f\u00fcr das Mahnmal zu finden.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Stadtverwaltung nimmt das Deserteurdenkmal in den \u201e<a href=\"https:\/\/stadtgeschichte.karlsruhe.de\/erinnerungskultur\/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Leitfaden zur Erinnerungskultur im \u00f6ffentlichen Raum in Karlsruhe<\/a>\u201c auf.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Stadtverwaltung initiiert eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Themenkomplexes \u201eKarlsruher Opfer der nationalsozialistischen Milit\u00e4rjustiz\u201c durch das Kulturamt und in Zusammenarbeit mit der DFG-VK.<br><br><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Begr\u00fcndung\/Sachverhalt<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Kontext der Nachr\u00fcstungsdebatte und Friedensbewegung kam zu Beginn der 1980er Jahre in einigen St\u00e4dten, darunter auch in Karlsruhe, die Forderung nach der Errichtung von Denkm\u00e4lern f\u00fcr Deserteur*innen auf. Das war kontr\u00e4r zu der bisherigen Sichtweise auf Deserteur*innen: Bis dahin wurden sie in der \u00d6ffentlichkeit als Feiglinge und Dr\u00fcckeberger*innen betrachtet. Im Kontext der damaligen Diskussionen wurde schlie\u00dflich im Jahre 1990 in Karlsruhe durch ein breites b\u00fcrgerschaftliches Engagement ein Deserteurdenkmal errichtet, um an all jene Menschen erinnern zu k\u00f6nnen, die sich den Kriegen verweigert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Stadt Karlsruhe seiner Zeit nicht bereit war, daf\u00fcr \u00f6ffentlichen Raum zur Verf\u00fcgung zu stellen, wurde das Denkmal im Gewerbehof aufgestellt. Bedingt durch die r\u00e4umliche Situation vor Ort \u2013 das Wurzelwerk eines Baumes bedroht den bestehenden Standort \u2013 kann das Denkmal dort nicht l\u00e4nger stehen bleiben. Es ist zeitnah eine Entscheidung \u00fcber den weiteren Verbleib zu f\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. Mai 2002 beschloss der Deutsche Bundestag die Aufhebung aller nationalsozialistischen Unrechtsurteile gegen Kriegsdienstverweigerer*innen, Deserteur*innen und \u201eWehrkraftzersetzer*innen\u201c. Damit wurden diese Opfergruppen der NS-Unrechtsjustiz gesetzlich rehabilitiert. Im Jahr 2009, 64 Jahre nach Kriegsende, hat der Bundestag dann auch endlich die sogenannten Kriegsverr\u00e4ter*innen der Wehrmacht rehabilitiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Deserteurdenkmal soll nach Ansicht der Gr\u00fcnen-Gemeinderatsfraktion und auf Wunsch der DFG-VK aus einem Hinterhof an eine zentrale Stelle in der Stadt Karlsruhe versetzt werden. Damit k\u00f6nnte dem Wunsch nach einem angemessenen Gedenken an die Opfer Rechnung getragen werden, die ein Zeichen gegen den Krieg gesetzt haben und daf\u00fcr hingerichtet wurden. Hierzu sollte mit der DFG-VK und weiteren Gruppierungen im Friedensb\u00fcndnis Karlsruhe ein geeigneter Standort bestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Leitfaden zur Erinnerungskultur im \u00f6ffentlichen Raum in Karlsruhe dient als Grundlage u. a. f\u00fcr die Erinnerung an besondere Ereignisse in Karlsruhe im \u00f6ffentlichen Raum. Der Leitfaden tr\u00e4gt damit ausdr\u00fccklich zur dauerhaften Vermittlung des kulturellen und historischen Erbes im t\u00e4glichen Lebensumfeld der B\u00fcrger*innen bei. Das Deserteurdenkmal ist hierbei als ein Beispiel f\u00fcr ein breites b\u00fcrgerschaftliches Engagement zu benennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Milit\u00e4rjustiz w\u00e4hrend des Nationalsozialismus in Karlsruhe spielt in der Erinnerungskultur der Stadt bisher kaum eine Rolle. Um auch diese Karlsruher Opfer im Geschichtsbewusstsein zu rehabilitieren, bedarf es zun\u00e4chst einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Darum fordert die Gr\u00fcnen-Fraktion mit diesem Antrag, dass unter Federf\u00fchrung des Kulturamtes und in Zusammenarbeit mit der DFG-VK eine Aufarbeitung des Themenkomplexes initiiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n\n\n\n<p>Michael Borner, Jorinda Fahringer, Renate Rast\u00e4tter, Christine Weber,<br>Benjamin Bauer, Verena Anlauf, Dr. Iris Sardarabady, Niko Riebel<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrag wurde <a href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-9195#top5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">am 17.03.2023 im Kulturausschuss<\/a> behandelt: <br>Wir erhielten nach ausf\u00fchrlicher Diskussion im Kulturausschuss die Zusage, dass die Stadtverwaltung das Deserteurdenkmal im Leitfaden f\u00fcr Erinnerungskultur als Beispiel f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement auff\u00fchren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag \u2013 zur \u00f6ffentlichen Vorberatung im Kulturausschuss Begr\u00fcndung\/Sachverhalt Im Kontext der Nachr\u00fcstungsdebatte und Friedensbewegung kam zu Beginn der 1980er Jahre in einigen St\u00e4dten, darunter auch in Karlsruhe, die Forderung nach [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[7],"tags":[13,23],"class_list":["post-14622","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antraege","tag-demokratie","tag-erinnerungskultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14622"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16503,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14622\/revisions\/16503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}