{"id":14209,"date":"2022-10-06T13:01:43","date_gmt":"2022-10-06T11:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=14209"},"modified":"2025-03-03T17:36:43","modified_gmt":"2025-03-03T16:36:43","slug":"sanierung-des-denkmalgeschuetzten-restaurantgebaeudes-im-rheinstrandbad-park-rappenwoert-dialog-aller-beteiligten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2022\/10\/sanierung-des-denkmalgeschuetzten-restaurantgebaeudes-im-rheinstrandbad-park-rappenwoert-dialog-aller-beteiligten\/","title":{"rendered":"Sanierung des denkmalgesch\u00fctzten Restaurantgeb\u00e4udes im Rheinstrandbad\/ Park Rappenw\u00f6rt: Dialog aller Beteiligten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Antrag zur Beratung im Fachausschuss<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Das Restaurant im Rheinstrandbad \/ Park Rappenw\u00f6rt soll so saniert werden, dass es wieder gastronomisch genutzt werden kann.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Um dies zu bewirken, organisiert die Verwaltung einen Dialog aller an der Sanierung beteiligten \u00c4mter und Dienststellen. Zus\u00e4tzlich sollten externe baugeschichtliche Expert*innen eingeladen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Ziel dieses Dialogs soll es sein, durch einen Austausch, in dem flexible Ideen und Kompromisse im Vordergrund stehen, einen Weg f\u00fcr eine wirtschaftlich darstellbare Sanierung des Restaurantgeb\u00e4udes aufzuzeigen, sodass das Geb\u00e4ude nicht ungenutzt bleibt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Begr\u00fcndung\/Sachverhalt<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Restaurantbetrieb in dem 1929 erbauten Geb\u00e4ude wurde 2015 beendet. Seitdem stellt sich der zentrale Bau als eine unansehnliche Baustelle dar. Das Restaurantgeb\u00e4ude ist in st\u00e4dtischem Besitz, das B\u00e4deramt ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig<\/p>\n\n\n\n<p>Probleme sind u.a. die teure Fundament-Sanierung und zu hohe Kosten f\u00fcr interessierte P\u00e4chter*innen oder K\u00e4ufer*innen, den Vorgaben des Denkmalschutzes im Innenbereich zu folgen. Die B\u00e4derbetriebe und die untere Denkmalschutzbeh\u00f6rde hatten diesbez\u00fcglich Gespr\u00e4che, die \u2013 nach unserem Wissen \u2013 bis jetzt noch nicht zu einer L\u00f6sung f\u00fchrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn kein Kompromiss gefunden wird, m\u00fcsste die Stadt in jedem Fall die notwendigen Kosten f\u00fcr eine Stabilisierung und den Unterhalt des denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udes zahlen. Das Geb\u00e4ude w\u00fcrde inmitten der Gesamtanlage Rappenw\u00f6rt allerdings ungenutzt leer stehen bleiben. Das reine Erhalten einer Geb\u00e4udeh\u00fclle entspricht jedoch nicht einem ganzheitlich verstandenen Denkmalschutz, der die urspr\u00fcngliche Funktion eines Geb\u00e4udes mit betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nochmals gepr\u00fcft werden k\u00f6nnte, ob alternative sparsamere Wege bei der Fundamentsanierung zu einer \u00dcbereinkunft f\u00fchren, sodass die Verwaltung mehr Gestaltungsspielraum im Rahmen der genehmigten Gelder hat. Dies gilt ebenso bei den Umbauten zugunsten eines Caf\u00e9s oder Restaurants, das auch wirtschaftlich betrieben werden kann.<br>Alle Seiten haben sicherlich berechtigte Anspr\u00fcche. Es ist aus unserer Sicht \u2013 und im Sinn der st\u00e4dtebaulichen und historischen Bedeutung der Anlage \u2013 erforderlich, dass das Geb\u00e4ude wieder in seiner urspr\u00fcnglichen Funktion als Gastronomie f\u00fcr Rappenw\u00f6rt nutzbar ist. Ob dies ein Restaurant- oder eher Caf\u00e9betrieb sein sollte, w\u00e4re ebenfalls Gegenstand der \u00dcberlegungen. Wir m\u00f6chten erreichen, dass durch pragmatische Vereinbarungen zwischen B\u00e4derbetrieb und Denkmalschutz das Geb\u00e4ude so saniert wird, dass es wirtschaftlich darstellbar verpachtet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4dtebaulich interessant an der Gesamtanlage Rappenw\u00f6rt sind sowohl die 1929 in der Weimarer Republik errichteten, dem Bauhaus nachempfundenen, Geb\u00e4ude, wie vor allem auch die Idee, die hinter der Anlage steht: Die Idee eines Volksparks entsprach in den zwanziger Jahren einer vollkommen neuen und demokratischen Vorstellung der Bedeutung von Volksgesundheit, von Bewegungsm\u00f6glichkeiten und Freizeitgesellschaft. Auch Menschen aus \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten sollten sich erholen und Urlaub machen k\u00f6nnen. Mit diesen demokratischen Vorstellungen war Karlsruhe Wegbereiterin in Deutschland. Der Volkspark Rappenw\u00f6rt ist in einer Linie z. B. mit dem Strandseebad Wannsee in Berlin und der Volksparkbewegung der Weimarer Republik zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Baudenkmalen adeliger Herrscher*innen, sind auch solche Bauzeugen einer demokratischen gesellschaftlichen Neuausrichtung erhaltenswert. Es war schon ein Fehler, als die Ruine des St\u00e4ndehauses abgerissen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, insbesondere des Karlsruher Westens, hat Rappenw\u00f6rt bis heute zu allen Jahreszeiten eine hohe Bedeutung \u2013 sowohl als gr\u00f6\u00dftes Freibad Karlsruhes als auch ganzj\u00e4hrig als Parkgel\u00e4nde: Dort k\u00f6nnen Kinder toben, Roller fahren, \u00c4ltere sonnen sich bei der ersten Fr\u00fchjahrssonne. Das Freibad und der Park geh\u00f6ren zu den st\u00e4rksten Besuchermagneten in Karlsruhe mit rund 200.000 Besucher*innen in warmen Jahren. Das Restaurant Rappenw\u00f6rt als zentrales Teil des Ensembles wird von der Bev\u00f6lkerung vermisst, u.a. auch z.B. als Schutz bei schlechtem Wetter.<\/p>\n\n\n\n<p>Karlsruhe h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit, das 100j\u00e4hrige Bestehen dieses besonderen Bades und Volksparks im Jahr 2029 mit einem gro\u00dfen Fest zu gestalten und \u00f6ffentlich deutlich zu machen, wie fortschrittlich die Karlsruher Verwaltung unter dem Baub\u00fcrgermeister Hermann Schneider und Julius Finter als Oberb\u00fcrgermeister in den 1920erJahren war. Dazu sollte dann auch wieder eine Gastronomie im architektonischen Zentrum der Anlage geh\u00f6ren<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von: Verena Anlauf, Michael Borner, Thorsten Frewer, Christine Gro\u00dfmann<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Antrag war ein Erfolg: In der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-6669#top3\" target=\"_blank\">Stellungnahme <\/a>zum Antrag im B\u00e4derausschuss am 23. November 2022 wurde unser Anliegen aufgegriffen. Wir haben erreicht, dass die Sanierung des denkmalgesch\u00fctzten Restaurantgeb\u00e4udes im Rheinstrandbad Rappenw\u00f6rt und dessen Ert\u00fcchtigung zum gastronomischen Betrieb neu beraten werden. Hierbei werden alternative, kosteng\u00fcnstigere M\u00f6glichkeiten im Dialog zwischen st\u00e4dtischen \u00c4mtern, des Denkmalschutzes und baugeschichtlicher Fachexperten*innen erwogen, bevor weitere bautechnische Entscheidungen getroffen werden; insbesondere die bez\u00fcglich der Sanierung der Fundamente.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch gibt es die Chance, dass in der fast 100j\u00e4hrigen Anlage des Schwimmbades Rappenw\u00f6rt dort wieder ein Restaurant er\u00f6ffnet werden kann &#8211; und vor allem steht dann das Geb\u00e4ude nicht weiter leer.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag zur Beratung im Fachausschuss Begr\u00fcndung\/Sachverhalt Der Restaurantbetrieb in dem 1929 erbauten Geb\u00e4ude wurde 2015 beendet. Seitdem stellt sich der zentrale Bau als eine unansehnliche Baustelle dar. 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