{"id":13045,"date":"2022-02-17T12:57:13","date_gmt":"2022-02-17T11:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=13045"},"modified":"2025-03-03T17:05:12","modified_gmt":"2025-03-03T16:05:12","slug":"eisbaeren-im-karlsruher-zoo-ueberlegungen-fuer-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2022\/02\/eisbaeren-im-karlsruher-zoo-ueberlegungen-fuer-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Eisb\u00e4ren im Karlsruher Zoo \u2013 \u00dcberlegungen f\u00fcr die Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Antrag zur \u00f6ffentlichen Vorberatung im Fachausschuss<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\">\n<li>Die Stadtverwaltung evaluiert die Eisb\u00e4renhaltung des Karlsruher Zoos mit Blick auf die Erf\u00fcllung der artspezifischen Bed\u00fcrfnisse der Tiere und bezieht dabei aktuelle wissenschaftliche Fachexpertisen mit ein;<\/li>\n\n\n\n<li>Sie ist offen f\u00fcr \u00dcberlegungen f\u00fcr Alternativen zur bisherigen Eisb\u00e4renhaltung und entwickelt Ideen und Pl\u00e4ne dazu, die l\u00e4ngerfristig umgesetzt werden k\u00f6nnten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Begr\u00fcndung\/Sachverhalt<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir Gr\u00fcne bedauern den pl\u00f6tzlichen Tod des Eisb\u00e4ren Blizzard. Es macht uns traurig, dass dieser gro\u00dfe Polarb\u00e4r, der erst 2020 in unseren Zoo aufgenommen wurde, nur 15 Jahre alt geworden ist. In freier Wildbahn k\u00f6nnen Eisb\u00e4ren bis zu 30 Jahre alt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt hat in einem BNN-Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rt, dass es aktuell kein Thema sei, ob die verbleibende Polarb\u00e4rin Charlotte bald Gesellschaft erh\u00e4lt und wie es mit der Eisb\u00e4renhaltung generell weitergeht. Allerdings hat er ge\u00e4u\u00dfert, dass man sich mit der Koordinatorin des internationalen Zuchtbuches austauschen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Gr\u00fcne begr\u00fc\u00dfen es, dass jetzt keine schnellen Entscheidungen getroffen werden. Wir setzen uns daf\u00fcr ein, dass die Eisb\u00e4renhaltung in Karlsruhe \u00fcberdacht und fachlich hinterfragt wird. Der Karlsruher Zoo hat unter der Leitung von Dr. Reinschmidt eine Trendwende vollzogen, weg vom \u201eAusstellen\u201c aller beliebten Tiere und die Haltung m\u00f6glichst vieler Tierarten \u2013 hin zu einem naturp\u00e4dagogisch konzipierten und modernen Zoo. Die Schwerpunkte sind dabei Artenschutz, Bildung und Wohlbefinden der Tiere in einem f\u00fcr sie naturnahen Lebensraum. Diese Ziele werden von uns Gr\u00fcnen von Anfang an unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Eisb\u00e4renanlage die deutschlandweit gr\u00f6\u00dfte ihrer Art sein soll, kann sie nach unseren Erkenntnissen den arttypischen Anspr\u00fcchen ihrer Bewohner*innen bei weitem nicht Rechnung tragen. In ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung haben Eisb\u00e4ren als Einzelg\u00e4nger ein gigantisches Streifgebiet von 100.000-600.000 km<sup>2<\/sup>\/Jahr und legen pro Tag bis zu 50 km zur\u00fcck. Der Bewegungsmangel im Zoo f\u00fchrt zu Stereotypen und Leiden, da sie ihre nat\u00fcrlichen Verhaltensweisen nicht ausleben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimawandel wird unsere Stadt noch weiter aufheizen. F\u00fcr Eisb\u00e4ren, die biologisch an die Arktis mit Polareis angepasst sind, ist das eine unertr\u00e4gliche Situation. Nachzuchten in Zoos sind noch nie ausgewildert worden, weil sie auf die Herausforderungen an das \u00dcberleben in freier Natur nicht vorbereitet werden k\u00f6nnen. Deshalb darf es keinen Automatismus zur dauerhaften Fortsetzung der Eisb\u00e4renhaltung im Karlsruher Zoo geben. Namhafte Zoos in Deutschland, wie u. a. die Wilhelma, sind bereits aus guten Gr\u00fcnden aus der Eisb\u00e4renhaltung ausgestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir setzen uns mit unserem Antrag daf\u00fcr ein, dass Alternativen zur Eisb\u00e4renhaltung gepr\u00fcft werden. Dazu sollen Ideen und Pl\u00e4ne entwickelt werden. L\u00e4ngerfristig hat die Eisb\u00e4renhaltung im Karlsruher Zoo aus Sicht der Gr\u00fcnen keine Zukunftsperspektive mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Gr\u00fcne unterst\u00fctzen weiter alle Ziele, die den Karlsruher Zoo bei der Weiterentwicklung zu einem zu Artenschutzzentrum st\u00e4rken. Dabei sind Artenschutz, Wissensvermittlung und tiergerechte Haltung f\u00fcr uns Gr\u00fcne gleichrangig. Diese Ziele werden in Karlsruhe vielfach schon vorbildlich umgesetzt, u. a. mit der Altersresidenz f\u00fcr Elefantenk\u00fche und der neuen Luchsanlage am Lauterberg. Das sind artenschutzgerechte Attraktionen, mit denen der der Karlsruher Zoo punkten kann. Durch den von uns Gr\u00fcnen beantragten Artenschutzeuro k\u00f6nnen vielf\u00e4ltige Projekte f\u00fcr den Schutz von Lebensr\u00e4umen bedrohter Tierarten in den Herkunftsl\u00e4ndern der Tiere finanziert werden. Der Artenschutzstiftung des Zoos kommt dabei eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben jetzt die Chance f\u00fcr eine konzeptionelle Neuorientierung mit Blick auf die Eisb\u00e4renhaltung. Mit einer dauerhaften Zementierung der Eisb\u00e4renhaltung tun wir weder den Tieren, noch dem Zoo etwas Gutes. Deshalb lehnen wir auch einen Wiedereinstieg in die Eisb\u00e4renzucht ab, zumal die Ausgestaltung der derzeitigen Anlage voraussichtlich die hohen Anforderungen hierf\u00fcr nicht erf\u00fcllen kann. Wenn wir diesen \u2013 und anderen wildlebenden \u2013 Gro\u00dfs\u00e4ugetieren etwas Gutes tun wollen, setzen wir uns besser mit aller Kraft f\u00fcr die Umsetzung unseres Klimaschutzkonzeptes und die Einhaltung des globalen 1,5 Grad Zieles ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n\n\n\n<p>Renate Rast\u00e4tter, Christine Gro\u00dfmann, Michael Borner, Christine Weber,<\/p>\n\n\n\n<p>Aljoscha L\u00f6ffler, Verena Anlauf, Dr. Iris Sardarabady<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Beratung des Antrags im Ausschuss f\u00fcr \u00f6ffentliche Einrichtungen war f\u00fcr den 27. April vorgesehen, wurde aber nochmals verschoben und soll am 29. September dort \u00f6ffentlich beraten werden. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/sitzungskalender.karlsruhe.de\/db\/ratsinformation\/termin-6610#top21\" target=\"_blank\">\u00f6ffentliche Vorlage f\u00fcr die Gemeinderatssitzung am 29. M\u00e4rz TOP 21)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrag wurde in den Ausschuss f\u00fcr \u00f6ffentliche Einrichtungen verwiesen und dort am 28. November unter TOP 2 \u00f6ffentlich beraten. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder hat sich f\u00fcr eine weitere Eisb\u00e4renhaltung ausgesprochen. Die gr\u00fcnen Mitglieder forderten, die Botschafterfunktion der Eisb\u00e4ren deutlich herauszuarbeiten, d.h. den Bildungsaspekt zu verbessern. Die Bedrohung durch den Klimawandel soll vermittelt und die Sensibilisierung f\u00fcr den Klimaschutz verst\u00e4rkt werden. Die Verwaltung sagte zu, diese Aspekte aufzunehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag zur \u00f6ffentlichen Vorberatung im Fachausschuss Begr\u00fcndung\/Sachverhalt Wir Gr\u00fcne bedauern den pl\u00f6tzlichen Tod des Eisb\u00e4ren Blizzard. 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