{"id":1294,"date":"2012-10-31T00:00:00","date_gmt":"2012-10-30T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2012\/10\/gruene-armutsrisiko-fuer-karlsruherinnen-und-karlsruher-deutlich-gestiegen\/"},"modified":"2020-10-01T19:27:23","modified_gmt":"2020-10-01T17:27:23","slug":"gruene-armutsrisiko-fuer-karlsruherinnen-und-karlsruher-deutlich-gestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2012\/10\/gruene-armutsrisiko-fuer-karlsruherinnen-und-karlsruher-deutlich-gestiegen\/","title":{"rendered":"GR\u00dcNE: Armutsrisiko f\u00fcr Karlsruherinnen und Karlsruher deutlich gestiegen"},"content":{"rendered":"<p>Die GR\u00dcNE Gemeinderatsfraktion und die GR\u00dcNE Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl schlagen Alarm: Eine aktuelle Ver\u00f6ffentlichung des Amtes f\u00fcr Stadtentwicklung Karlsruhe zeigt eine deutliche Zunahme sowohl von Zweitjobbern als auch von Personen, die trotz Arbeit aufstockende Leistungen des Jobcenters erhalten. Ebenso gibt es immer mehr Menschen, die trotz Rente arbeiten.<\/p>\n<p>Waren 2005 noch etwa 10 000 Personen in einem Zweitjob neben ihrer eigentlichen Erwerbst\u00e4tigkeit besch\u00e4ftigt, so stieg deren Zahl um ca. 40% auf \u00fcber 14 000 Personen im Jahre 2011. \u201eDas sind Menschen die arbeiten, aber Faktoren wie niedrige L\u00f6hne, Leiharbeit und befristete Besch\u00e4ftigung sichern weder ihre Existenz noch erm\u00f6glichen sie eine zukunftsgerichtete Lebensplanung\u201c, so\u00a0 Stadtrat Michael Borner und Stadtr\u00e4tin Uta van Hoffs, arbeitsmarktpolitische Sprecher\/innen der GR\u00dcNEN Gemeinderats-fraktion.<\/p>\n<p>Gestiegen um \u00fcber 35% auf 4 100 Personen ist auch die Anzahl derer, die trotz Vollzeit-Erwerbst\u00e4tigkeit aufstockende Leistungen des Jobcenter Karlsruhe ben\u00f6tigen, damit sie \u00fcberhaupt erst auf Hartz-Niveau kommen. \u201eWenn \u00fcber 4 100 Personen in Karlsruhe vom Lohn ihrer Arbeit inzwischen nicht mehr leben k\u00f6nnen und auf erg\u00e4nzende Hilfen angewiesen sind, dann ist das alarmierend und skandal\u00f6s. Arbeitgeber, die derart niedrige L\u00f6hne zahlen, handeln unverantwortlich und schaden so der Gesellschaft\u201c, so Stadtr\u00e4tin van Hoffs.<\/p>\n<p>Ein Leben lang gearbeitet zu haben und im Ruhestand trotzdem zu wenig Geld zum Leben \u2013 dieses Schicksal trifft immer mehr Rentner\/innen auch in Karlsruhe. So stieg deren Zahl seit 2007 um \u00fcber 10% auf \u00fcber 3100 Personen Ende 2011. \u201eWir sehen darin ein Indiz f\u00fcr zunehmende Altersarmut. Viele Rentner\/innen k\u00f6nnten sich nur noch mit Minijobs finanziell \u00fcber Wasser halten. Die weitaus meisten \u00fcben diese wenig attraktiven Jobs aus, um ihre karge Rente aufzubessern\u201c, so Stadtrat Borner.<\/p>\n<p>Weiterhin arbeiten \u00fcber 23 000 Besch\u00e4ftigte in Karlsruhe ausschlie\u00dflich in geringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen. Mit einer Frauenquote von \u00fcber 60% sind diese Minijobs nach wie vor eine Frauendom\u00e4ne und gleichzeitig eine Hauptursache f\u00fcr weibliche Altersarmut. \u201eViele Tausende Frauen in Karlsruhe m\u00fcssen bef\u00fcrchten, im Rentenalter in Armut zu leben. Gef\u00e4hrdet sind vor allem diejenigen, die viele Jahre lang einen Minijob hatten\u201c, so die GR\u00dcNEN. Auch stieg die Zahl der Frauen, die neben ihrer regul\u00e4ren T\u00e4tigkeit noch einen Zweitjob annehmen m\u00fcssen um 40%, auf 8 000 Frauen. Viele dieser Frauen kommen aus dem Niedriglohnsektor und m\u00fcssen sich und ihre Familie mit einem Zweitjob finanziell \u00fcber Wasser halten.<\/p>\n<p>Neben all dem pers\u00f6nlichen Leid, sehen die GR\u00dcNEN auch eine Welle erh\u00f6hter Sozialausgaben auf die Stadt Karlsruhe zu rollen. \u201eWenn wir heute nicht diesem Trend entgegen wirken, so sind sich van Hoffs und Borner sicher, werden k\u00fcnftig die kommunalen Transferleistungen f\u00fcr Kosten der Unterkunft oder Wohngeld in die H\u00f6he schnellen. Schon heute werden, mit Unterst\u00fctzung des Bundes,\u00a0 f\u00fcr Kosten der Unterkunft und Heizung seitens der Stadt Karlsruhe \u00fcber 50 Millionen Euro j\u00e4hrlich aufgewandt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDeutschland braucht einen gesetzlichen Mindestlohn und dar\u00fcber hinausgehende branchenspezifische Mindestl\u00f6hne. Die Zeitarbeit muss reguliert werden und die Befristung von Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen einged\u00e4mmt werden. Geringqualifizierte m\u00fcssen zu Qualifizierungsgewinnern werden. Es muss weiter in die schulische und berufliche Qualifikation der Arbeitslosen investiert werden. Nur mit diesen Ma\u00dfnahmen schaffen wir Zug\u00e4nge zu Arbeit, die dann auch fair entlohnt wird. Wer zus\u00e4tzlich nebenher arbeitet hat weniger Zeit f\u00fcr Hobbys, Erholung und soziale Kontakte. Das macht Menschen einsam und krank. Der Mensch und seine Teilhabe an der Gesellschaft muss daher wieder st\u00e4rker in den Mittelpunkt politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen gestellt werden\u201c, so die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die GR\u00dcNE Gemeinderatsfraktion und die GR\u00dcNE Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl schlagen Alarm: Eine aktuelle Ver\u00f6ffentlichung des Amtes f\u00fcr Stadtentwicklung Karlsruhe zeigt eine deutliche Zunahme sowohl von Zweitjobbern als auch von Personen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-1294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressemeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1294"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10889,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1294\/revisions\/10889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}